Und siehe, ein neuer Phänotyp erschien


Brian Baer, Neerja Hajela (CC BY-SA)
Die zwölf Stämme
Die zwölf Kulturflaschen mit den evolvierenden Colibakterien. Die Bezeichnungen auf dem Deckel beziehen sich auf ein Markierungsgen: Sechs der Stämme haben ein funktionstüchtiges Arabinose-Operon, das in Gegenwart bestimmter Chemikalien eine Farbreaktion auslöst, die anderen nicht. Die Markierung soll verhindern, dass unbemerkt Bakterien zwischen zwei Zelllinien übertragen werden.

Es ist lehrreich, Bakterienpopulationen über Tausende von Generationen zu beobachten: Ganz neue Fähigkeiten kommen zum Vorschein, wenn alte Gene sich neu sortieren und verstärken.

Heather Hendrickson & Paul B. RaineySpektrum.de

Evolutionssprünge – etwa die Entwicklung des Fliegens, des Auges oder einer Blüte – sind die Basis der Vielfalt allen Lebens. Gleichzeitig sind Ursprung und Ablauf solcher Sprünge aber nicht leicht zu erklären; schon deshalb, weil sie vor sehr langer Zeit unter ziemlich ungewissen Umständen begannen. Ungeachtet solcher Schwierigkeiten liefert ein Forscherteam um Zachary Blount von der Michigan State University in East Lansing nun molekulare Details zu einer dieser umwälzenden Neuerungen [1]: einem zuvor nicht existenten neuen Phänotypen, der nach 30 000 Generationen erstmals in einer Bakterienkultur auftrat. Mittlerweile haben die Forscher sich ein komplettes Bild der zu Grunde liegenden genetischen Veränderungen machen können. Davor mussten sie allerdings lernen, Ahnformen von Keimen in einem Entwicklungsstand einzufrieren und zu sequenziere – das ermöglichte es am Ende, den evolutionären Sprung nachzuvollziehen.

weiterlesen

Der Artikel ist unter dem Titel „How the unicorn got its horn“ in Nature erschienen.

Erneut Strafbefehl gegen Holocaust-Leugner Williamson

Richard Williamson (1991), Bild: wikipedia

„Ich glaube, es gab keine Gaskammern“: So ließ sich Traditionalisten-Bischof Williamson in einem Interview zitieren. Dafür droht ihm jetzt ein Prozess wegen Volksverhetzung. Das Amtsgericht Regensburg hat Strafbefehl gestellt.

Süddeutsche.de

Dem Holocaustleugner und Traditionalistenbischof Richard Williamson droht möglicherweise ein weiterer Prozess wegen Volksverhetzung. Das Amtsgericht Regensburg stellte in dieser Woche erneut Strafbefehl, wie ein Justizsprecher am Donnerstag sagte. Er bestätigte damit einen Bericht des Bayerischen Rundfunks. Sollte der Bischof gegen den Strafbefehl Widerspruch einlegen, würde der Prozess gegen den 72-Jährigen neu aufgerollt.

weiterlesen

Russlands Evangelikale in den Gulag?

Themenbild Russland, media.news.de

Ein geplantes neues Religionsgesetz in Russland könnte die Evangelikalen in Schwierigkeiten bringen. Das befürchtet Wally Kulakoff (Moskau) vom internationalen Missionswerk Russian Ministries (Wheaton bei Chicago).

idea.de

Der Gesetzentwurf könnte bis zu dreijährige Haftstrafen für die Verletzung religiöser Gefühle und die Schändung heiliger Stätten vorsehen. Bisher gelten diese Vergehen als Ordnungswidrigkeit, die mit höchstens 25 Euro Buße geahndet wird. Die Gesetzesinitiative wird unter anderem von der Regierungspartei „Geeintes Russland“ und der russisch-orthodoxen Kirche unterstützt. Kulakoff hegt die Sorge, dass Evangelikale leicht mit dem geplanten Gesetz in Konflikt geraten werden, da nur die Orthodoxie, der Islam, das Judentum und der Buddhismus als offizielle Religionen gälten. Zum Beispiel könne man es ihnen als Beleidigung der Muslime auslegen, wenn sie von Jesus Christus als Gottes Sohn sprächen.

weiterlesen

2. Vatikanisches Konzil: Dodo Kissler ex cathedra

Vollversammlung des Konzils im Petersdom, Bild: heiligenlexikon.de

Vor 50 Jahren begann das Zweite Vatikanische Konzil. Es war durch und durch katholisch. Nicht alle, die sich auf das Konzil berufen, kennen dessen Texte. Zeit für eine Klarstellung.

Von Alexander KisslerFOCUS ONLINE

Sogar eine Sonderbriefmarke im Nennwert von 45 Cent wird erscheinen. Vom kommenden Donnerstag an kann jeder, der es mag, seine Postkarte in Erinnerung an ein historisches Ereignis frankieren. Genau 50 Jahre sind vergangen, seit in Rom die katholische Kirche ihr Zweites Vatikanisches Konzil eröffnete. An den Ehrungsfeierlichkeiten landauf, landab wäre nichts auszusetzen; der Mensch ist ein nostalgisches Wesen, das gerne zurückblickt. Die Konzilsjubeltage der Altvorderen indes befremden. Je geringer nämlich die Kenntnis der Konzilstexte ist, desto lauter wird dem Konzil applaudiert. Je weniger das Konzil bekannt ist, desto verbissener wird dessen Anerkennung gefordert. Darum kann die Devise dieser Tage nur lauten: Rettet das Konzil in seiner wahren Aussage!

weiterlesen

Wie die Christen in Europa diskriminiert werden

Christen sind die am meisten diskriminierte Gruppe in Europa

Von Nina Schmeddingkath.net

Darf man eine Madonna aus einer Kirche auf die Straße werfen? In einem Theaterstück das Antlitz Jesu mit Kot beschmieren? Oder den Papst als inkontinenten Mann darstellen? Mit der Frage, welche Haltungen hinter solchen Handlungen stecken und welche Signalwirkung von ihnen für religiöse Gruppen und die Gesellschaft ausgehen, beschäftigten sich am Dienstag in Brüssel Vertreter aus Religion und Politik. Die Diskriminierung von Christen in Europa stand im Mittelpunkt des vom EU-Parlament und der EU-Bischofskommission COMECE gemeinsam veranstalteten Symposiums.

weiterlesen