Walter Veith: Kreationismus, päpstlicher Antichrist und Holocaust-Leugnung


Walter Veith, ein Mann mit einem wahrlich christlich-fundamentalistischen Bibelbild. Er selbst bezeichnet sich als „Kritiker“ der Evolutionstheorie. Sein allmächtiger Gott hat die Welt erschaffen. In fragwürdigen, obskuren Film-Produktionen vermittelt Veith seine Sicht auf die Dinge. Der adventistische Gott habe seine Schöpfung so weise gestaltet, dass Tiere und Pflanzen aneinander und an ihre Umwelt mit höchster Vollkommenheit angepasst sind. Danach ist in der heutigen Welt noch alles so wie bei ihrer Schöpfung.

Seine abstrusen Vorstellungen über das Christentum sind weitreichend. So bekämpfe der Papst, als der Antichrist, von Rom aus, die wahren Christen. Die Antwort, was denn wahre Christen sind bleibt er schuldig. Sein Christengott ist mit hoher Wahrscheinlichkeit adventistisch, katholische Theologie kommt im Weltbild des Herrn Veith nicht vor. Die Jesuiten sind eine Wurzel allen Übels. Verbreiten sie doch mit ihrer Ideologie undurchschaubare Strategien, natürlich im Auftrag des vatikanischen Antichrists. Hochgradig paranoid sieht Veith die Heimtücke der Freimaurer. Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und natürlich die Kirchen seien von jesuitisch-freimaurerischen Verschwörungen durchdrungen. Die Verschwörungstheoretiker der Welt klatschen Beifall, die Feindbilder gleichen sich, Iluminaten, Freimaurer und Jesuiten.

Nun fügt Herr Veith, offensichtlich an progressiver Verblödung leidend, einen weiteren Feind der wahren Christen hinzu; das Judentum.

Folgt man seiner Argumentation, Anleihen bei den „Protokollen der Weisen von Zion“ sind erkennbar, so hätte der Vatikan, seit Jahrhunderten, geplant, die neuzeitlichen Juden im „Heiligen Land“ anzusiedeln. Vollziehende Akteure sind die Illuminaten und Freimaurer. All das um Christen zu täuschen und zu verblenden.

Am 20.10.2012 hält Veith einen Vortrag („Der König des Nordens, 2”), er greift ins antisemitische Klo und behandelt das „Volk der Juden.“

Bereits Napoleon, dieses französische Schreckgespenst des Säkularismus, habe versucht die Juden Europas zu sammeln und in das Land ihrer Vorväter zu übersiedeln. Natürlich sei er Freimaurer gewesen. Napoleon habe aber dieses Anliegen nicht realisieren können. Erst mit dem Zweiten Weltkrieg und dem Holocaust sei es gelungen, die Juden in ganz Europa „zusammenzuherden“ und vor die Wahl zu stellen, „entweder ihr krepiert oder ihr geht da hin“.

Das Problem, in folge der Diaspora habe es „das jüdische Volk“ nicht mehr gegeben. Aus diesem Grunde musste der Papst, mit seinen freimaurerischen-jesuitischen Helfershelfern ein „neues jüdisches Volk“ schaffen. Kurzerhand wurde das Turkvolk der Chasaren zu Juden erklärt. Alle heutigen lebenden Juden seien genaugenommen Chasaren und haben mit den historischen Juden nichts mehr gemein. Die chasarischen Juden seien vom Talmud verblendet, welcher das schlimmste antichristliche Werk überhaupt ist. Die heutigen Juden würden in Jerusalem den dritten Tempel bauen und die verblendeten Christen würden im Tempel die Wiederkehr Jesus Christus erhoffen.

Zur Untermauerung seiner Argumente bringt Veith im Vortrag Bilder und Zitate von Adolf Hitler. Nach Veith sollte der Holocaust nicht das jüdische Volk auslöschen, sondern die Umsiedlung erzwingen. Die Relativierung des Holocausts durch Veith ist unerträglich. Begriffe wie „Konzentrationslager“ und „Völkermord“ verwendet er nicht. Mit der Abschwächung des Holocausts betreibt Veith letztlich nichts anderes als eine Leugnung desselben.

Bleibt die Frage, wer gibt einem christlichen Fundamentalisten wie Veith überhaupt noch die Möglichkeit, seine kruden, antisemitischen, braun-eingefärbten Weltbilder zu vermitteln? Wer stellt Räumlichkeiten, Logistik und Infrastruktur zur Verfügung um Geschichtsverfälschung, Relativierung der Verbrechen Nazi-Deutschlands öffentlich zu verwirklichen?

In Deutschland sind die Adventisten im Bundesverband Kulturarbeit in der evangelischen Jugend e. V. Die Verbände sichern in ihrer Breite und mit Hilfe ihrer fachlichen Kompetenz die Vielfalt und Qualität der Jugendkulturarbeit im Bundesverband Kulturarbeit in der evangelischen Jugend e. V. und können nicht zuletzt durch den Verbund im bka e. V. bundesweit wirksam werden.

Die Fakten sprechen eine andere Sprache.

Nach einem Artikel von EANN.de

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5 Comments

  1. Walther Veith ist ein selbstgefälliger, arroganter, anmaßender Brandstifter mit Redeverbot innerhlab seiner eigenen Kirche. Und das sagt genug aus …

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  2. @gulu
    Allen religiös orientierten Phantasten ist zu eigen, dass die Funde und Fakten der letzten 70 Jahre komplett ausgeblendet bleiben, obwohl 384 Papyri der Amarna Bibliothek und 100.000 Tontafeln etwas ganz anderes sagen. Realitätsverweigerung ist immer absolut. Wenn ich mir 2 Flaschen Cava (Sekt) reinschütte und dann die grünen Männchen mit 5 Beinen und dem Riesenkopf sehe, dann ist das kein Besweis für Außerirdische, sondern bringt mir nur den Plagiatsvorwurf ein bei Däneken zu kopieren.

    Wenn 50% der Seeleute schwören den Klaubermann in der Bilge gesehen zu haben, so ist das kein Beleg für dessen Existenz, sondern nur für die Gehirnmauke der Seeleute. So viel zu den Amerikanern und ihrer Bildung, wo der Präsidentschaftkandidat Syrien und Iran eine gemeinsame Grenzen zuerkennt und der Abgeordnete Mark L. Cole per Gesetz den Satan aus allen Computerchips verbannt, der allen Angestellten als Erkennungschip wie bei Zootieren mit der Spritze eingepflanzt wird. Der US-Abgeordnete John Shimkus vom Energie- und Handelsausschuss negiert den Klimawandel: „Gott hat Noah fest versprochen, so etwas geschieht nach der großen Flut nie wieder.“

    Es gibt keinen historischen Beweis für Israeliten oder Hapiru (Hebräer) vor 1000 v.C. Aus dem Karnak Text (KRI IV, S. 1-2) und der Stele (KRI IV, S. 23) des Pharao Merenptah im westsemitischen Phönizisch sind der Marsch, Dauer, Opfer und Beute aus Askalon, Gezer, Januammu und Ysrjz beschrieben. Der Hirtenclan der Ysrjz wird als „Israel“ gedeutet, das waren allenfalls wenige nomadische Ziegenhirten, aber kein Reich oder eine Stadt, von der kein Mensch sagen könnte, wo man welche Fundamente ausgraben könnte

    Für eine Ethnie der Hebräer, erwähnt auf der Merentaph-Stele 1208 v.C., nicht identisch mit den Hapiru, ist in historischen Texten kein Platz. Die Hapiru sind nomadische Banden von Räubern und Plünderern wie die Hyksos, Sherden, Weskesh, Sardonier oder Shardana,, Meshwes, Danuna und Lukka im von Ägypten regierten Canaan. Die politisch-kulturelle Bindung Palästinas an Ägypten über Jahrhunderte zeigt sich im typisch ägyptischen Baustil der Häuser in Aphek, Ashdod, Beth Shan, Gaza, Hesi, Jemmeh, Joppa, Tell el-Farah, Tell Masos und Tell esh-Sharia (Ziklag).

    Gebiete und Städte wie Melchizedec, Hazor, Lachish, Megiddo, Gaza, Dor, Sinai, Ashtaroth, Joppa, Damascus, Urusalima (Jerusalem), Sodom, Gomorrah, Admah, Zeboiim, Zoar werden durch Tribute auch von Ebla (Südirak) beherrscht, obwohl die Bibel in der Zeit vom Großreich des David und Salomon phantasiert, das vom Euphrat bis zum Nil reicht. Die Autoren der Tafeln berichten von alltäglichen Ereignissen, Gesetzen, Verträgen, Briefen, Literatur und sogar Wörterbücher von Sprachen der Nachbarn und Handelspartner. In keinem Text wird ein Reich der Israeliten oder Hebräer erwähnt, genau so wenig wie die grünen Außerirdischen eines Erich von Däneken. Oder waren die Außerirdischen gar blau, wer hat sie gesehen ?

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  3. 1. Ganz so abstruse finde ich Walter Veith nicht. 45% der US Bevölkerung glauben mehr dem Kreationismus als an den Evolutionismus. Es gibt heute hochrangige Wissenschaftler die sich in einer Gesellschaft über „Intelligend Design“ oder der Creation RESEARCH SOCIETY “ zusammengefasst finden. All diese Menschen teilen Univ.Professor Veiths Meinung.
    2. Und die These von Katholizismus, der die welt beherschern will ist auch nicht so weit entfernt. Wer nur ein bischen Verstand hat, liest im Internet über Freimaurer, Jesuiten, Bilderberger und viele andere Geheimbünde und Ihrem Weltehtos.

    Mir erscheint der Artikel über Walter Veith sehr politisch motiviert, wenig recerchiert und ziemlich unprofessionell.
    Ein Universitätsprofessor wie Walter Veith recherchiert sicherlich genauer und begründet seine sichtweise wissenschaftlicher. Schade, nur Polemik bringt halt nichts und verrät den Autor als nicht sehr fachlich

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  4. Da frage ich mich aber, wie oder worin kann ein paranoider Kreationist eine von ihm selbst attestierte „fachliche Kompetenz“ als braun-krudes und antisemitisches Geschwurbel haben – etwa wie der Kirchefürst Haggard im Beischlaf mit Homosexuellen, wovon weder dessen Frau noch die 3 Kinder etwas wußten.

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