Hamburg: Grundschule mit Astralleib


Bedrohung oder Bereicherung? Therapeuthische Farbkammer nach Rudolf Steiner. Bild: dpa

In Hamburg sollen erstmals Waldorflehrer an einer staatlichen Schule unterrichten. Kritiker verweisen auf die esoterischen Wurzeln der Pädagogik.

Von Bernd Kramer taz

Eigentlich ist es ein geschickter Schachzug: Bildungsbewusste Eltern wollten im Hamburger Stadtteil eine Privatschule für ihre Kinder gründen. Doch statt die Genehmigung zu erteilen machte die Schulbehörde einen anderen Vorschlag: Die Eltern könnten ihre pädagogischen Ideen doch auch an der offentlichen Grundschule im Viertel umsetzen – damit sich die soziale Spaltung zwischen den Schulen in dem einstigen Arbeiterstadtteil nicht verschärft.

Die Idee, Bildungsghettos auf die Art zu verhindern, hat zweifelsohne ihren Chame – aber auch einen seltsamen Beigeschmack: Denn die Schule, die der Elterninitiative vorschwebte und die nun unter das staatliche Dach zieht, soll nach dem Waldorf-Konzept arbeiten. Ab 2014 sollen Waldorflehrer und staatlich ausgebildeten Pädagogen an der Grundschule gemeinsam unterrichten. Die Waldorfbewegung wird häufig der Reformpädagogik zugerechnet. Kritiker weisen aber immer wieder auf ihren esoterischen Hintergrund hin.

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