Mormonentum total


Die Mormonen sind derzeit in aller Munde durch US-Präsidentschaftskandidat Mitt Rommney. Über seine Erlebnisse als Mormone berichtet ein Aussteiger im Interview mit „Spiegel Online“.
Foto: More Good Foundation (CC-BY-NC)

Durch den republikanischen US-Präsidentschaftsbewerber Mitt Romney sind die Mormonen derzeit in aller Munde. Im Interview mit „Spiegel Online“ erzählt Aussteiger Holger Rudolph von den „Machenschaften“ der Sekte und seine Erlebnisse. Dabei entsteht ein Bild von Indoktrination, Gleichschaltung und der Angst, die eigene Persönlichkeit zu verlieren.

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Viele Wissenschaftler und Theologen versuchten, so Rudolph, das Wort Sekte im Zusammenhang mit den Mormonen zu vermeiden, weil es deren Anhänger stigmatisiere. Aus Rudolphs Sicht beschreibe das Wort den Zustand der Religionsgemeinschaft sehr gut. Er selbst bekennt, dass er im „religiösen Höhenflug“ nach einer sehr schwierigen Kindheit mit 19 Jahren den Mormonen beigetreten sei: „Ich habe die Struktur der Gruppe gebraucht, auch die Zugehörigkeit und Anerkennung.“

Erst 14 Jahre später verließ er in einer exponierten Stellung als Präsident einer Mormonen-Gemeinde die Glaubensgemeinschaft. Als Gründe für den Ausstieg nennt er nicht nur die körperliche und finanzielle, sondern auch die psychische Belastung: „Die Mormonen haben mein Leben, mein Fühlen, mein Denken komplett bestimmt.“ Erst später habe er angefangen, dieses Weltbild zu hinterfragen.

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