Kinderarzt kritisiert Beschneidung: „Sie dürfen Kinder nicht betäuben“


Das Werkzeug des Beschneiders – Anästhesie ist nicht dabei. Bild: dapd

Der Chef des Kinderärzteverbands sieht mehrere Widersprüche im Beschneidungsgesetz. Mängel bestünden vor allem in der Schmerzbehandlung.

Interview: Heide Oestreichtaz

taz: Herr Hartmann, der Gesetzentwurf zur Beschneidung erlaubt diese nur, wenn sie nach den Regeln der ärztlichen Kunst ausgeführt wird. Was heißt das?

Wolfram Hartmann: Das kann nur bedeuten, dass die Kinder bei diesem Eingriff mindestens lokal betäubt werden. Wir wissen aus der Schmerzforschung, dass Schmerzzäpfchen oder Salbe nicht annähernd ausreichen.

Genau die wenden aber jüdische Beschneider oft an.

Da liegt auch der Widerspruch in diesem Gesetzentwurf. Lokalanästhesien oder Narkosen dürfen nur Ärzte legen. Der Gesetzentwurf sagt aber, dass auch andere „befähigte“ Personen die Beschneidung durchführen dürfen. Die dürfen aber keine Spritzen und schon gar keine Narkose geben.

weiterlesen