»Ur-Europa« und braune Esoterik


Screenshot Brightsblog

Als „Gemeinnützige Gesellschaft für prähistorische Geschichte, Kultur und Religion“ beschreibt sich ganz harmlos der Verein „Ur-Europa“, der am Wochenende in Duderstadt bei Göttingen tagt. Wie tief der Verein aber in die völkische Esoterik rechter Machart verstrickt ist, zeigt nicht nur ein Blick auf die Referenten. Dazu gehört auch die Beschäftigung des Vereins mit dem Leben und Wirken von Herman Wirth, dem Mitbegründer der an die SS angegliederte Forschungs- und Lehrgemeinschaft „Deutsches Ahnenerbe“.

Von Kai BudlerPUBLIKATIVE.ORG

Ziel des „Ahnenerbes“ war das Erforschen von „Raum, Geist und Tat des nordischen Indogermanen“, die Ergebnisse sollten dem deutschen Volk vermittelt werden. Bereits 1928 hatte Wirth das Werk „Der Aufgang der Menschheit. Untersuchungen zur Geschichte der Religion, Symbolik und Schrift der Atlantisch-Nordischen Rasse“ vorgelegt. In dessen erstem Band versucht er sich an dem Beweis, dass die Hochkulturen dieser Welt auf die angeblich überlegene germanische „Rasse“ zurück zu führen sind. Für ihn war die „urnordische Rasse das Bindeglied der Menschheit“.

„Rassistisch, faschistisch und antsemitisch“

Offenbar kein Problem für „Ur-Europa“, schließlich war der Verein aus der 1954 unter Wirths Mitwirken gegründeten „Gesellschaft für europäische Urgemeinschaftskunde/Herman Wirth Gesellschaft“ hervor gegangen. Bei ihren Tagungen referierte u.a. der Gründer des inzwischen verbotenen rechtsextremen Collegium Humanum, Hans Georg Haverbeck. Als Teilnehmer wurden u.a. die Neonazis Steffen Hupka und Frank Rennicke begrüßt. Bis heute arbeitet der Nachfolger „Ur-Europa“ ideologisch an der Konstruktion einer höherwertigen, nordisch-germanischen Rasse – benannt wird dies freilich nicht mehr so deutlich.

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