Beschneidungsdebatte: Vom humanistischen Gutmenschentum


Bild: diesseits.de

Auch bei Humanistinnen und Humanisten hatte das kontroverse Urteil des Landgerichts Köln zur Jungenbeschneidung von Anfang an eine große Aufmerksamkeit erfahren. Der Jurist und Humanist Holger Fehmel hatte sich im Juli mit einem nachdenklichen Kommentar als einer der ersten moderierenden Stimmen in der Kontroverse zu Wort gemeldet. Gemeinsam mit Sigrun Stoellger, Vertreterin der gbs-Regionalgruppe Hannover, verfasste er jetzt ein selbstkritisches Plädoyer gegen die verbale Vehemenz und für mehr Besonnenheit.

Von Sigrun Stoellger und Holger Fehmeldiesseits.de

Die Beschneidungsdebatte tobt nun seit drei Monaten mit ungebrochener Heftigkeit. Wie konnte ein Urteil, dass vermutlich die allerwenigsten gelesen haben (hätten sie das, so würden wohl sowohl Befürworter als auch Gegner wesentlich zurückhaltender sein), dazu führen, dass Menschen mit den besten Absichten verbal derart wutentbrannt aufeinander einprügeln? Eine abschließende Analyse können wir natürlich nicht liefern. Aber wir denken, der Tonfall auf beiden Seiten hat erheblich zur den nun sichtbaren emotionalen Verwerfungen beigetragen

Jeder kehre vor seiner eigenen Tür, heißt es so schön. Daher soll zum Diskussionsstil unserer Kontrahenten in dieser Debatte, zu dem sicherlich auch so einiges zu sagen wäre, kein weiteres Wort mehr verloren werden.

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4 Comments

  1. Hallo Sigrun!

    Dann schaut aber bitte auch, ab wann die „glühenden“ Beschneidungsgegner anfingen, sich „unsauber “ zu äussern.

    War es vor oder nach dem Zeitpunkt, an dem die „glühenden“ Beschneidungsbefürworter mangels Argumenten (also quasi sofort) die Nazi- und Antisemitenkeule zückten?

    War es von Seiten der Gegner (zumindest einiger) nicht vielleicht auch ein Ausdruck der gefühlten Ohnmacht gegenüber unseren „Volks“vertretern, die anscheinend nicht im geringsten auf Argumente gegen Beschneidung eingingen (Beck, Merkel, anyone?)?

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  2. „Wo gehobelt wird. da fallen Späne.“ Das war einer der Lieblingssprüche von Göring. Z.B. in der Variante: „Wenn sie sagen, da und dort sei einer abgeholt worden, so kann man nur erwidern: Wo gehobelt wird, da fallen Späne.“ Es gibt Redensarten, die harmlos anmuten können, aber historisch belastet sind.
    Keine Sorge, wir verlieren die Rechte der Kinder nicht aus den Augen und das Benehmen und die „Argumentationsweise“ der Beschneidungsbefürworter war nicht unser Thema, auch nicht, daß Beschneidungen im Kindesalter gegen die Unversehrheitsrechte verstoßen…..sondern schlicht die Vorgehensweise so mancher glühender Beschneidungsgegener, die sich in verschiedenen Foren verbal in unsauberster Weise geäußert haben, um es höflich auszudrücken….

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  3. Der Schritt von der zwangweisen Verstümmelung der Genitalien junger Menschen beiderlei Geschlechts zur zwangsweisen Sterilisierung nach vatikanischen Vorgaben oder Steinzeitritualen an geistig Behinderten (Euthansie) und an sexuellen Missbrauchsopfer katholischer Priester als Homosexuelle ist nur winzig, das Messer ist vielfach dasselbe.

    Es gibt keinen goldenen Kompromis, entweder alles oder nichts. An den Menschenrechten kann man auch nicht rumschnippeln ohne sie zum Witz zu reduzieren

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