Der Vatikan kennt keine unabhängige Justiz


In diesem Gerichtssaal wird Paolo Gabriele der Prozess gemacht. Bild: ARD.de

Morgen beginnt im Vatikan der Vatileaks-Prozess. Angeklagt ist der ehemalige Kammerdiener des Papstes und ein Informatiker aus dem Staatssekretariat. Doch ein unabhängiges Verfahren nach demokratischem Vorbild werden die beiden nicht bekommen.

Von Thomas MiggeDeutschlandfunk

In den Verliesen der Engelsburg wird Paolo Gabriele nicht landen. Der ehemalige Kammerdiener des Papstes wird auch in keiner modernen Zelle innerhalb des Vatikanstaates schmachten müssen, denn bis auf die Räume für Untersuchungshäftlinge gibt es kein Gefängnis im Zwergstaat der Päpste, erklärt Marco Tarquinio, Direktor von „l’Avvenire“, der Tageszeitung der italienischen Bischofskonferenz:

„Es gibt da so viele kuriose Vorstellungen über den Vatikan. Der Kirchenstaat besitzt zwar kein Gefängnis, dafür aber ein komplettes Justizsystem, wie jeder andere unabhängige Staat auch. Im Unterschied zu anderen Staaten gibt es im Kirchenstaat aber neben der zivilen eine kanonische Rechtsprechung. Das Gleichgewicht dieser Institutionen untereinander ist bei uns wie in anderen Staaten gegeben.“

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1 Comment

  1. Die Welt wäre längst weiter in ihrer geistigen und philosophischen Entwicklung, wenn die unzähligen Religionen diese Entwicklung nicht behindern und vernunmöglichen würden.

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