Dodo-Lütz und die „gefälschte Welt“


Viele Menschen leben in künstlichen Realitäten und merken es nicht, sagt Manfred Lütz. In seinem neuen Buch warnt der Bestsellerautor davor, das eigentliche Leben zu verpassen

Von Frank SchmiechenDIE WELT

Haben Sie auch manchmal das Gefühl, im falschen Film zu sein? Das ist ganz normal, wenn man Manfred Lütz glauben will. Der Psychiater, Psychotherapeut und Bestsellerautor schreibt in seinem neuen Buch „Bluff. Die Fälschung der Welt“ über die Gefahr, sich in künstlichen Welten zu verlieren und nicht zurück ins eigentliche Leben zu finden. Wissenschaft, Medien und Internet, so Lütz, hätten mächtige Kunstwelten aufgebaut, die wir häufig mit unserer echten Welt verwechselten. Eine Flucht sei nicht möglich. Aber für jeden, der das echte Leben sucht, gebe es einen Ausweg.

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4 Comments

  1. Da begibt man sich also quasi in die künstlichen Buchfantasiewelten des Manfred Lütz.

    Das Schlimme ist: Die Leute kaufen auch noch diese Bücher. Würden Sie diese wenigstens nur „ausleihen“ wäre es ja nicht ganz so katastrophal. Geld ist hier der springende Punkt.

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  2. Und wieder einer, der seine persönlichen Werte und eigenen Lebensgrundsätze zum Allheilmittel und „wahren“ Leben stilisiert. Warum sollte ein Leben in einer „künstlichen Welt“ eigentlich weniger wert sein als das sog. „existenzielle Leben“ (Lütz) – solange man angesichts seiner Lebensführung mit sich selbst im Reinen ist? Am Ende steht in jedem Fall der Tod, der jeglichen Sinn in Frage stellt. Eine Schlussabrechnung mit einem Preis für die beste Lebensführung gibt es halt leider nicht.

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  3. Von der Sache hat er bei den Religioten Recht

    Theologen studieren 4-8 Jahre Zombielogie unter Ausblendung historischer Fakten und moderner Wissenschaft. Dämonen werden durch Exorzismen verjagt, seit Jahrzehnten tote Könige regieren weiter über nicht existente Städte, heilige Propheten beten in nicht existenten Tempeln, Blinde können sehen, Lahme wieder gehen, Arme und Beine wachsen nach, Lebensmittel entstehen aus Nichts, Auserwählte wandeln auf dem Wasser, Tote werden wiedererweckt und geistern Jahrtausende umher, gläubige Kannibalen fressen als Eucharistie die Untoten, Gottes perfekter Schöpfung Mensch muss man die Genitalien verstümmeln.

    Der RKK Großinquisitor Ratzfatz schwurbelt all-wissend: „Wer nicht die unfehlbaren Inhalte des christlichen Glaubens ohne Zweifel, ohne Kritik und Vorbehalte annimmt, der hat einen persönlichen Defekt, ein ungenügend gebildetes Gewissen, eine sündige Verfasstheit, eine auf Vorurteilen beruhenden Geist der Kritik und huldigt der Untreue gegen den Heiligen Geist.“ Ein wahrer Christ der Kinderficker Sekte hat folglich weder Moral noch einen eigenen Willen, allein im blinden Glauben an Gott wird er Mensch. Selber denken oder Inhalte des Glaubens zu hinterfragen ist übles Teufelszeug wie etwa sich dabei auf die Menschenrechte zu berufen.

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  4. Ein weiteres geschwätziges Buch, das die Welt nicht braucht. Ich jedenfalls benötige keine Anleitung, um mit den modernen Medien souverän umgehen zu können. Mit Verlaub, Herr Lütz: Ich beherrsche diese Kultur“technik“.
    Und was ist daran so schlimm, „still und unscheinbar“ zu leben und am Ende zu sterben, „weil es so üblich ist“? Das steht uns allen bevor. Warum soll ich aus meinem Tod ein großes Getöse veranstalten?
    Und der Kracher: Die Kirche ist etwas Reales in all den künstlichen Welten. Das ist richtig gut. Aber Lütz gibt ja selbst zu, Kabarettist zu sein. Und über diese seine Pointe lache ich. Aber es ist ein Lachen, das ihm sicher nicht recht ist.

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