Die Gottes-WG


Wettbewerbssieger: Entwurf des Büros Kuehn Malvezzi.
Foto: dpa

Vorwärts zur Aufklärung: In Berlin soll ein überkonfessionelles Bet- und Lehrhaus entstehen. Einen Siegerentwurf gibt es bereits – eine sichere Finanzierung noch nicht.

Von Nikolaus Bernau und Dirk Pilz Berliner Zeitung

Wer wollte das nicht begrüßen: Auf dem Petriplatz, dem Gründungsort der mittelalterlichen Doppelstadt Berlin-Cölln, ist ein überkonfessionelles Bet- und Lehrhaus geplant. Noch ist nicht klar, wie der Bau finanziert werden kann, aber die Idee wird nicht wieder aus der Welt zu bringen sein: ein für jedermann frei zugängliches Haus, das Kirche, Synagoge und Moschee in einem ist. Eine friedlich-freundliche Gottes-WG in einer säkularen Stadtgesellschaft also, in der die Mitbewohner ihre Unterschiede weder verheimlichen noch verabsolutieren sollen.Um diese Idee Architektur werden zu lassen, gründeten die Jüdische Gemeinde von Berlin und das Abraham-Geiger-Kolleg in Potsdam das Forum Interkultureller Dialog und die evangelische Kirchengemeinde St. Petri-St. Marien im Oktober 2011 einen Verein. Sie gaben sich eine Charta von seltener Ausgewogenheit. Sie ist geradezu tiefenentspannt angesichts des rohen Tons, der etwa in den Debatten um die Beschneidung oder das von religiösen Fanatikern gedrehte Mohammed-Hass-Video herrscht. Und sie prägte auch die Wettbewerbsausschreibung. In ihr wird von den Architekten gefordert, dass jede der monotheistischen Religionen einen eigenen Raum erhalten soll, derjenige für Juden nach Osten, der für Muslime Richtung Mekka ausgerichtet.

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1 Comment

  1. Was Berlin vordringlich braucht, ist mehr bezahlbarer Wohnraum ! Gebetsschuppen sind doch im Übermaß vorhanden, verschlingen zudem noch mehr Steuermittel, die ohnehin (wegen der Mehrkosten für den Flughafen fehlen) und bringen aißerdem keine Mieteinnahmen.

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