Hans Albert: Religion ist Teil der Probleme unserer Zeit


Hans Albert, Bild: wikibooks

Der Philosoph Hans Albert über Europa, Sozialismus, kritische Aufklärung und Religion

Von Peter MonnerjahnTELEPOLIS

Hans Albert, prominentester Vertreter eines aufgeklärten Kritischen Rationalismus in Deutschland und Nemesis aller Relativismus-Anhänger, stand uns für ein Interview Rede und Antwort, das unter der Leitfrage nach der Zukunft Europas stand. Auf dem Europäischen Forum Alpbach in Tirol, direkt nach dem Krieg und noch im Jahr 1945 ins Leben gerufen als Stätte übernationalen intellektuellen Austauschs, ist Albert zum 58. Mal präsent, er ist auch noch Mitglied des Kuratoriums des Forums, auch wenn man dort, wie er sagt, „nicht mehr auf mich hört“. Vor dem Hintergrund einer europäischen Wirtschaftskrise spricht der inzwischen 91-jährige Soziologe darüber, in welche Richtung Europa gehen sollte.

Herr Albert, wir treffen uns auf dem Europäischen Forum Alpbach in Tirol, an dem Sie seit über 50 Jahren teilnehmen. Verbinden Sie selbst etwas Besonderes mit der europäischen Idee?

Hans Albert: Dazu muss man wissen, dass die Veranstaltung zunächst Internationale Hochschulwochen hieß und erst später den heutigen Namen bekam. Der damalige Präsident, Otto Molden, hat dann die Politischen und die Wirtschaftsgespräche eingeführt. Molden wollte dann auch in jedem europäischen Staat eine Europäische Föderalistische Partei gründen und dann aus Europa einen föderalen Bundesstaat machen, wenn diese Partei erst einmal überall die Mehrheit hat. Natürlich eine völlig utopische Idee. Und mich wollte er zum Gauleiter von Köln machen.

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1 Comment

  1. Es wird immer abgehobene Spinner geben, die weitab von der Realität in ihrem vermeintlichen Gelehrtenturm irgendwelche Wahnideen umsetzen wollen. Religion in den „Händen“ solcher Wahnwitzigen war seit jeher das Problem der Menschheit und hat unendlich viel Leid, Not und Elend verursacht.

    Das Europa der Völker (blödes Wort) funktioniert nur als Union in Wirtschaft und Finanzen mit poltischer und militärischer Macht, die Griechen und Portugiesen haben genau das sehr teuer bewiesen. Ein Club national beprägter Spinner ist auf dem besten Weg Europa zum politischen Albtraum zu machen.

    Die Flamen in Belgien und Holland, die Basken und Catalanen in Spanien, die Nordiren und Schotten in Groß-Britanien, die Sorben und Bayern in Deutschland, die Südtiroler und Sarden in Italien und viele andere Grüppchen meinen so ein divergierender Interessenverbund von 300 – 500 Trachtengruppen jeweils mit eigenem Dialekt und Musikkapelle würde eine einheitlich Meinung und Politik finden, die in einer globalen Welt eine Stimme hätte. Was für ein Riesenhaufen hirnloser Träumer. Aus unser Geschichte lernen bedeutet nicht sie zu glorifizieren und die Fehler zu wiederholen

    Als praktizierender Europäer seit 1967 in verschiedenen EU-27 Ländern lebend meine ich, man sollte sich entschieden gegen diese Anfänge einer Zersplitterung wehren

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