Rapper Brother Ali – Moslem, Albino, fast blind


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Moslem, Albino, fast blind: Dennoch, oder gerade deswegen gehört der Rapper Brother Ali aus Minneapolis zu den eigenwilligsten und meist respektierten Stimmen des HipHop. Sein neues Album provoziert mit der Verknüpfung von Islam, Patriotismus und Sozialkritik.

Von Jonathan Fischerjetzt.de

jetzt.de: Du hast gerade mit „Mourning for America, Dreamin in Colors“ das wohl politischste HipHop-Album des Jahres veröffentlicht. Was bedeutet der Titel?
Brother Ali: Unsere Gesellschaft in Amerika ist am Zerbröckeln, überall siehst du Schmerz, Leiden und Agonie. Das kommt von dem tiefen Riss zwischen den verschiedenen Klassen. Die Mittelschicht war lange ein Puffer zwischen der reichen Elite und den Massen. Jetzt ist die Elite so gierig geworden, dass selbst die Mittelschicht ihre Privilegien verliert und von Armut bedroht wird. Damit einher gehen eine Menge Zorn, Angst – aber auch politisches Engagement: Ich sehe die Situation als Chance. Deswegen habe ich das Album „Mourning for America“ um den Zusatz „Dreamin in Colors“ erweitert. Das war ursprünglich ein eigenes Projekt, in dem ich von meinen positiven Erfahrungen der vergangenen Jahre erzählen wollte: der elektronischen Lesehilfe, mit der ich trotz Erblindung wieder Bücher studieren kann. Oder meiner ersten Pilgerreise nach Mekka.

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