Die Kirche ist kein Hort der Demokratie


Luigi Bettazzi im Vatikan im Mai 1978. Foto: Angelo Palma/A3/Contrasto/laif

Luigi Bettazzi, geboren 1923, nahm als einer der jüngsten Bischöfe am Zweiten Vatikanischen Konzil teil und ist einer der letzten noch lebenden Konzilsväter

Von Joachim Frank Frankfurter Rundschau

Herr Bischof, was bedeutete das Konzil Anfang der 60er Jahre für die Kirche damals?

Zwei Jahrzehnte nach dem Krieg war zwar der Wiederaufbau abgeschlossen. Umso lebendiger aber war das Bedürfnis nach etwas Neuem. Auch die Katholiken hatten nach dem langen Pontifikat Pius XII. das Gefühl, in ihrer Kirche müsse sich etwas ändern. Und Papst Johannes XXIII. wollte die Sprachlosigkeit der Kirche gegenüber der modernen Welt überwinden. Ein Konzil schien ihm dafür die beste Möglichkeit zu sein.

weiterlesen