Ägypten: Kein Kopftuch, Lehrerin schneidet Haare ab

Bild: allmystery.de

Zwei ägyptische Schülerinnen wollten ihr Haupt nicht bedecken, da griff die Lehrerin zur Schere – und schnitt ihnen die Haare ab. Ein Vater beschwerte sich, jetzt musste die Frau die Schule verlassen. Christen und Säkulare fürchten ein Erstarken des Islamismus.

SpON

Ein neuer Fall von extremer Religionsausübung sorgt in Ägypten für heftige Debatten: Eine Lehrerin ist von der Schule verwiesen worden, weil sie angeblich „im Spaß“ zwei zwölfjährigen Schülerinnen einen Teil der Haare abgeschnitten hatte. Der Gouverneur der Provinz Luxor nannte den Vorfall „beschämend“, die Lehrerin sei versetzt worden.

Eine Frauenrechtsorganisation verurteilte die Aktion als eine Verletzung der Menschenrechte: Der Nationale Rat für Frauen teilte mit, der Vorgang verletze „ägyptisches Recht, Menschenrechte und Kinderrechte“.

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Recht: Bewerberin mit Kopftuch siegt vor Gericht

Frau mit Kopftuch: Auf dem Arbeitsmarkt oft mit wenig Chancen ©dapd

Eine Muslimin bewirbt sich als Azubi beim Zahnarzt. Der Doktor findet sie kompetent, nur ihr Kopftuch mag er nicht. Weil die Frau sich weigert es abzulegen, wird sie nicht eingestellt. Es kommt zum Rechtsstreit. Der Klägerin wird eine Entschädigung zugesprochen – ein wegweisendes Urteil.

Von Anna ReimannSpON

Der Zahnarzt aus Berlin-Spandau hätte sich wohl nicht träumen lassen, dass aus der jungen Bewerberin mit Kopftuch ein Fall werden würde, der in der deutschen Rechtssprechung bislang ohne Beispiel ist.

Im Sommer 2011 kommt die aus dem Irak stammende Berlinerin in die Praxis. Sie hat gerade ihr Abitur gemacht, nun will sie ins Berufleben einsteigen, am liebsten mit einer Ausbildung zur Zahnarzthelferin. Die Stelle ist ausgeschrieben. Der Zahnarzt ist offensichtlich angetan von der jungen Frau, hält sie für kompetent, sie würde gut ins Team passen.

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Je religiöser, desto homophober

Das Kreuz mit den Religionen

Ein Fünftel der Bürger in NRW hat einer Studie zufolge Vorurteile gegen Schwule und Lesben. Je gläubiger die Befragten waren, desto größer war ihre Homophobie. Personen ohne Religionszugehörigkeit neigten viel weniger zu homophoben Einstellungen.

Kölner Stadt-Anzeiger

In Nordrhein-Westfalen neigt einer Studie zufolge ein Fünftel der Bevölkerung zu Vorurteilen gegenüber Lesben und Schwulen. Mit zunehmender Religiosität nehme auch die Homophobie zu, wie Beate Küpper von der Hochschule Niederrhein als Mitautorin der Studie am Mittwoch in Düsseldorf eine Kernaussage erläuterte. Eine Sonderauswertung der Langzeitstudie „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ hatte die Düsseldorfer Emanzipationsministerin Barbara Steffens (Grüne) in Auftrag gegeben.

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Schweiz: Evangelikale missionieren bei Asylsuchenden

Muslime erhoffen sich mit der Konvertierung zum Christentum grössere Chancen für ein Bleiberecht.

Von Claudia Blumer, Hugo StammBasler Zeitung

Freikirchlich-evangelikale Gruppen intensivieren seit längerem die Kontakte zu Muslimen in der Schweiz, um sie zum Christentum zu bekehren. Besonders fruchtbar sind solche Bemühungen bei Asylsuchenden, die auf eine Bleibebewilligung hoffen und deshalb jede Unterstützung annehmen. Dies machen sich einige Organisationen zunutze. So hat die Arbeitsgemeinschaft Religionsfreiheit im Juli 2012 eine Beratungsstelle eröffnet für Asylsuchende, die bereit sind, zum Christentum zu konvertieren, oder die dies bereits getan haben.

Betroffene werden juristisch und administrativ beraten, zudem erhalten sie Kontakte zu Medien, Verwaltung und Politik. Doch ganz unbürokratisch ist die Hilfe nicht: Zuerst müssen Antragsteller ihre Zugehörigkeit zum Christentum beweisen.

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