Die Unschuld der Cartoonisten im Kreuzfeuer des Monotheismus


Harper’s Magazine Juni 2006 – Umschlagzeichnung von Art Spiegelman

Der amerikanische Comiczeichner Art Spiegelman erinnert sich an seine umstrittensten Arbeiten. Alle hatten mit Religion zu tun. Zum jüngsten muslimfeindlichen Film hat er eine deutliche Meinung.

Von Andreas PlatthausFrankfurter Allgemeine

Art Spiegelman war in Deutschland, vier Tage lang, um seine Retrospektive „Co-Mix“ im Kölner Museum Ludwig (siehe untenstehende Comic-Rezension) zu eröffnen und vorgestern in Berlin den Siegfried-Unseld-Preis entgegenzunehmen. In diesen vier Tagen begegnete man dem Comiczeichner Spiegelman, der mit „Maus“ die Grundlage für die heutige Akzeptanz dieser Erzählform geschaffen hat, aber auch dem Cartoonisten, der mit größter Sorge die Entwicklung auf diesem, seinem zweiten Feld betrachtet. Denn die vier Tage waren eine Zeit, die auch im Zeichen der Auseinandersetzung um den polemischen Film „Die Unschuld der Muslime“ stand.

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4 Comments

  1. Eine Gottvorstellung als wahnhafte Psychose wandelt sich langsam zur Pseudo-Realität im Unterbewusstsein. Gläubige die mit Gott sprechen sind geistig schwer gestört, die schizophrene Psychose schmeichelt ihrer kranken Psyche.

    Gegen den Wahn gepaart mit Autoritätsproblemen und Narzissmus helfen nur Psychopharmaka, Neuroleptika oder gar die Gummizelle. Defizite im ventralen (orbitofrontalen) Cortex im Gehirn führen zu Risikobereitschaft, asozialem Verhalten mit Missachtung ethischer und moralischer Regeln, typisch für RKK Priester und Demente.

    Appelle an die Vernunft von Religioten aktivieren das Netzwerk des Cortico-Hippocampus ohne Einfluss auf das emotional limbische System. Im evolutionär ältesten Stammhirn ist jede Art der Gehirnwäsche dauerhaft verankert und dominiert später erlerntes Wissen gespeichert im logischen Netzwerk. Für den Neurobiologen Joseph LeDoux vergisst das limbische Gedächtnis nichts, nachdem es emotional geprägt wird.

    Religiosität ist ein paranoider Wahn des limbischen Netzwerks mit Hoffnung, Liebe, Hass und dem Glauben an Visionen. Diese Begriffe hat man als „Kirchensprech“ neu definiert, damit der Betrug nicht so offensichtlich wird. Änderungen im emotional limbischen System verändern unser deklaratives Gedächtnis nur kurzfristig, der paranoide Wahn der religiösen Gehirnwäsche bleibt dominant präsent.

    Gläubige zweifeln an der wissenschaftlichen Methode sofern man sie überhaupt begreift, dann an den Beweisen, zuletzt am Moraldiktat, niemals aber am religiösen Wahn im Kopf, der bereits seit der Kindheit als „Brainwash“ Schaden existiert. Fakten und historisches Wissen sind bedeutungslos, Details nicht relevant. Logisches Denken hat unter dominanter religiöser Prägung das niedrigste Niveau.

    Ein Disput mit Gläubigen ähnelt dem mit Alzheimer Patienten, bei denen Teile des Gehirns nur noch bedingt funktionieren. Bekommen die ihren Willen nicht, werden sie aggressiv oder gar gewalttätig unter Missachtung jeglicher Moral. Die religiösen Grausamkeiten entlarven den psychopathologischen Wahn als totale Inkompetenz. Gläubige der Kinderficker Sekte müssen als heilige Eucharistie per Zombie Keks das Fleisch Gottes fressen, wie Dracula das Blut Untoter saufen und als unheilige braune Masse ausscheiden.

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  2. Hallo Argus, ich danke Dir ganz herzlich für Deinern Kommentar. Genauso ist es und bedarf keiner weiteren Erläuterung, da es genau meine Ansichten trifft. Ich halte es wie Nikos Kazantzakis, der sich diesen Spruch auf den Grabstein meißeln lies:


    Ich erhoffe nichts.
    Ich fürchte nichts.
    Ich bin frei.

    Und meine eigene Erweiterung dazu lautet: Ich bin glücklich. Jegliche weitere Erwartung an dieses Leben ist Dummheit und Blasphemie gegen die Natur.

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  3. Religion – oder besser gesagt: die Religionen – sind nun mal schon vom Ansatz her äußerst seltsam anmutend und fordern die Satire und die Ironie geradezu heraus. Für mich immer wieder unfaßbar, dass scheinbar vernünftige Erwachsene diesem Religiotismus verfallen. Erklären kann man sich diese geradezu religionssüchtige Veranlagung nur dadurch, dass die Angst vor dem Sterben einen Impuls im Denken dieser Menschen auslöst, der ihnen eine imaginäre Rettung vor diesem uns allen beschiedenen Ende vorgaukelt. Das hat zur Folge, dass sie sich allerlei Geschichten von der Existenz eines Gottes und eines Paradieses zusammen fantasieren. welches sie sich in den schönsten Farben und Bildern ausmalen. Kein Zweifel: Diese Menschen brauchen offenbar diesen Selbstbetrug, der ihnen (scheinbaren) Halt bietet, der letztlich aber nur in deren Einbildung besteht.

    Im Gegensatz zu den Gottgläubigen weiß der nichtgläubige Mensch jedoch um die Unvermeidbarkeit des Todes und akzeptiert dies als nicht zu umgehende Tatsache. Die Selbstachtung verbietet es dem realistisch denkenden Atheisten nun mal, sich selbst zu belügen. (So etwas Dummes tut man einfach nicht !) Somit liefern die Religionen bestenfalls einen Placeboeffekt, der sich mit dem Tod als riesengroßes Fantasiegebilde erweist, welches sich im Nichts auflöst. Und für dieses Nichts sind die Religioten sogar bereit, zu ihren Lebzeiten Kirchensteuer dafür zu bezahlen ! Dass aufbauend auf diesen religiotischen Verhaltensweisen eine Vielzahl ironischer Gedanken und satirischer Stories resultieren, ist somit lediglich eine folgeichtige Konsequenz. Wollte man nämlich allen Ernstes die Ironie und die Satire verbieten, müßte man konsequenterweise erst mal sämtliche Religionen verbieten, weil sie ja schließlich Ursache und Auslöser und damit die eigentlichen Produzenten ironischer und satirischer Geschichten sind !

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  4. In den Zeiten der Minnesänger waren es die Hofnarren, welche ungeschminkt und listig hintenrum die Wahrheit gesagt haben.

    Die Minnesänger als Zubringer von Neuigkeiten hat die Presse ersetzt, aus den Hofnarren sind Cartoonisten geworden – gelegentlich sogar Presssprecher

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