Zweiter „Vatileaks“-Prozess: Null bis wenig


In diesem Raum findet der Prozess statt: das Tribunal des Heiligen Stuhls
Bild: ARD

Einen Monat nach der Verurteilung des päpstlichen Kammerdieners hat im Vatikan der zweite Prozess um die „Vatileaks“-Affäre begonnen. Der Computertechniker Claudio Sciarpelletti muss sich vor dem Tribunal wegen Begünstigung verantworten. Das Urteil dürfte aber nicht sehr hart ausfallen.

Von Stefan Troendle, ARD-Hörfunkstudio Rom

Sie erzeugt Gelächter im Pressesaal, die Antwort von Vatikansprecher Federico Lombardi, auf die Frage, wo Claudio Sciarpelletti denn eigentlich sei. „Ich nehme an, zu Hause“, sagt er trocken. Sciarpelletti ist einer der großen Unbekannten in der „Vatileaks“-Affäre – nicht einmal einem der wirklich extrem neugierigen italienischen Journalisten ist es gelungen, mit ihm zu sprechen, auch wie er aussieht, weiß man nicht – und das, obwohl ab heute gegen ihn verhandelt wird.

Auch der deutsche Radio-Vatikan-Chef Pater Bernd Hagenkord sagt, man wisse relativ wenig über Sciarpelletti, er sei ja nach Festnahme und anschließender Freilassung abgetaucht. Aber: „Man weiß, dass er im Vatikan zuständig ist, unter anderem für die Computer oben im vierten Stock des Palastes, also da wo der Papst arbeitet. Was genau für ein Mensch das ist, das wissen wir nicht.“

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