Russland: Orthodoxie als Religiosität und Identität


Ein Werk der russischen Künstlergruppe Blaue Nasen: Tschetschenische Marilyn
© Blaue Nasen und Tretjakow-Galerie Moskau, Themenbild.

Nach dem Prozess um Pussy Riot wird nun auch die Moskauer Ausstellung „Geistliche Beschimpfung“ als blasphemische Pseudokunst verurteilt. Die russische Duma diskutiert neue Sanktionen gegen die Verletzung religiöser Gefühle. Doch welchen Zusammenhang gibt es heute zwischen Orthodoxie und der Rolle der Religion im alltäglichen Leben wirklich?

Von Julia SchatteEurasisches Magazin

Kritik an „Geistlicher Beschimpfung“

Im Moskauer „Winzavod“,  ehemals Weinkelterei und heute Zentrum für zeitgenössische Kunst, öffnete am 20. September  die Ausstellung „Duchownaja bran´“ (Geistliche Beschimpfung).

Die Ausstellung zeigt unter anderem Ikonen, die wie ein Fotonegativ aussehen – die Gesichtszüge in schwarzer Farbe, die Augenhöhlen weiß. Andere tragen Masken und erinnern an den Stil von Pussy Riot.

Die beiden Initiatoren, der Kunstsammler Wiktor Bondarenko und die Künstlerin Jewgenija Malzewa haben sich durch die Pussy-Riot-Aktion in der Christ-Erlöser-Kathedrale inspirieren lassen. Ein Angriff auf die Kirche sei die Ausstellung nicht.
Vor der Eröffnung blockierten orthodoxe Aktivisten und Kosaken den Galerieeingang, um ihren Protest kundzutun. Es gab Prügeleien, das Gelände wurde zeitweilig geschlossen, einige Aktivisten nahm die Polizei fest.

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1 Comment

  1. Wie ich schon bei anderer Gelegenheit sagte, sind die russische Orthodoxie und die russische Oligarchie, rund um den Diktator Putin, eine unheilige Allianz eingegangen. Ich bin zwar kein Prophet, aber diese Geschichte könnte ein böses Ende haben ! Aber – wie heißt es doch so treffend: Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient !

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