Walter Veith: Kreationismus, päpstlicher Antichrist und Holocaust-Leugnung

Walter Veith, ein Mann mit einem wahrlich christlich-fundamentalistischen Bibelbild. Er selbst bezeichnet sich als „Kritiker“ der Evolutionstheorie. Sein allmächtiger Gott hat die Welt erschaffen. In fragwürdigen, obskuren Film-Produktionen vermittelt Veith seine Sicht auf die Dinge. Der adventistische Gott habe seine Schöpfung so weise gestaltet, dass Tiere und Pflanzen aneinander und an ihre Umwelt mit höchster Vollkommenheit angepasst sind. Danach ist in der heutigen Welt noch alles so wie bei ihrer Schöpfung.

Seine abstrusen Vorstellungen über das Christentum sind weitreichend. So bekämpfe der Papst, als der Antichrist, von Rom aus, die wahren Christen. Die Antwort, was denn wahre Christen sind bleibt er schuldig. Sein Christengott ist mit hoher Wahrscheinlichkeit adventistisch, katholische Theologie kommt im Weltbild des Herrn Veith nicht vor. Die Jesuiten sind eine Wurzel allen Übels. Verbreiten sie doch mit ihrer Ideologie undurchschaubare Strategien, natürlich im Auftrag des vatikanischen Antichrists. Hochgradig paranoid sieht Veith die Heimtücke der Freimaurer. Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und natürlich die Kirchen seien von jesuitisch-freimaurerischen Verschwörungen durchdrungen. Die Verschwörungstheoretiker der Welt klatschen Beifall, die Feindbilder gleichen sich, Iluminaten, Freimaurer und Jesuiten.

Nun fügt Herr Veith, offensichtlich an progressiver Verblödung leidend, einen weiteren Feind der wahren Christen hinzu; das Judentum.

Weiterlesen „Walter Veith: Kreationismus, päpstlicher Antichrist und Holocaust-Leugnung“

Prügelstrafe USA: „School-to-prison Pipeline“

Bild: allmystery.de

USA: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen eine Jugendschutzbehörde, ein Jugendstrafgericht und die Polizei in Mississippi, weil sie eine „School-to-prison Pipeline“ unterhalten haben

Von Thomas Pany TELEPOLIS

Allein die Prügelstrafe mit den sogenannten Paddels ist barbarisch, im 21. Jahrhundert aus europäischer Sicht nur als überwundene finstere Phase zu begreifen. So ist man versucht, den Erfahrungsbericht einer 15-jährigen Austauschschülerin, gefunden in einem entsprechenden Forum, die in Texas infolge einer Auseinandersetzung mit Mitschülern von ihrem Schuldirektor – und später vom Vater der Gasteltern – mit einem Holzpaddel geschlagen wurde, für eine eher erfundene Geschichte zu halten, die möglicherweise bestimmte Phantasien („nackter Hintern“) bedient. Doch belehrt eine Nachricht vom 25. April dieses Jahres den Leser eines Besseren. Eltern eines Schülers im Bundesstaat Mississippi verklagten eine Schule, weil man ihrem Sohn dort eine Prügelstrafe mit einem Paddel angedeihen ließ, die ihm eine Ohmacht und einen gebrochenen Kiefer einbrachte.

Wie diese Paddel aussehen, dass die Löcher in ihrem Blatt dazu da sind, den Luftwiderstand beim Schlagen zu vermindern, um den Schmerz, der für diese Pädagogik wichtig ist, zu einer „gewollten Erfahrung“ zu machen, und dass diese Pädagogik an amerikanischen Schulen in vielen (21) Staaten nicht nur erlaubt ist, sondern die Lehrer, die solches anwenden, gar geschützt werden, erfährt man zusammen mit vielen anschaulichen Beispielen in einem weit über 100 Seiten dicken Bericht von Human Rights Watch (A Violent Education) aus dem Jahr 2008.

weiterlesen

Lukas-Schule München: Schwule sind des Teufels

Homepage der „Lukas-Schule“, Screenshot: QUEER.DE

Die staatlich geförderte Münchner Lukas-Schule der evangelischen Kirche bringt Jugendlichen bei, dass Homosexualität eine Sünde sei – jetzt schreiten Kultusministerium und Landeskirche ein.

QUEER.DE

Nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ erklären Lehrer der Lukas-Schule im Unterricht, dass Homosexuellen der Teufel droht. Zudem würde die Bibel des amerikanischen Fundamentalisten John MacArthur verwendet werden, in der unter anderem die Prügelstrafe gerechtfertigt und die Evolutionstheorie als Lüge bezeichnet wird. MacArthur ist in den USA ein gern gesehener Talkshowgast, der unter anderem auf CNN erklärt hatte, dass Schwule und Lesben „die Familie vernichten“ würden.

Nach Beschwerden von Eltern haben vergangene Woche Vertreter des bayerischen Kultusministeriums und der evangelischen Landeskirche mit der Prüfung der Vorwürfe begonnen. So sollen Schülerhefte auf kritische Inhalte überprüft werden. Die Untersuchungen sollen sich bis in den November hineinziehen.

weiterlesen

Unitarier: Zwischen Pantheismus und Atheismus

Betendes Mädchen (Bild: Stock.XCHNG – Cris Watk)

Kann es eine Religionsgemeinschaft geben, die alle konfessionellen Grenzen überschreitet? Was vor allem für Anhänger der großen Buchreligionen schwer vorstellbar ist, das versuchen die Unitarier zu verwirklichen. Sie sind eine weltweite Bewegung. Eine kleine Unitarier-Gemeinschaft gibt es auch in Deutschland.

Von Rainer BrandesDeutschlandfunk

„Wir glauben, dass alles, was ist, eine Ganzheit bildet.“

Dieser Satz findet sich in den sogenannten „Grundgedanken“ der Deutschen Unitarier – einem Dokument, das zwar kein Glaubensbekenntnis ist, das aber die grundlegenden Glaubensinhalte und Prinzipien der Unitarier festhält, auf die sich alle Mitglieder einigen konnten. Und tatsächlich bildet die Aussage, dass alles, was ist, eine Ganzheit bildet, den Kern unitarischen Denkens. Daher auch der Name: „Unitarier“: Das Wort leitet sich aus dem lateinischen „unitas“ ab, was übersetzt „Einheit“ bedeutet. Dahinter steckt die Idee, dass es keine Trennung zwischen einem Diesseits und einem Jenseits gibt. Stattdessen glauben Unitarier an allumfassende schöpferische Kräfte, die sich in allen Dingen äußern.

„Viele Unitarier würden ihre Religion als eine Form des Pantheismus verstehen – also die Vorstellung, dass Gott und Welt untrennbar miteinander verbunden sind. Aber diese Unitarier würden auch nicht von Gott – dem Gott – sprechen, sondern sie würden eher sagen, es gibt schöpferische Kräfte, göttliche Kräfte.“

weiterlesen

Polen: Pfaffen geißeln „satanische“ Halloween-Bräuche

Bild: lustich.de

Warnung vor Verführung Minderjähriger zum Okkultismus

DIE WELT

Die katholische Kirche in Polen hat Halloween-Feiern als „satanische“ Praktiken angeprangert, die die Jugend im Land verderben. Die aus den USA stammenden Halloween-Bräuche, die zunehmend auch bei jungen Europäern Anklang finden, seien die „Frucht der Verbreitung von Okkultismus und Zauberei“, heißt es in einer Botschaft, die am Montag auf der Website der Erzdiözese Warschau veröffentlich wurde. Die Feier in der Nacht zum 1. November habe ihre „Wurzeln in der heidnischen Geisterverehrung und in einem keltischen Todesgott“.