Beschneidung ist ein religiös konstitutives, körperlich sichtbares Siegel des Bundes mit Gott

Stephan Kramer, Generalsekretär des Zentralrats der Juden ©dpa

Das Thema Beschneidung darf im Judentum kein Tabu sein. Im Interview spricht sich Stephan Kramer, Generalsekretär des Zentralrats der Juden, für eine offene Debatte aus.

Von Mariam LauZEIT ONLINE

ZEIT ONLINE: Herr Kramer, inzwischen hat das Bundeskabinett einem Entwurf zugestimmt, der Beschneidungen in Deutschland künftig unter bestimmten Bedingungen möglich macht. Haben Sie gewonnen?

Stephan Kramer: Triumphgeheul verkneife ich mir. Wir sind einen wichtigen Schritt weiter, aber der Weg ist noch lang. Trotzdem: Das Gesetz ist eine Verschlechterung des bisherigen Zustands und die Diskussion ist ja keineswegs mit dem Gesetzentwurf erledigt.

Erstens müssen jetzt die Abgeordneten des Deutschen Bundestags sich in Ruhe ihre Meinung bilden, und ich bin keineswegs sicher, wie die sich entscheiden werden, auch wenn wir viel Unterstützung aus der Politik erhalten haben. Aber nicht immer ist das Meinungsbild der Parteibasis identisch mit der Position der Parteiführung.

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Ab in die Wutbox mit euch!

Kübra Gümüşay © MiG

Ganz ehrlich? Ihr könnt mir mal den Buckel runterrutschen, ihr hasserfüllten Paukenhauer, globalen Klassenclowns und mediengeilen Störenfriede. Ihr lauten Menschen. Kauft euch ’ne schalldichte Wutbox und tobt euch dort aus, haut euch gegenseitig die Köppe ein. Aber das würdet ihr niemals alleine machen. Ihr funktioniert nämlich nicht ohne uns, die Moderaten dieser Welt. Ihr braucht uns.

Von Kübra GümüşayMiGAZIN

Was wäre eine Demonstration muslimischer Extremisten ohne Publikum? Was wären die islamischen Hassprediger auf der einen Seite und Ayaan Hirsi Ali plus Henryk M. Broder auf der anderen ohne uns? Nichts. Sie brauchen uns, damit wir über sie diskutieren. Darüber, ob sie recht haben oder nicht. Ob es in Ordnung ist, wie sie sind, was sie tun und was das für Folgen haben könnte.

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Der Diener Gottes, ein Leiharbeiter

Liebe deinen Nächsten wie dich selbst – bei der Caritas liegt die Betonung auf „selbst“ Corbis

Billig, willig und leicht loszuwerden: Was früher Sklaven waren, sind heute Zeitarbeiter. Sogar kirchliche Organisationen schmeißen feste Mitarbeiter raus, um sie danach günstig zu leihen. Die Zeitarbeit ist zu einem juristischen Schlupfloch verkommen.

Von Martin Wehrle SpON

Wo soll die Nächstenliebe wohnen, wenn nicht in der Caritas, dem Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche? Wer, wenn nicht ein kirchlicher Arbeitgeber, könnte der profitgierigen Wirtschaft, die nur den Namen des schnellen Gewinns heiligt, als moralisches Vorbild dienen? In der Tat beherzigt die Caritas das Gebot „Liebe deinen nächsten wie dich selbst“ – mit Betonung auf „selbst“. Mit der Raffinesse eines Schmugglers ging der kirchliche Arbeitgeber beim Anheuern zum Beispiel im niedersächsischen Altenoythe vor.

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Jüdische Serie bei RTL?

Ein Münchener Filmemacher bemüht sich um eine regelmäßige Sendung zum Judentum im Fernsehsender RTL
Foto: TikkunGer / CC-BY-NC-ND

Gibt es bald ein jüdisches Magazin bei RTL? Der Filmemacher Janusch Kozminski will mit dem Fernsehmagazin „Die Jüdische Woche TV“ eine Sendung mit Nachrichten aus der jüdischen Welt und Erklärungen zum Judentum starten. Aber er hat viel Konkurrenz.

pro Medienmagazin

Lokale, regionale und internationale Nachrichten zum Judentum sollen laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in der geplanten Sendung eine Rolle spielen. Der Münchener Filmemacher Janusch Kozminski möchte zusammen mit dem Programmträger „Verein für jüdische Medien und Kultur“, der ebenfalls aus München stammt, einige der Sendeminuten aus der „Drittsendelizenz“ für sein Format beanspruchen. Diese Lizenz wird vom Rundfunkstaatsvertrag festgeschrieben und sieht vor, dass ein privater Fernsehsender ab einem durchschnittlichen Marktanteil von zehn Prozent eine wöchentliche Sendezeit von mindestens 260 Minuten unabhängigen Drittanbietern zur Verfügung stellen muss. Ein bekanntes Beispiel für ein solches „Fensterprogramm“ ist das Nachrichtenmagazin „Spiegel TV“, das abends auf RTL zu sehen ist.

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Wer baut das nächste Papamobil?

Bild: © DPA/Bildfunk/Nabil Mounzer

So kennt man ihn: Papst Benedikt XVI sitzt im Heck seines Papamobils und winkt der begeisterten Masse zu. Das Mercedes-Modell widerspricht aber dem Schöpfungsgedanken: Sein Verbrauch ist viel zu hoch, Umweltfreundlichkeit ist ein Fremdwort.

Von Katja Reith und Veit HengstFinancial Times

Das hat einen italienischen Unternehmer dermaßen gestört, dass er kurzerhand einen Designwettbewerb ausgeschrieben hat. Die Siegerehrung findet am Freitag statt. FTD.de zeigt einige Entwürfe der modernen Ökomobile.

Papst Benedikt XVI bei einem Besuch in der libanesischen Hauptstadt Beirut. Hier fährt er mit seiner Mercedes-G-Klasse durch die engen Gassen zwischen den Menschenmengen hindurch. Er sitzt im Heck dieses V8-Benziners, Energieeffizienzklasse G. Das kann nicht im Sinne des Schöpfers sein.

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