John Martin Fischer: „Falls die Medizin uns unsterblich macht“


John M Fischer, Bild: philosophy.ucr.edu

US-Philosoph John Martin Fischer über Licht- und Schattenseiten des ewigen Lebens – Öffentlicher Vortrag am Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Universität Münster am Montag, 19. November / Pressemeldung mit sendefähigen Hörfunk-Tönen

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Viele Menschen wollen ewig leben: Doch der Menschheitstraum von der Unsterblichkeit hat aus philosophischer Sicht Schattenseiten. „Es würde langweilig und einsam, wenn ein unsterblicher Mensch im Diesseits keine Beziehungen zu anderen Unsterblichen hätte“, erläutert US-Philosoph Prof. Dr. John Martin Fischer. „Quälend würde es auch, wenn ein ewig lebender Mensch keine sinnvolle Aufgabe hätte, nicht gesund wäre und keine ewig stabile Persönlichkeit hätte“, so der international renommierte Experte für philosophische Fragen zu Tod und Unsterblichkeit. Er hält am 19. November am Exzellenzcluster „Religion und Politik“ einen öffentlichen Vortrag über die Frage „Würden wir ewig leben wollen, wenn wir könnten?“

Obwohl Unsterblichkeit bislang nicht möglich ist, hält der Philosoph aus Kalifornien die Diskussion für zeitgemäß. „Trotz ständiger Bedrohung durch Krankheiten leben die Menschen durch den wissenschaftlichen Fortschritt immer länger. Mein Blick geht in eine mögliche Zukunft, in der die Medizin soweit fortgeschritten ist, dass sie ein Leben ohne Tod erlaubt.“ Die Menschen müssten sich früh damit auseinandersetzen, ob sie eine solche Form des ewigen Lebens wünschten und ob Unsterblichkeit Fluch oder Segen sei. Der englischsprachige Vortrag „Immortality“ ist um 18 Uhr im Englischen Seminar der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU), Raum ES 24, Johannisstraße 12-20 in Münster zu hören. Der Eintritt ist frei.

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2 Comments

  1. “Es würde langweilig und einsam, wenn ein unsterblicher Mensch im Diesseits keine Beziehungen zu anderen Unsterblichen hätte” Hier wird insuiniert es gibt Beziehungen zu den sogenannten Unsterblichen im glorreichen Paradies der ewigen Langeweile.

    Man muss sich nur einige Zeit mit älteren Menschen beschäftigen, deren stetig zunehmenden Leiden und dem fatalen Zerfall einer einst geachteten Person hin zum lebenden Ding. Es gibt einen Punkt, wo das ständige Leiden und die vielen Schmerzen für jeden unerträglich werden, auch für die Angehörigen, die den Zerfall einer Person zum sinnlos labernden und scheißenden Etwas erleben müssen.

    Die Angst vor dem Dahinsiechen läßt diesen Wahnwitz einer Fiktion entstehen, man kann dem siechenden Körper entfliehen um als strahlender Held im Paradies zusammen mit Millarden Homo-Wesen, Neandertalern, gut 20 anderen Vormenschenarten und vielen höheren Primatenarten im Paradies die Wolken zu putzen.

    Wer es glaubt und wem es hilft, so gut. Nur sollte man mit diesen kranken Phantasien nicht die Mitwenschen behelligen und vor allem nicht als schwarze Talartunte dafür auch noch Kirchensteuern kassieren.

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  2. Als Philosoph darf sich J.M.Fischer natürlich zu diesem Thema Gedanken machen. Er sollte nur nicht aus den Augen verlieren, dass es sich hierbei um reines Wunschdenken handelt (und mit diesem lässt sich immer viel Geld machen. Auch was das Honorar für Vorträge darüber betrifft). Selbst wenn es einst gelänge das menschliche Leben um sehr viele Jahre zu verlängern, irgendwann ist Ende der Fahnenstange. Spätestens wenn unsere Erde von ihrem Mutterstern, der Sonne verschluckt wird. Vorher wird es für die „guten Alten“ dann aber noch ganz schön heiß. Und selbst wenn sie das überleben würden, ihr Ende wäre doch irgendwann in der Singularität besiegelt. Im Übrigen ist es ziemlich stark zu bezweifeln, dass der Mensch für unser Universum so wichtig sein sollte, dass er im unsagbar großen Kosmos, unsterblich sein dürfte.

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