Kündigung: Lesbische Erzieherin erhält hohe Abfindung

Bild: haolam.de

Der für den 9. Oktober 2012, angesetzte Gerichtstermin zum Fall der Kündigung einer lesbiscrömisch-katholische Kirchehen Erzieherin durch die römisch-katholische Kirche vor dem Arbeitsgericht Neu-Ulm ist kurzfristig abgesagt worden, weil die Parteien sich geeinigt haben.

ngo-online.de

Dazu erklärt Manfred Bruns, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD): Die katholische Kirche scheut die öffentliche Diskussion über die Kündigungspraxis gegenüber gleichgeschlechtlichen Lebenspartnern. Deshalb hat sie jetzt den Vergleichsvorschlag des Arbeitsgerichtes akzeptiert. Das Arbeitsgericht hatte die Parteien „auf die Vielzahl der Presseanfragen“ hingewiesen und vorgeschlagen, dass die Erzieherin die Auflösung ihres Arbeitsverhältnisses zum Ende der Elternzeit akzeptieren und ihr die katholische Kirche dafür im Gegenzug die übliche Regelabfindung zahlen soll. Diese ist sehr hoch, weil die Mitarbeiterin 14 Jahre bei der katholischen Kirche beschäftigt war. Das haben die Parteien akzeptiert.

Katholische Kirche macht Rückzieher – Lesbische Erzieherin erhält hohe Abfindung

Für die Erzieherin ist das ein voller Erfolg, weil sie mit ihrer Kündigungsschutzklage ohnehin nicht mehr hätte erreichen können (vgl. § 9 ff Kündigungsschutzgesetz). Für die katholischen Arbeitgeber ist das ein erneuter Rückschlag, der zeigt, dass sie die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs und des Bundesarbeitsgerichts akzeptieren müssen.

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Zahl der Konfessionslosen in den USA stark gestiegen

foto: epa/michael reynolds
Obwohl die meisten Kirchen einen Mitgliederrückgang zu beklagen haben, bezeichnen sich noch immer vier von fünf US-Amerikanern als einer Religionsgemeinschaft zugehörig.

Erstmals weniger als die Hälfte der Amerikaner Protestanten

derStandard.at

Abkehr von den großen Kirchen: In den USA ist die Zahl der Konfessionslosen in den vergangenen zwei Jahrzehnten laut einer Studie stark gestiegen. Einer von fünf US-Bürgern fühlt sich demnach keiner althergebrachten Religionsgemeinschaft zugehörig. Diese Menschen seien jedoch nicht alle Atheisten, so die am Dienstag veröffentlichte Studie des Pew Research Center. Viele würden trotzdem an Gott glauben oder beten.

Im Jahr 1990 hätten sich noch etwa acht Prozent als konfessionslos bezeichnet, heute seien es 19,6 Prozent. Bei jungen Menschen unter dreißig sei die Zahl der Konfessionslosen mit knapp dreißig Prozent besonders hoch. Dabei könne es sich um eine Reaktion auf den Aufstieg der religiösen Rechten handeln, sagte der Politikwissenschaftler Robert Putnam der „Washington Post“ am Dienstag.

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Genitalverstümmelung, Beschneidung: Ein deutsches Paradoxon

Bild: Steve Simon/Aurora/laif

Viele Frauengruppen bekämpfen die rituelle Verstümmelung weiblicher Genitalien, von der auch Tausende von Frauen in Deutschland betroffen sind. Sie legen dabei grossen Wert auf kulturell sensibles Vorgehen.

Von Ulrich SchmidNeue Zürcher Zeitung

Schon bald wird Deutschland um ein Paradoxon reicher sein. Von zwei rituell praktizierten Verletzungen des kindlichen Körpers wird die eine gesetzlich erlaubt und die andere verboten sein. Der leidenschaftlich geführte Streit um die Beschneidung von Knaben hat zu hastiger legislativer Tätigkeit geführt. Noch in diesem Jahr werden, wenn nicht alles täuscht, die Regierungsparteien, die Sozialdemokraten und die Grünen im Bundestag zu Berlin dafür sorgen, dass Muslime und Juden das Ritual unbescholten und im Gefühl der Rechtssicherheit weiterführen können.

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Beschneidungsdebatte: Der evolutionäre Humanismus – die neue säkulare Religion

Jetzt ist es mir doch passiert: Ich habe jemanden verletzt, weil ich sie fälschlicherweise des Antisemitismus beschuldigt habe. Dies geschah zwar „nur“ im Eifer des Gefechts, aber es passierte…

Von Tamara GuggenheimhaGalil.com

Worte, das habe ich schon als Kind gelernt, können Menschen härter treffen als Schläge, denn sie bleiben im Gedächtnis haften. Worte, Sprache, das ist mein Thema in den letzten Wochen der Debatte um die Vorhaut, die meine Söhne nicht mehr haben.

Die Verletzung durch Worte erlebte ich in dieser Debatte das erste Mal, als die FAZ einen Brief veröffentlichte, in der ich der sexuellen Gewalt bezichtigt wurde, weil ich meine Söhne beschneiden ließ. Nein, nicht an mich persönlich adressiert, es wurde allgemein herausgestellt, dass keine Religion diesen Eingriff rechtfertige. Aber es waren solche Worte, die mein Leben beeinflusst, wenn nicht gar verändert haben.

Ich bin plötzlich kein Mitglied dieser Gesellschaft mehr, denn als Befürworterin der Beschneidung gehöre ich für einige zu den „Religioten“, zu einer Gattung, die sich „gegen Vernunft, gegen Menschenrechte, gegen die Geschichte dieses Landes und seine Errungenschaften“ stellt. Meine Religion, sagt  jemand namens Achim, ist eine „pestilenzialische, aussätzige und gemeingefährliche Rasse“, auch wenn er dabei „nur“ Giordano Bruno, den Namensgeber der gleichnamigen Stiftung zitiert. Genau: das stand nicht vor 70 Jahren im Stürmer, das war ein Posting auf der Facebook Fan-Seite der Giordano Bruno Stiftung, einer „Denkfabrik für den evolutionären Humanismus“. Auf der gleichen Seite attestiert mir heute und hier und von seinen Freunden unwidersprochen ein Mann mit dem Namen Günther, Juden seien „eine hysterische und unentspannte Glaubensgruppe mit einem enormen Standesdünkel“.  Von „religiösem Wahn“ ist die Rede und auch die Fähigkeit des „kritischen Denkens“ wird mir plötzlich von einem Ulf abgesprochen. Weil ich meine Söhne beschneiden ließ, weil ich hoffe, dass meine Enkelsöhne ebenfalls beschnitten werden.

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