Tresenseelsorger: Saufen ist gottgefällig


Im Kneipenbetrieb tiefgründig das Leben besprechen will Pfarrer Kotzur. (Bild: Stock.XCHNG – Herve de Brabandere)

Der Berliner Pfarrer Ulrich Kotzur hat einen ungewöhnlichen Aufruf gestartet: Seine Kollegen aus beiden großen christlichen Kirchen sollen sich am Sonntagabend als Wirte betätigen. Ort des Geschehens ist der „Kreuzberger Himmel“ – eine frisch eröffnete Kirchenkneipe in Berlin.

Von Josefine JanertDeutschlandradio Kultur

„Ja, ick war eben zum Ohrenarzt. Und die Ohrenarzt ist wohl oooch Katholikin. Nehm ick an. Is hier gleich nebenan. Da sagt se: Ham Se schon jehört, dass die Bonifatiuskirche hier’n Café eröffnet hat? Hab ick jedacht: Na, guckste, gehste rin und trinkst n Kaffee.“

Gesagt, getan. Zum Kaffee hat der Mann ein Stück Obstkuchen mit Schlagsahne verspeist. Später steht er auf der Yorckstraße, stützt sich auf seinen Stock und betrachtet kritisch die Rechnung:

„5,30. Ditt is ziemlich … für kleene Leute is teuer.“

Der „Kreuzberger Himmel“ hat an der Ecke Yorckstraße und Mehringdamm reichlich Konkurrenz. Ein Italiener, ein türkischer Imbiss, ein indisches Restaurant – auch vor einer Currywurstbude stehen Passanten. Es geht laut und lebhaft zu. Der Sexshop gegenüber hat um diese Zeit noch geschlossen.

In diesem Kiez will der „Kreuzberger Himmel“ mit Klosterküche punkten. Biersuppe mit Backforelle gibt es, Gemüse mit Rosmarin und frisch gebratene Blutwurstscheiben. Das teuerste Gericht kostet 9 Euro 50. Die meisten Hauptgerichte liegen zwischen 5 und 7 Euro.

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