Psychiatrischer Genetik: Genetik und Eugenik


Bild: LMU Klinikum München

Bis einschließlich Donnerstag versammeln sich in Hamburg diverse Kräfte aus psychiatrischer Wissenschaft, Forschung und Praxis zum »XX. Weltkongreß der psychiatrischer Genetik«.

Von Birgit Gärtner jW

Allesamt hängen sie einer Lehre an, die besagt, von gesellschaftlichen Normen abweichendes Verhalten sei vererbbar. Gesellschaftliche Einflüsse und subjektive Lebensbedingungen als Ursache für psychische Störungen werden damit in Abrede gestellt. Dieser Wahnsinn hat Methode, findet die Bundesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie-Erfahrener (BPE) und erinnert an die faschistische Ideologie der Eugenik.

Diskutiert werden auf dem 20. Weltkongreß Themen wie »die Architektur des Gehirns« oder »die genetische Architektur psychischer Störungen«. Der Kongreß wird neben dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, der Universität Bonn und der Stadt Hamburg von Konzernen wie Hoffmann-La Roche, Johnson und Johnson sowie dem dänischen Pharmakonzern Lundbeck unterstützt.

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3 Comments

  1. So funktioniert es nicht.
    Man muß sich schon etwas tiefer in die Materie hineinbegeben.
    Vererbt wird eine Anlage.
    Ob und wie die Anlage dann zur ausbildung kommt, ist von weiteren Faktoren abhängig.
    Natürlich kann man Pech haben – das sind dann Behinderungen.
    Dem Rest ist nix hinzuzufügen. Entscheidungsfreiheit (in bestimmten Parametern)

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  2. Sorry, aber die Produktion von bestimmten Neurotransmittern die schizoide Psychosen/“Hören von Stimmen“ auslösen sind erblich. Ich selbst war bei der Behandlung einer ganzen Familie involviert bei denen hatten es alle weiblichen Nachfahren hatte (3 Töchter/dominant) auch Epilepsie etc. ist erblich.
    Psychopathie, d.h. krankhaft verkleinerte Amygdala oder Störung der neuronalen Kommunikation, sodass die betroffene Person kein Mitgefühl empfinden kann (Gar nicht weiß wie sich das anfühlt) kann im hohen Maße erblich sein.
    Das bedeutet aber auch nicht dass Psychopathen häufig straffällig werden. Tatsächlich werden im Durchschnitt nur etwa 3,7% der Menschen die Kein Mitleid empfinden strafrechtlich relevant. Erblich ist es dennoch.

    Es ist eine eher wahnhafte Illusion zu meinen man könne die biologischen Fundamente wegrelativieren.
    Gerade die Soziologie watet im Bezug auf neurowissenschaftlichen Tatsachen sehr häufig mit pseudowissenschaftlicher Scharlatanerie auf, die nur von der Homöopathie übertroffen wird.

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  3. Klingt irgendwie fast so, als sei „von gesellschaftlichen Normen NICHT abweichendes Verhalten“ auch genetisch.
    Oha, „Brave New World“?

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