2. Vatikanisches Konzil: Nicht der Papst ist das Problem!


50 Jahre nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil fordert „Wir sind Kirche“, nicht dem konservativen Zeitgeist zu folgen, sondern dem Geist des Aufbruchs von damals.

Interview: Arno Frank taz

taz: Herr Weisner, vor 50 Jahren eröffnete Papst Johannes XXIII. das Zweite Vatikanische Konzil, mit dem sich die katholische Kirche der Welt zuwenden wollte. Kann es sein, dass dieses Konzil bis heute nicht zu Ende ist?

Christian Weisner: Wer die Konzilszeit miterlebt hat, weiß, dass es damals einen echten Aufbruch gegeben hat, den wir uns heute nur schwer vorstellen können. Die katholische Kirche hat sich selbst erstmals als Weltkirche erlebt. Die progressiven Bischöfe waren eindeutig in der Mehrheit. Nur wurde davon viel zu wenig im Kirchenrecht umgesetzt. Vor allem ist es bis heute nicht gelungen, das Machtzentrum, die römische Kurie, zu reformieren.

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