»Ad aspera ad astra« Sternenstaub oder Erdenstaub


Hubble Deep Space, zu sehen sind keine Sterne, sondern Galaxien, mit Milliarden von Sternen. bild: nasa

In perfekt klarer Nacht lassen sich am Himmel etwa 3.000 bis 6.000 Sterne mit bloßem Auge ausmachen. Für Jahrtausende war es das Abbild des gesamten Kosmos, und es erschien unvorstellbar, dass moderne naturwissenschaftliche Erkenntnisse eine ganz andere Realität zeigen würden. Es ist noch nicht lange her, da galt unsere Heimatgalaxie, die Milchstraße, als einzige Galaxie des gesamten Kosmos.

Ein Kommentar von Wolfgang JähnigAG Evolutionsbiologie

Im Jahre 1923 erkannte der amerikanische Astronom Edwin Hubble mit Hilfe eines neuartigen, riesigen Spiegelteleskops, dass es sich beim Andromedanebel um eine eigene Galaxie handelt mit unzähligen Sternen.

Mittlerweile stehen den Astronomen neben den landgestützten Teleskopen auch hochleistungsfähige Weltraumteleskope, wie z.B. das berühmte Hubble-Teleskop, zur Verfügung. Mit Hilfe der Rechenleistung von Supercomputern kann die Entstehung des Universums zurückverfolgt werden bis an den Rand des beobachtbaren Kosmos. Vorausgesetzt, die Lichtgeschwindigkeit mit annähernd 300.000 km pro Sekunde ist tatsächlich konstant, so muss die gerade noch beobachtbare äußerste Region mindestens 45 Milliarden Lichtjahre von uns entfernt sein. Damit hat allein der beobachtbare Kosmos ein unvorstellbares Ausmaß. Astronomen schätzen, dass allein in unserer Galaxie über 100 Milliarden Sterne existieren, und es wird die Existenz von über 100 Milliarden Galaxien geschätzt (1). Bei alledem macht es der enorme Erkenntniszuwachs im Internet-Zeitalter für den wissenschaftlich interessierten Laien allerdings immer schwieriger, noch durchzublicken.

Anhand der aktuellen Literatur sei auf ein Buch des englischen Astronomen Paul Murdin mit dem Titel „Geheimnisse des Universums. 65 große astronomische Entdeckungen“, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2009, 342 S. hingewiesen (2). Daneben ist eine Veröffentlichung von Harald Lesch und Harald Zaun „Die kürzeste Geschichte allen Lebens – Eine Reportage über 13,7 Milliarden Jahre Werden und Vergehen“ (Piper 2009, Taschenbuch) sehr aufschlussreich.

Bei diesem Kommentar soll der Urknall außen vor bleiben; es soll um die riesige Anzahl der Sterne im Universum gehen – und Kreationisten oder ID-Strategen können die Masse an Sternen nicht leugnen. Einem möglichen „Intelligenten Designer“ hätte eine einzige Galaxie mit Millionen von Sternen – genau genommen eigentlich sogar die Erde, unsere Sonne und unser Mond – genügt. Hier gibt es Erklärungsbedarf: Wozu diese Masse von Sternen, die in unserem Universum existieren?

weiterlesen

2 Comments

  1. Es ist nicht nur das Auflöungsvermögen der Teleskope, sondern auch die enorme komplexe Technik dahinter

    Vor einigen Jahren hat man einen dunklen und damit scheinbar leeren Fleck im Himmel einige Hundert Stunden lang belichtet, schon waren da Millionen Sterne und unzählbare Galaxien zu sehen. Heute macht man das mit Belichtungen von einigen Hundert Tagen und mehreren benachbarten Flecken, die dann im Coputer zu einem riesigen Gesamtbild zusammen montiert werden. Damit ist man bis auf etwa 13,4 Milliarden Lichtjahre gekommen, also Teile des Universums rund 400 Millionen Jahre nach dem Urknall.

    Trotzdem ist für unsere religiotischen Mitbürger die Erde als Zentrum der Welt nur 6.000 bis .9.000 Jahre alt und das Licht vom Rand des Universums hat die Erde schon am ersten Teg erreicht. Gott hat es so in die Bibel diktiert und der all-wissende Papst bestätigt es auf dem 1.ten vatikanischen Konzil – auf ewig wahr und verbindlich

    Liken

  2. Prima Artikel!
    Dazu siehe auch Albert Einstein über die Bibel, die ja dem kreationistischen Unfug zugrunde liegt.

    „Das Wort Gott ist für mich nichts als Ausdruck und Produkt menschlicher Schwächen, die Bibel eine Sammlung ehrwürdiger, aber doch reichlich primitiver Legenden. […] aus seinem Brief vom 3. Januar 1954 an den Philosophen Erich Gutkind, der Einstein eine Kopie seines Buches „Entscheide dich für das Leben: Der biblische Aufruf zur Revolte“ geschickt hatte. Zitiert im Tagesspiegel vom 15.05.2008, vollständige Transkription des Briefes bei reddit.com

    Quelle Wikiquote, Abschnitt Religion
    http://de.wikiquote.org/wiki/Albert_Einstein

    Liken

Kommentare sind geschlossen.