Recht: Bewerberin mit Kopftuch siegt vor Gericht


Frau mit Kopftuch: Auf dem Arbeitsmarkt oft mit wenig Chancen ©dapd

Eine Muslimin bewirbt sich als Azubi beim Zahnarzt. Der Doktor findet sie kompetent, nur ihr Kopftuch mag er nicht. Weil die Frau sich weigert es abzulegen, wird sie nicht eingestellt. Es kommt zum Rechtsstreit. Der Klägerin wird eine Entschädigung zugesprochen – ein wegweisendes Urteil.

Von Anna ReimannSpON

Der Zahnarzt aus Berlin-Spandau hätte sich wohl nicht träumen lassen, dass aus der jungen Bewerberin mit Kopftuch ein Fall werden würde, der in der deutschen Rechtssprechung bislang ohne Beispiel ist.

Im Sommer 2011 kommt die aus dem Irak stammende Berlinerin in die Praxis. Sie hat gerade ihr Abitur gemacht, nun will sie ins Berufleben einsteigen, am liebsten mit einer Ausbildung zur Zahnarzthelferin. Die Stelle ist ausgeschrieben. Der Zahnarzt ist offensichtlich angetan von der jungen Frau, hält sie für kompetent, sie würde gut ins Team passen.

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2 Comments

  1. Der Man ist sicher ein guter Zahnarzt, vom Arbeitsrecht hat er dafür kaum Ahnung.
    Unabhängig von dem was in einem Bewerbungsgespräch gesagt wurde, kann man hinterher jeden Bewerben ablehnen mit dem schlichten Hinweis, dass seine Qualifikation nicht den besonderen Anforderung der Firma entspricht. Jedes weitere Detail in der Ablehnung ist von Übel, allerdings wünscht man noch Erfolg für den weiteren Berufsweg.

    Was die besonderen Anforderung sind, das ist natürlich ein Betriebsgeheimnis und wird nicht preisgegeben.

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  2. Ihr gefällt das Kopftuch, dem potentiellen Brötchengeber nicht.
    Das sollte allen Arbeitgebern zu denken geben, wenn sie in die Verlegenheit kommen sollten, sich mit verbohrten Religioten einzulassen. Mit Gutmenschentum kommt man, bei unserer Rechtsprechung sowieso, da nicht weiter. In solchen Fällen hilft nur die Ratio. (Man muss ja nicht mit jedem Bewerber ein Bewerbungsgespräche führen.) Wo das hinführt, davon kann der Berliner Zahndoktor jetzt ein Liedchen singen. Hätte sich die junge Frau etwas von ihrem hohen Ross begeben und wäre ohne das (provozierende) Kopftuch zum Vorstellungstermin erschienen, hätte sie den Job bzw. die Ausbildungsstelle mit Sicherheit bekommen. Wenn sie allerdings auf dem bescheuerten, symbolisierenden Kopfschmuck besteht, sollte sie sich doch bitteschön in einem islamischen Land um eine Stelle umsehen. Ich wünsche ihr jedenfalls viel Erfolg.
    (Wenn sich ein Mädchen aus Bayern, in einem Dirndl, in Bagdad um eine Ausbildungsstelle bewerben würde, hätte sie da gegebenenfalls auch die Chance eine Entschädigung zu erhalten ? Oder müsste sie vielleicht nicht eher um eine Begnadigung zittern ?)

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