Manifest gegen den Neodarwinismus – „Evolutionstheorie unbrauchbar und inakzeptabel“


Dem Neodarwinismus wurde ein weiterer harter Schlag versetzt. Ein Schlag, der von einem Nicht-Gläubigen und von einem Nicht-Biologen geführt wurde. Letzteres scheint nicht unmaßgeblich, da das darwinsche Super-Dogma offenbar nur von außen aufgebrochen werde kann.

Von Giuseppe NardiKatholisches Magazin für Kirche und Kultur

Den Schlag versetzte der US-Philosoph Thomas Nagel, der an der New York University School of Law Philosophie unterrichtet, mit seinem neuesten Buch: Mind and Cosmos: Why the Materialist Neo-Darwinian Conception of Nature Is Almost Certainly False, Oxford University Press.

Aufgrund seiner früheren Publikationen war es nur eine Frage der Zeit, bis er sich einem der zentralen Themen zur Gehirn-Debatte zuwenden würde: der Frage über den Ursprung des Gehirns und damit der Evolutionstheorie. Das 130-Seiten-Buch Nagels hat es in sich. Es ist knapp und direkt und peilt ohne Umschweife die ungelösten Punkte der neodarwinistischen Theorie an. Er stellt dabei präzise Fragen, die von den Vertretern des Neodarwinismus Antworten verlangen.

weiterlesen

2 Comments

  1. Es handelt sich primär um ein philosophisches Buch, das sich im Wesentlichen um das bekannte ,mind-body-Problem dreht, in weitgehend klassischer Terminologie. Der Autor arbeitet sich wieder am „Reduktionismus“ ab. Als Remedium wird u.a. die Teleologie wieder ins Spiel gebracht. Ich fürchte, der Autor hat nicht wirklich realisiert, dass es a) in der Forschung viel mehr Geduld braucht als er aufbringt, b) die Ziele nicht in einer Totalerklärung bestehen, sondern bescheidener sind. Die Verquickung des mind-body-Problems mit der Evolutionsbiologie scheint mir weder überzeugend noch gar zwingend. Dahinter steht letztlich die Wahnvorstellung einer einheitlichen Erklärung für alles.

    Für die konkrete evolutionsbiologische Forschung und Hypothesenbildung ist das Buch, soweit ich sehen kann, nicht relevant. Es folgt nichts für die Forschung Brauchbares. Schade auch, dass der Autor seine Grenzen nicht zu kennen scheint und Aussagen und Prognosen über die Grenzen der Naturwissenschaften wagt, die entweder m.E. philosophisch trivial sind oder in der Gefahr stehen, wie viele vorherige Prognosen im Orkus der Irrtümer zu verschwinden.

    Es heißt in der Einleitung zwar ausdrücklich: „My skepticism is not based on religious belief, or on belief in any definite alternative“, aber es ist klar, dass das das Buch schon wegen seines reißerischen Titels von denen goutiert wird, die selbst forschungsmäßig nichts zustande bringen, wohl aber die voranschreitende Forschung, gleich ob Evolutionsbiologie, Kosmologie oder anderes, unaufhörlich mit ihren für klug gehaltenen Kommentaren des Tenors, dieses oder jenes sei noch nicht verstanden oder nie verstehbar, begleiten. Entsprechend weiß der der Referent von „Katholisches“ auch nichts besseres als über den „Darwinismus“ die Zähne zu fletschen und in üblicher Weise, obwohl selbst durch seinen Glauben umfassend dogmatisch festgelegt, bei anderen, d.h. in den Wissenschaften Dogmatismus aufzuspüren. Oh diese Spürhündelis, würden sie doch einmal an sich selbst riechen!

    Gefällt mir

  2. Der gute Mann beißt sich zur sehr an politisch motivierten Schlagworten fest

    Wissenschaft ist eine Ergebnis neutrale Methodologie des Zweifels, sie nutzt Theorien, Tests, Hypothesen, Fakten und Fossilien wieder und immer wieder auf der Suche nach begründbaren Erklärungen für eine allen Beteiligten frei zugängliche und beliebig nachprüfbare Realität. Forschendes Denken im Zweifel als zentrales Element neuer Erkenntnis reduziert Theologie zur rückwärts orientierten Pseudo-Wissenschaft, die gegenseitig aus 4350 Religionen kopiert und nicht lernfähig ist.

    Als Ergebnis von 150 Jahren Forschung gibt es den „Darwinismus“ eines Darwin faktisch nicht mehr. Das war nur der erste Schritt zur geistigen Befreiung von den aberwitzigen Thesen der Religioten. Die Wissenschaft ist heute um sehr viele Schritte weiter und hat den Glaubenswahn des frühen Homo-Sapiens als praktische Anpassung an eine feindliche Umwelt entlarvt, die magels geistiger Fähigkeiten nicht verstanden wird.

    Für die seit 50 Mill. Jahren in gesellschaftlichen Clans lebenden Hominiden und Primaten ist die Akzeptanz eines Führers unabdingbar, der Drang erfolgreich zu sein und andere zu dominieren ist genetisch bedingt. Altruismus bzw. Nächstenliebe und Ethik sind Teile der gesellschaftlichen Evolution verankert im emotional limbischen Stammhirn, ermöglicht durch das aus 9 Aminosäuren bestehende Hormon Oxytocin als Botenstoff der Nervenzellen.

    Die frühen Primaten kennen Hilfsbereitschaft, Empathie, Traditionen, Allianzen, Egoismus und Gewalt als Kultur durch Kommunikation und Erfahrung. Bei Hominiden und Primaten wird dies kulturell gefestigt und vererbt, sie studieren dazu kein „Heiliges Buch“ und beten keinen Gott an.

    Zootiere in der x.ten Generation kommen fast nie mehr in der Wildnis klar. Von Menschen aufgezogene Wildtierwaisen sind nur bedingt auszuwildern. Intelligente Orang-Utans brauchen für ein freies Leben im Urwald eine Lernphase von 3 Jahren, sogar klettern müssen sie lernen. Ihre natürlichen Instinkte sind verkümmert, das Selbstvertrauen hat die sklavische Abhängigkeit total verschüttet.

    Menschen bereits als Kleinkinder in religiöser Gehirnwäsche erzogen sind gleichfalls kaum fähig sich aus der geistigen Lähmung durch Vorschriften, Totsünden, Kulten und ewig wahren Priester-Humbug zu befreien. Über Generationen im religiösen Umfeld gefangen sind sie unfähig in geistiger Freiheit selber notwendige Fakten zu sammeln, diese zu analysieren um mit einer eigenen unabhängigen Meinung ihr Leben frei zu gestalten.

    Kern christlicher Drohung ist die Erbsünde auf Konzilen 418 n.C. und 431 n.C. als fataler Fehler an Gottes perfekten Schöpfung Mensch erfunden. Schuldkomplexe sind zerstörend für jedes Gemüt, das nach frühkindlicher Gehirnwäsche alle frommen Idiotien für göttlich hält und blind danach handelt. Die Moralschwelle wird so immer weiter nach hinten verlegt und schafft neue Schuldgefühle. Gott als Wahn schizophren erkrankter Gehirne mildert psychische Schwächen in geistiger Einfalt.

    Der Arzt E. Schaetzing nennt dies Symptom »ekklesiogene Neurose«, die Patienten haben Schuldgefühlen und immer neue Wahnvorstellungen. Externe Stimulierung von Gehirnarealen erzeugt den gleichen religiösen Wahn, ganz ohne Gott und heilige Kirche.

    Gefällt mir

Kommentare sind geschlossen.