Saudi-Arabien: UNO soll Meinungsfreiheit im Internet einschränken

Hinrichtung in Saudi-Arabien durch Köpfen, Bild: oocities.org

Saudi Arabien hält eine stärkere internationale Kooperation für „zwingend erforderlich“, um das Problem der Meinungsfreiheit im Internet anzugehen.

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Dabei müsse es vor allem um Fälle gehen, die „klar die öffentliche Ordnung missachten“, schreibt das Königreich in einem Kommentar zu einem Entwurf für ein Grundlagenpapier des Generalsekretariats der Internationalen Fernmeldeunion ITU für eine netzpolitische Konferenz im kommenden Jahr.

Als Beispiel führt der Kommentar die Verbreitung des Trailer für den anti-islamischen Film „Innocence of Muslims“ auf YouTube an. Dieses Mohammed-Video sei mit der klaren Absicht erstellt worden, Hass zu produzieren. Jeder vernünftige Mensch hätte gewusst, dass der Streifen Gewalt erzeugen würde. In der Tat seien viele unschuldige Menschen deswegen getötet oder verletzt worden. Weder die Autoren des Clips noch die Inhalteanbieter seien dafür zur Verantwortung gezogen worden.

Die Eingabe Saudi Arabiens, über die mehrere britische und US-amerikanische Medien Ende der Woche berichteten, stammt bereits vom 1. August und ist an das Vorbereitungsteam des fünften World Telecommunication/Information and Communication Technology Policy Forum (WTPF) der ITU gerichtet. Das Treffen der Uno-Institution soll Mitte Mai 2013 in Genf stattfinden. Der saudi-arabische Beitrag erfuhr längere Zeit kaum Beachtung.

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Hans Albert: Religion ist Teil der Probleme unserer Zeit

Hans Albert, Bild: wikibooks

Der Philosoph Hans Albert über Europa, Sozialismus, kritische Aufklärung und Religion

Von Peter MonnerjahnTELEPOLIS

Hans Albert, prominentester Vertreter eines aufgeklärten Kritischen Rationalismus in Deutschland und Nemesis aller Relativismus-Anhänger, stand uns für ein Interview Rede und Antwort, das unter der Leitfrage nach der Zukunft Europas stand. Auf dem Europäischen Forum Alpbach in Tirol, direkt nach dem Krieg und noch im Jahr 1945 ins Leben gerufen als Stätte übernationalen intellektuellen Austauschs, ist Albert zum 58. Mal präsent, er ist auch noch Mitglied des Kuratoriums des Forums, auch wenn man dort, wie er sagt, „nicht mehr auf mich hört“. Vor dem Hintergrund einer europäischen Wirtschaftskrise spricht der inzwischen 91-jährige Soziologe darüber, in welche Richtung Europa gehen sollte.

Herr Albert, wir treffen uns auf dem Europäischen Forum Alpbach in Tirol, an dem Sie seit über 50 Jahren teilnehmen. Verbinden Sie selbst etwas Besonderes mit der europäischen Idee?

Hans Albert: Dazu muss man wissen, dass die Veranstaltung zunächst Internationale Hochschulwochen hieß und erst später den heutigen Namen bekam. Der damalige Präsident, Otto Molden, hat dann die Politischen und die Wirtschaftsgespräche eingeführt. Molden wollte dann auch in jedem europäischen Staat eine Europäische Föderalistische Partei gründen und dann aus Europa einen föderalen Bundesstaat machen, wenn diese Partei erst einmal überall die Mehrheit hat. Natürlich eine völlig utopische Idee. Und mich wollte er zum Gauleiter von Köln machen.

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2. Vatikanisches Konzil: Nicht der Papst ist das Problem!

50 Jahre nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil fordert „Wir sind Kirche“, nicht dem konservativen Zeitgeist zu folgen, sondern dem Geist des Aufbruchs von damals.

Interview: Arno Frank taz

taz: Herr Weisner, vor 50 Jahren eröffnete Papst Johannes XXIII. das Zweite Vatikanische Konzil, mit dem sich die katholische Kirche der Welt zuwenden wollte. Kann es sein, dass dieses Konzil bis heute nicht zu Ende ist?

Christian Weisner: Wer die Konzilszeit miterlebt hat, weiß, dass es damals einen echten Aufbruch gegeben hat, den wir uns heute nur schwer vorstellen können. Die katholische Kirche hat sich selbst erstmals als Weltkirche erlebt. Die progressiven Bischöfe waren eindeutig in der Mehrheit. Nur wurde davon viel zu wenig im Kirchenrecht umgesetzt. Vor allem ist es bis heute nicht gelungen, das Machtzentrum, die römische Kurie, zu reformieren.

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Millionen Dokumente deutsch-jüdischer Geschichte im Netz

Bild: bruchsal.org

Eines des größten Archive zur deutsch-jüdischen Geschichte wird über das Internet erschlossen. Das New Yorker Leo Baeck Institute stellt mehr als 3,5 Millionen Seiten Dokumente sowie Fotografien kostenlos ins Netz.

FOCUS ONLINE

Dazu gehören Bücher, Briefe und Erinnerungsberichte, die die Kultur und die Errungenschaften des deutschsprachigen Judentums darstellen. Das Projekt wird an diesem Dienstag (16. Oktober) im Jüdischen Museum Berlin vorgestellt.

Zu „DigiBaeck“ gehören auch Abbildungen von mehr als 2000 Kunstwerken, 25 000 Fotografien sowie 2000 unveröffentlichte Memoiren in mehr als einem Dutzend Sprachen, die in den vergangenen Jahren in höchster Auflösung digitalisiert wurden. Das Archiv bietet etwa Material von Martin Luther, Moses Mendelssohn, Franz Rosenzweig, Martin Buber und Joseph Roth.

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»Ur-Europa« und braune Esoterik

Screenshot Brightsblog

Als „Gemeinnützige Gesellschaft für prähistorische Geschichte, Kultur und Religion“ beschreibt sich ganz harmlos der Verein „Ur-Europa“, der am Wochenende in Duderstadt bei Göttingen tagt. Wie tief der Verein aber in die völkische Esoterik rechter Machart verstrickt ist, zeigt nicht nur ein Blick auf die Referenten. Dazu gehört auch die Beschäftigung des Vereins mit dem Leben und Wirken von Herman Wirth, dem Mitbegründer der an die SS angegliederte Forschungs- und Lehrgemeinschaft „Deutsches Ahnenerbe“.

Von Kai BudlerPUBLIKATIVE.ORG

Ziel des „Ahnenerbes“ war das Erforschen von „Raum, Geist und Tat des nordischen Indogermanen“, die Ergebnisse sollten dem deutschen Volk vermittelt werden. Bereits 1928 hatte Wirth das Werk „Der Aufgang der Menschheit. Untersuchungen zur Geschichte der Religion, Symbolik und Schrift der Atlantisch-Nordischen Rasse“ vorgelegt. In dessen erstem Band versucht er sich an dem Beweis, dass die Hochkulturen dieser Welt auf die angeblich überlegene germanische „Rasse“ zurück zu führen sind. Für ihn war die „urnordische Rasse das Bindeglied der Menschheit“.

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