Warum lässt ER die Hölle auf Erden zu


Armin Kreiner beim Vortrag im Neuen Museum. Bild: Gommeringer

In seinem Drama „Dantons Tod“ lässt Georg Büchner Thomas Payne folgende Worte sagen:

…Das leise Zucken des Schmerzes, und rege es sich nur in einem Atom, macht einen Riss in der Schöpfung von oben bis unten.(3.Akt, 1. Szene)

„Der Glaube an Gott in einer Welt voller Übel und Leid“ lautete das Thema, über das Armin Kreiner beim Ökumenischen Gesprächsforum im Neuen Museum des Schlosses Salem sprach.

Von Hugo GommeringerSüdkurier

Am Anfang seines Vortrags erklärte Kreiner die klassische Theodizee-Frage: „Warum lässt Gott das Leiden zu, wenn er allmächtig und gütig ist?“ Der Referent erinnerte an Georg Büchner, dem zufolge die Frage nach der Gerechtigkeit Gottes „der Fels des Atheismus“ ist. Kreiner wies neben Epikur und Leibniz auch auf den in der Gegenwart berühmten Atheisten Richard Dawkins und seine Lehre hin.

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3 Comments

  1. Ich finde es müßig sich überhaupt immer wieder auf die Theodizee und ähnliche Diskussionen einzulassen. Sie entspringt bereits aus einem definierten menschlich-psychologischen Weltverständnis. Die Kernfrage ist die nach dem Schöpfer. Die Rückbindung an den Ursprung, und über den lässt sich keine sinnvolle Aussage machen. Wir können nicht durch den Urknall zurückblicken, auch wenn es mathematisch geschlossene Modelle gibt, die über den Urknall hinausgehen. Es gibt überhaupt keinen plausiblen intelligenten Grund einen Schöpfergott anzunehmen. Hinweise schon gar nicht. Und für jeden, der auch nur eine entfernte Ahnung von der Größe und Komplexität des Universums hat, ist der Brückenschlag eines Schöpfers des Universums bis hin zu der Vorstellung dieser selbe Schöpfer würde sich für die Beschneidung der Pipimänner kleiner männlicher Säugetiere auf irgend einem X-beliebigen Planeten in einer der MILLIARDEN Galaxien interessieren gelinde gesagt, nun, SCHWIERIG. Aus der Sicht eines Menschen wie Einstein, der die Religion der Bibel explizit als „kindisch“ bezeichnete, ist der Glaube an den Schöpfergott nichts anderes als der Glaube eines Kindes an den Weihnachtsmann. ES GIBT KEINEN PRINZIPIELLEN UNTERSCHIED. Außerdem ist die Theodizee ein Pseudo-Problem. Meine Güte. Der zum Glück erfundene Allmächtige ist schon bei oberflächlicher Betrachtung der diversen Machwerke, die sich auf ihn beziehen, alles andere als lieb. Mir fallen am ehesten Diagnosen wie Schizophrenie ein. Oder schlimmer – er würde als ausgewachsener Psychopath durchgehen. Vielleicht erfreut er sich daran, wenn jedes einzelne Scheiß Atom im Universum SCHMERZ empfindet und leidet? Wäre das weniger plausibel als der ganze Rest?

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  2. In der Zombiewissenschaft der Religiotie steht das Endergebnis lange vor der Fragestellung fest. Gott ist immer all-mächtig und all-gütig, das Jesulein ist allerliebst.

    Theologen studieren 4-8 Jahre Zombielogie unter Negierung historischer Fakten und moderner Wissenschaft. Exorzisten verjagen Dämonen, seit Jahrzehnten tote Könige regieren über nicht existente Städte und Propheten beten in nicht existenten Tempeln, nicht existente Grossreiche beherrschen die Welt, Blinde können sehen, Lahme wieder gehen, Extremitäten wachsen nach, Essen entsteht aus Nichts, Auserwählte wandeln übers Wasser, Tote werden wiedererweckt und geistern Jahrtausende umher, gläubige Kannibalen fressen als Eucharistie Untote, Wissen ist Eitelkeit, Gottes absolut perfekter Schöpfung sind die Genitalien zu verstümmeln.

    Was also sollen die Typen schwurbeln, wenn das Endergebnis für jeden bindend vorgegeben ist ?

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  3. Die Theodizee-Frage ist mit einer Gegenfrage zu beantworten: „Wie stark muss ein Mensch verunsichert werden damit er an Gott, an seine Allmacht und seine Güte glaubt ?“
    Die Frage richtet sich in erster Linie an die (Un)Heilsbotschaftsverkünder aller Lager. Um Antwort wird zwar gebeten, es ist jedoch keinesfalls zu erwarten, dass diese auch erfolgt.

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