Beschneidung soll auch ohne Religion legal sein


Justizministerin legt Gesetzesplan zur Einwilligung der Eltern in die Entfernung der Penis-Vorhaut vor

Von Matthias KamannWELT ONLINE

Der Eingriff ist laut Entwurf nur zulässig, wenn er nach den Regeln der medizinischen Kunst durchgeführt wird.

Die Aufgabe war schwer, das Problem ist unter Juristen wie Medizinern umstritten. Nachdem das Kölner Landgericht im Mai die Beschneidung der Penis-Vorhaut bei kleinen Jungen für strafbare Körperverletzung erklärt hatte, kamen in der folgenden Debatte antisemitische und antiislamische Ressentiments zu Tage, Juden und Muslime zeigten sich stark verunsichert. Und auch Wohlmeinende gerieten in knifflige Abwägungsfragen zwischen dem Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit, dem elterlichen Sorgerecht und der Religionsfreiheit. Doch nun glaubt Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) eine Lösung gefunden zu haben: In einem Eckpunktepapier, das der „Welt“ vorliegt, skizziert sie ein Gesetz, mit dem die Beschneidung legalisiert werden soll.

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3 Comments

  1. Lieber Sospetto, In diesem Falle scheinen mir Deine Befürchtungen nicht berechtigt zu sein. Auch ich könnte von seltsam anmutenden Gerichtsurteilen – überwiegend in untergeordneten Instanzen – berichten, aber das BVG hat sich in seinen Entscheidungen bisher doch als sehr rechtssicher gezeigt. Abweichungen davon sind mir zumindest nicht bewußt geworden. Ich hoffe sehr, dass ich nicht gezwungen sein werde, meine Wertung zu ändern.

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  2. Lieber Argus, das BVG wird sich das nicht trauen. Mein Vertrauen in unsere Gerichte wurde von den Selbigen über Jahre zu Mehl gemahlen. Recht haben und es zugesprochen zu bekommen, waren immer schon zwei verschiedene Steifel.

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  3. Körperverletzung bleibt Körperverletzung mit und ohne Betäubung ! Was Frau Leutheusser-Schnarrenberger mit ihrem Gesetzesvorschlag versucht, ist nichts anderes als auf fragwürdigen juristischen Umwegen eine dümmliche Rechtsbeugung durchzuboxen. Letztlich nichts anderes als eine Konzession an die Religioten. Ich könnte mir vorstellen, dass das Bundesverfassungsgericht das von der FDP-Justizministerin vorgeschlagene Gesetz als nicht mit dem Grundgesetz vereinbar ablehnt.

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