David Bloor: Relativismus ohne Heuchelei, Mr. Dawkins


foto: standard/christian fischer
David Bloor fand heraus, dass auch der Erfinder der Concorde-Flügel Relativist war.

Der Wissenschaftsforscher David Bloor gilt als einer der großen Relativisten seiner Zunft – Zuletzt schrieb er ein Buch über die Debatte, was Flügeln Auftrieb verleiht

Von Klaus TaschwerderStandard.at

Bei Päpsten ist der Relativismus schlecht angeschrieben – kein Wunder, möchten sie doch als absolut unfehlbar gelten. Entsprechend warnte Papst Benedikt XVI. vor einigen Jahren vor der „Diktatur des Relativismus, die nichts als definitiv anerkennt“. Neben dem moralischen Relativismus, den Josef Ratzinger da anprangert, gibt es auch noch den wissenschaftlichen Relativismus.

Gegen den machte sich zuletzt etwa der britische Evolutionsbiologe Richard Dawkins stark, der unheilige „Papst der Atheisten“: „Zeigen Sie mir in 10.000 Meter Höhe einen Relativisten, und ich zeige Ihnen einen Heuchler“, meinte Dawkins einmal. Anders gesagt: Dass Flugzeuge fliegen, sei die beste Widerlegung von Relativisten, die davon ausgehen, dass die Wahrheit von Aussagen oder Theorien immer nur bedingt sei.

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4 Comments

  1. @Josef Sefton
    toll… so nebenbei auch das seit der Antike bekannte Theodizee – Dilemma gelöst?
    😉

    http://de.wikipedia.org/wiki/Theodizee

    Entweder will Gott die Übel beseitigen und kann es nicht:
    Dann ist Gott schwach, was auf ihn nicht zutrifft,
    Oder er kann es und will es nicht:
    Dann ist Gott missgünstig, was ihm fremd ist,
    Oder er will es nicht und kann es nicht:
    Dann ist er schwach und missgünstig zugleich, also nicht Gott,
    Oder er will es und kann es, was allein für Gott ziemt:
    Woher kommen dann die Übel und warum nimmt er sie nicht hinweg?

    Aber vielleicht hat auch „nur“ der Kaberettist Dieter Nuhr die Antwort: „Gott ist eben keine Frau ………… sonst hätte Sie schon lange mit uns gesprochen….“
    😉

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  2. Jeder Mist, jedes Elend, jeder Krieg und jede Kastrophe ist nicht von Gott gewollt, denn oft sind wir dafür verantwortlich.

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  3. Schon der US Nobelpreisträger für Physik, Richard Feynman, der für seine Arbeit an den Quantum Electrodynamics (QED) ausgezeichnet wurde, hatte den Einfluss der Wissenschaftphilosophie auf Naturwissenschaften „relativiert“; ihr Einfluss auf Naturwissenschaftler sei ähnlich der, den die Vogelkunde auf die Vögel ausübe.
    😉  
    Herr Boor bläst mit dem „name dropping“ des Richard Dawkin die Backen auf… vielleicht glaubt er von dessen Wirkung zu profitieren; was aber seine Referenz auf einen bunt kostümierten bairischen Stellvertreter Gottes in einem europäischen Operettenstaat Operettenstaat stark „relativiert“ wird. 😉
    Nur eins scheint „gesichert“, auf die Geschwindigkeit neuer Erkenntnisse in den Naturwissenschaften üben solche „erleuchteten“ Überlegungen keinen Einfluss aus…….deshalb bitte unter der Kategorie Feuilleton ablegen…
    😉

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  4. Die Religioten mit 4350 existierenden Fraktionen fühlen sich berufen allen Menschen die Welt zu deuten, wobei alles ganz sicher von Gott geschaffen wurde und jeder Mist, jedes Elend, jeder heilige Krieg und jede Kastrophe von Gott gewollt ist. Aussagen und Erkenntnisse, die morgen schon durch neue Fakten widerlegt oder umgeschrieben werden können, die passen als Relativismus einfach nicht den religiösen Absolutismus mit einem all-wissenden und von Gott persönlich erleuchteten Demenzkranken als Oberdeuter.

    Wissenschaft ist eine Ergebnis neutrale Methodologie des Zweifels, sie nutzt Theorien, Tests, Hypothesen, Fakten und Fossilien wieder und immer wieder auf der Suche nach begründbaren Erklärungen für eine allen Beteiligten frei zugängliche und beliebig nachprüfbare Realität. Forschendes Denken im Zweifel als zentrales Element neuer Erkenntnis reduziert Theologie zur Pseudo-Wissenschaft, die gegenseitig aus 4350 Religionen kopiert und dabei nicht lernfähig ist.

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