Florida: Hinrichtung von geisteskrankem Mörder ausgesetzt

John Ferguson (Bild: Florida Dept. of Corrections)

John Ferguson sieht sich selbst als „Herrgott“, der mit Spezialkräften von der Sonne ausgestattet ist. Und er ist ein mehrfacher Mörder. In Florida soll der 64-Jährige dafür hingerichtet werden. Doch die Tötung des Mannes wird kurzfristig abgesagt. Über die Straffähigkeit des paranoid Schizophrenen muss neu verhandelt werden.

n-tv.de

Im US-Bundesstaat Florida ist auf Anweisung des Obersten Gerichtshofs der USA die Hinrichtung eines geistig kranken Mehrfachmörders in letzter Minute ausgesetzt worden. Laut einem Justizdokument wies das Gericht einen Einspruch Floridas gegen eine Entscheidung eines Berufungsgerichts zurück, das die Hinrichtung gestoppt hatte. John Ferguson, der sich selbst als „Herrgott“ bezeichnet, leidet laut seinen Anwälten an paranoider Schizophrenie.

Eigentlich sollte Ferguson am Dienstagabend hingerichtet werden. Der Oberste Gerichtshof war in dem Fall bereits zwei Mal angerufen worden. Das Berufungsgericht in Florida gab nun dem Bundesstaat und der Verteidigung bis zum 6. November Zeit, ihre Positionen in dem Fall erneut darzulegen, bevor ein abschließendes Urteil zum Geistzustand und damit zur Straffähigkeit des 64-Jährigen fallen soll.

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USA: Schwangerschaften nach Vergewaltigungen sind Gottes Wille

Mourdock / Bild: (c) AP

US-Senatskandidat Mourdock sagt, auch Schwangerschaften nach Vergewaltigungen seien von Gott beabsichtigt. Romney geht auf Distanz.

Die Presse

Erneut ist ein US-Republikaner wegen einer Bemerkung zu Schwangerschaften infolge von Vergewaltigungen in die Kritik geraten. „Ich habe lange mit mir gerungen und bin zu der Erkenntnis gekommen, dass das Leben ein Geschenk Gottes ist“, sagte der US-Senatskandidat Richard Mourdock am Dienstag. Und weiter: „Ich denke, selbst wenn das Leben in der furchtbaren Situation einer Vergewaltigung beginnt, ist dies etwas, das Gott beabsichtigt hat zu geschehen.“ Abtreibung lehne er daher ab – außer bei Gefahr für das Leben der Mutter.

„Schockiert und beschämt“

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney distanzierte sich rasch von seinem Parteifreund, während die Demokraten auf einen früheren Wahlkampfspot verwiesen, in dem Romney seine Unterstützung für die Kandidatur Mourdocks geäußert hatte.

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Pius-Brüder feuern Holocaust-Leugner Williamson

Archivbild: Richard Williamson / Bild: EPA

Der heute 72-jährige Williamson hatte 2008 den Mord an sechs Millionen Juden durch die Nazis und die Existenz von Gaskammern bestritten.

Die Presse

Der erzkonservative Bischof Richard Williamson ist von der vom verstorbenen Konzilsgegner Erzbischof Marcel Lefebvre gegründeten traditionalistischen Priesterbruderschaft „St. Pius X.“ ausgeschlossen worden. Dies teilte die Bruderschaft in einer Presseaussendung nach Angaben italienischer Nachrichtenagenturen am Mittwoch mit.

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Der Islam und der Westen

Salafisten in Deutschland (Bild: DW)

Die Menschen in den islamischen Ländern haben den Glauben an die Moralpredigten verloren, die der Westen über Demokratie abhält. Zu oft erscheinen die USA und Europa nur als Vertreter eigener Interessen. Karikaturen oder Schmähvideos sind Anlässe, diese aufgestaute Wut zu entladen. Genau das machen sich die Salafisten zunutze.

Sueddeutsche | Mouhanad Khorchide

Das Verhältnis der islamischen zur westlichen Welt war in den vergangenen Jahrzehnten ambivalent. Der 11. September markierte sicherlich einen Wendepunkt in den Beziehungen beider Welten. Danach kamen der Afghanistan- und der Irakkrieg. Der israelisch-palästinensische Konflikt scheint kein Ende nehmen zu wollen, das Atomprogramm Irans hat die Gefahr eine militärischen Auseinandersetzung zwischen einem islamischen Land und „dem Westen“ weiter vergrößert. Doch in keinem dieser Fälle handelt es sich nur um einen Konflikt zwischen dem Westen und der islamischen Welt beziehungsweise um eine religiöse Auseinandersetzung zwischen dem Islam und dem Christentum. Die Sache ist komplizierter.

In Europa leben inzwischen etwa 20 Millionen Muslime. Wenn wir von der westlichen Welt reden, dann schließt dies auch diese 20 Millionen Menschen ein, die inzwischen zu Europa gehören. Die Trennung zwischen islamischer und westlicher Welt ist daher irreführend. Sie suggeriert, dass es hierbei um eine kulturelle Spaltung zwischen zwei Wertesystemen geht.

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Türkei: „Minderheitenpolitik menschenrechtsfeindlich“

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) erklärte am  Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Düsseldorf, die Türkei sei für die EU nicht beitrittsfähig, da es bei der eklatant schlechten Menschenrechtslage keine wesentlichen Vorschritte gäbe. IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin betonte: „In der Türkei werden durch Gesetze und Behörden täglich die Menschenrechte verletzt, ohne dass dies in Europa angemessen zur Kenntnis genommen wird.“ Darunter litten besonders die ethnischen und religiösen Minderheiten wie Kurden, Aleviten, Armenier, Assyrer/Aramäer und Yeziden. Drastische Einschränkungen der Pressefreiheit behinderten eine öffentliche Debatte in der Türkei. Tausende Kurden seien in den vergangenen Jahren verhaftet worden, weil sie Kurdisch gesprochen oder gegen das türkische „Buchstabengesetz“ verstoßen hatten.

IGFM

Die IGFM wies darauf hin, dass die Türkei mit über 2.700 Verurteilungen vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte der mit Abstand am häufigsten verurteilte Staat ist. Grundlegende Menschenrechte würden eingeschränkt. Das geschehe vor allem indirekt durch verschiedene Gesetze und durch straflose behördliche Willkür. Mehrfach haben türkische Regierungen Reformen versprochen. Nach Einschätzung der IGFM seien viele der angekündigten Veränderungen entweder nicht umgesetzt oder kosmetischer Natur. Grundlegende Probleme seien ungelöst. Darunter politisch motivierte Verhaftungen, Folter und Erniedrigung von Gefangenen, drastische Einschränkungen der Pressefreiheit und vor allem die systematische Diskriminierung von Minderheiten im Vielvölkerstaat Türkei.

Tausende Verhaftungen – weiter de facto Verbot des Kurdischen

Beispielhaft nannte die IGFM das de facto Verbot der kurdischen Sprache, die nach Schätzungen die Muttersprache von 15 bis 25 Prozent der Bürger der Türkei ist. Formell sei das Verbot bereits 2001 aus der Verfassung gestrichen worden.

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Myanmar: Radikale Buddhisten töteten erneut 11 Muslime

Bild: irib.ir

Erneut haben radikale Buddhisten in Myanmar 11 Rohingya-Muslime getötet.

irib.ir

In zwei Dörfern der westlich von Rakhin gelegenen Stadt Sittwe zündeten die radikalen Buddhisten Häuser der Rohingya-Muslime an, wobei 11 Muslime ums Leben kamen, so Press TV basierend auf einem Bericht von Radio Banga.
Berichten zufolge wurden die Täter bei der Brandstiftung in der Nacht auf Montag von Grenzsoldaten und der Armee von Myanmar unterstützt.
Die Welt ist in diesem Jahr zum zweiten Mal Zeuge der Verbrechen gegen die muslimische Bevölkerung in diesem Land, Verbrechen über die die Regierung des Landes schweigt.

Salzburg: Kirche verlangt von Mietern(60) Sittlichkeit

Salzburg, Bild: wikipedia

Mitten in der Salzburger Altstadt, hinter dem Domplatz, wo während der Festspiele die „Jedermann!“- Rufe zu hören sind, wohnt ein 60- jähriges Ehepaar. In einer Wohnung, die der katholischen Kirche gehört. Doch statt Frieden herrscht seit drei Jahren Streit. Um die Gültigkeit des Mietvertrags und um die Sittlichkeit des Ehepaares …

krone.at

Vor drei Jahren sind Frau und Herr N. nach Salzburg umgezogen. Ein Quartier haben sie über einen Makler gefunden. „Den Salzburger Dom als Nachbar“, hieß es in der Internetanzeige. Doch mit dem Dom als Nachbarn und Vermieter begannen auch die Probleme.

Streit um Miete einer Wohnung des Salzburger Domkapitels

Als sich das Ehepaar nach dem Einzug im November 2009 über Mängel beschwerte, soll auf einmal der vom Domkapitel selbst gestempelte und unterschriebene Mietvertrag kirchenrechtlich nicht gültig gewesen sein.

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Mitt Romney und das „Maschinengewehr Gottes“

Billy Graham schlägt sich auf die Seite von Mitt Romney Bild: jesus.ch

In den USA stellen einer aktuellen Umfrage zufolge Christen mit weisser Hautfarbe den Grossteil der Wähler des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney.

jesus.ch

Wie das «Public Religion Research Institute» gestern in Washington berichtete, sind 79 Prozent der Romney-Sympathisanten weisse Christen. 37 Prozent sind demnach weisse Evangelikale, 19 Prozent gehören protestantischen Volkskirchen an, und 19 Prozent sind weisse Katholiken.

Andere Kombination

Die religiöse Zusammensetzung von Barack Obamas Wählerschaft sehe deutlich anders aus, berichteten die Meinungsforscher. Von seinen vermutlichen Wählern seien 39 Prozent weisse Christen, 18 Prozent schwarze Protestanten und sechs Prozent christliche Latinos. Sieben Prozent gehörten nicht-christlichen Gaubensgemeinschaften an, und 23 Prozent hätten keine Bindung zu Glaubensgruppen. Bei der Erhebung wurden 3003 US-Amerikaner telefonisch befragt.

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Iran: Als Atheist in der Theokratie leben

Bild: news.bbc.co.uk

Atheisten droht im Iran die Todesstrafe. Aber immer mehr Iraner bekennen sich zu ihrem Nichtglauben – wenn auch nicht öffentlich.

Von Marcus LattonZEIT ONLINE

Den Tag, an dem Ali Ebrahimi* eingeschult wurde, bezeichnet er als den Beginn einer religiösen Gehirnwäsche. Koransuren, heroische Erzählungen über den Propheten Mohammed, rigorose Moralpredigten: In iranischen Lehrplänen nimmt der Islam viel Platz ein. Ebrahimis Eltern, säkulare Akademiker, hielten während der Islamischen Revolution 1979 loyal zum Schah-Regime. Sie schworen ihn früh darauf ein, vor seinen Lehrern keine Kritik an der Staatsreligion Islam zu äußern. „Erzähle ihnen das, was sie hören wollen“, sagten sie ihm. Und vor allem: „Sag niemals, dass du nicht daran glaubst.“

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