Prügelstrafe USA: „School-to-prison Pipeline“


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USA: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen eine Jugendschutzbehörde, ein Jugendstrafgericht und die Polizei in Mississippi, weil sie eine „School-to-prison Pipeline“ unterhalten haben

Von Thomas Pany TELEPOLIS

Allein die Prügelstrafe mit den sogenannten Paddels ist barbarisch, im 21. Jahrhundert aus europäischer Sicht nur als überwundene finstere Phase zu begreifen. So ist man versucht, den Erfahrungsbericht einer 15-jährigen Austauschschülerin, gefunden in einem entsprechenden Forum, die in Texas infolge einer Auseinandersetzung mit Mitschülern von ihrem Schuldirektor – und später vom Vater der Gasteltern – mit einem Holzpaddel geschlagen wurde, für eine eher erfundene Geschichte zu halten, die möglicherweise bestimmte Phantasien („nackter Hintern“) bedient. Doch belehrt eine Nachricht vom 25. April dieses Jahres den Leser eines Besseren. Eltern eines Schülers im Bundesstaat Mississippi verklagten eine Schule, weil man ihrem Sohn dort eine Prügelstrafe mit einem Paddel angedeihen ließ, die ihm eine Ohmacht und einen gebrochenen Kiefer einbrachte.

Wie diese Paddel aussehen, dass die Löcher in ihrem Blatt dazu da sind, den Luftwiderstand beim Schlagen zu vermindern, um den Schmerz, der für diese Pädagogik wichtig ist, zu einer „gewollten Erfahrung“ zu machen, und dass diese Pädagogik an amerikanischen Schulen in vielen (21) Staaten nicht nur erlaubt ist, sondern die Lehrer, die solches anwenden, gar geschützt werden, erfährt man zusammen mit vielen anschaulichen Beispielen in einem weit über 100 Seiten dicken Bericht von Human Rights Watch (A Violent Education) aus dem Jahr 2008.

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