Kirche will Mehrheit von Uruguays Abgeordneten exkommunizieren

foto: reuters/stappf
Senatoren stimmen für das neue Abtreibungsgesetz, die Kirche will sie exkommunizieren

Die katholische Kirche in Uruguay erwägt nach einem Bericht der Tageszeitung „El Observador“ (Donnerstag) die Exkommunizierung von Parlamentariern, die für das neue Abtreibungsgesetz gestimmt haben.

derStandard.at

„Die automatische Exkommunizierung erfolgt, wenn eine Person eine Abtreibung direkt unterstützt, und dies ist eine direkte Unterstützung“, zitiert das Blatt den Generalsekretär der Uruguayischen Bischofskonferenz, Bischof Heriberto Bodeant.

Der Senat Uruguays hatte am Mittwoch einem Abtreibungsgesetz zugestimmt. Uruguay ist damit nach Kuba und Guyana das dritte Land innerhalb Lateinamerikas, das einen Schwangerschaftsabbruch innerhalb der ersten zwölf Wochen legalisiert hat.

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Kreuz.net-Hetze gegen Dirk Bach ist keine Ausnahme

Bild: publikative.org

Die katholische Rechte in Deutschland sammelt sich um die menschenverachtende Seite kreuz.net. Durch einen ekelerregenden Artikel über den Tod des Komikers Dirk Bach rückt dies nun wieder in den Fokus medialer Beachtung. Doch kreuz.net ist nicht die Ausnahme.

Von Philip SaßPublikative.org

Nach der Veröffentlichung eines kreuz.net-Artikels zum Tode des Komikers und Moderators Dirk Bach ging eine Welle der Empörung durchs Internet: Entsetzen mischte sich mit Wut und ungläubigem Staunen. Konnte der „Nachruf“ namens „Jetzt brennt er in der ewigen Homo-Hölle“ tatsächlich ernst gemeint sein, oder handelte es sich bei kreuz.net nicht doch eher um eine Satireplattform? Dass sich die Deutsche Bischofskonferenz nach Bekanntwerden des beleidigenden kreuz.net-Artikels über Dirk Bach postwendend von der Seite distanzierte, ist gut, aber zu wenig. Die neuen Versuche, die Verantwortlichen des rechtsradikalen Portals ausfindig zu machen, dürften unterdessen zum Scheitern verurteilt sein

Auf Facebook wurden in wenigen Tagen dutzende neue Gruppen mit Titeln wie „Kreuz.net wird dicht gemacht“ oder „Abschaltung des Portals kreuz.net in Deutschland“ erstellt, überregionale Zeitungen berichteten und auf Twitter gaben einige User/innen bekannt, Strafanzeige gegen kreuz.net gestellt zu haben. Dieser Aktionismus mag gut gemeint sein, er wird indes vermutlich fruchtlos bleiben: Denn schon seit Jahren wird eifrig versucht, die Verantwortlichen der Seite ausfindig zu machen und vor Gericht zu stellen. Da die Server nicht in Deutschland stehen und völlig unklar ist, wer kreuz.net betreibt, waren die Erfolgsaussichten bislang sehr übersichtlich. Inwiefern sich das mit dem „Kopfgeld“ ändert, das der Bruno Gmünder Verlag auf Informationen über die kreuz.net-Macher ausgesetzt hat, bleibt abzuwarten.

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Vatikan warnt vor nicht anerkannten Ritterorden

Bild: eigel.net

Klarstellung, weil es zu Täuschungen u.a. durch „Templer“ kam

kathweb

Der Vatikan hat die Katholiken vor kirchlich nicht anerkannten Ritterorden gewarnt. Der Heilige Stuhl erkenne die eigenen vatikanischen Ritterorden an – Orden der Christusritter; Orden vom Goldenen Sporn; Piusorden; Gregoriusorden; Silvesterorden -; darüber hinaus gebe es die Anerkennung nur für zwei weitere Orden: den Souveränen Malteser-Ritterorden und den Orden vom Hl. Grab in Jerusalem (Grabesritter), heißt es in einer Mitteilung des vatikanischen Staatssekretariats.

Alle anderen Rittergemeinschaften besäßen keine kirchliche Anerkennung, ihre Dokumente und Auszeichnungen hätten keine kirchliche Gültigkeit, sie dürften keine Spenden sammeln. Prinzipiell sollten ihnen keine Kapellen oder Kirchen zu sogenannten Investiturfeiern zur Verfügung gestellt werden.

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US-Uniform steht über Religion – Attentäter wird rasiert

Er kann sich nicht auf seine Religion berufen und als US-Soldat einen Bart tragen: Nidal Hasan.(Foto: Reuters

Bei der Aufarbeitung des Massakers auf dem US-Militärstützpunkt Fort Hood sorgt der Bart des mutmaßlichen Todesschützen Nidal Hasan wochenlang für Aufregung. Jetzt steht fest, der Bart muss ab. Der Terrorist könne sich als US-Soldat nicht auf seine Religion berufen und daher mit Haaren im Gesicht vor einem Militärgericht erscheinen.

n-tv

Der mutmaßliche Todesschütze vom US-Militärstützpunkt Fort Hood muss mit einer Zwangsrasur seines Bartes rechnen. Die Militärrichter eines Berufungsgerichts entschieden, dass von den Angeklagten Nidal Hasan die Entfernung des Barts erwartet werden kann. Der US-Soldat wird beschuldigt, im November 2009 auf der Militärbasis Fort Hood im Bundesstaat Texas zwölf Kameraden und einen Zivilisten erschossen sowie 32 weitere Menschen verletzt zu haben.

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Der Pseudo-Anti-Antisemitismus religionskritischer Think-Tanks

screenshot brightsblog, Themenbild

Beobachter der antimuslimischen Hetzseite „Politically Incorrect“ (PI) sind während der Beschneidungsdebatte mehrfach mit der „Giordano-Bruno-Stiftung“ (GBS) konfrontiert worden, einem Think-Tank für „evolutionären Humanismus“. Alles nur Zufall – oder gibt es ideologische Verbindungen?

Von Adah Gleich und Roland SieberPublikative.org

Mit ca. 4.000 Fördermitgliedern ist die GBS die größte atheistisch-religionskritische Organisation des deutschsprachigen Raums. „Gotteswahn“-Autor Dr. Richard Dawkins ist Preisträger der Stiftung.

Bereits 2008 startete die GBS die erste „Kritische Islamkonferenz“. Hier wurde offenkundig ein Nährboden geschaffen, um eine populärwissenschaftliche Islamfeindlichkeit kombiniert mit Überlegenheitsdünkel in Worte zu fassen. Auffällig war die Teilnahme von Islamkritikern bis Islamhassern aller Couleur.

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