Wider die Sonderstellung der Kirchen


Ingrid Matthäus-Maier (Bild: WikiCommons/CC BY-SA 3.0)

Konfession und Recht Streiks sind verboten bei den Kirchen, die Putzfrau darf nicht Atheistin sein. „Religiöse Diskriminierung“ im Land erregt Unmut.

Tilman Toepfer – Main Post

Am 20. November entscheidet das Bundesarbeitsgericht in Erfurt über Grundsätze des kirchlichen Arbeitsrechts, urteilt, ob bei Kirchen und deren Wohlfahrtsverbänden Caritas und Diakonie ein generelles Streikverbot zulässig ist. Natürlich ist es das nicht, macht Ingrid Matthäus-Maier (67) acht Tage vor dem Termin in Würzburg klar.

Die ehemalige SPD-Spitzenpolitikerin und Bankenchefin hält im Hörsaal II der Alten Universität ein fulminantes Referat. Rhetorisch brillant, inhaltlich stringent. Es geht ihr nicht nur um „die religiöse Diskriminierung am Arbeitsplatz“. Es geht ihr um die Sonderstellung der Amtskirchen in diesem Land. Ingrid Matthäus-Maier spricht über „Die Trennung von Kirche und Staat in Deutschland: Grundgesetz und Verfassungswirklichkeit.“

Grundgesetz? Artikel 140 der Verfassung verweist auf Artikel der Weimarer Reichsverfassung. Matthäus-Maier hat den Zuhörern der Ringvorlesung „Religionsfreiheit und ihre Grenzen“ Kopien der einschlägigen, nach wie vor gültigen Bestimmungen mitgebracht. Es besteht keine Staatskirche, heißt es da. „In Wirklichkeit bestehen zwei Staatskirchen“, sagt die frühere Richterin und beginnt mit der Anklage gegen einen Staat und die Parteien in Regierungsverantwortung. Die ignorierten seit langem die Verfassung und verletzten ihre Pflicht zur weltanschaulichen Neutralität.

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2 Comments

  1. @Sospetto
    „Die große Gefahr sehe ich darin, dass die etablierten Sekten und Götzenanbeter eher weitere Sekten akzeptieren und unterstützen“

    Diese Gefahr ist sehr real, wem als Kind durch religöse Indoktrination das Gehirn zur Grütze geklopft wurde, der kann sich davon nicht erholen wie von einem Schnupfen

    Eine Gottvorstellung als wahnhafte Psychose wandelt sich langsam zur Pseudo-Realität im Unterbewusstsein. Gläubige die mit Fiktionen sprechen sind geistig gestört, die schizophrene Psychose schmeichelt ihrer kranken Psyche. Gegen den Wahn gepaart mit Autoritätsproblemen und Narzissmus helfen nur Psychopharmaka, Neuroleptika oder gar die Gummizelle. Defizite im ventralen (orbitofrontalen) Cortex im Gehirn führen zu Risikobereitschaft, asozialem Verhalten mit Missachtung ethischer und moralischer Regeln, typisch für RKK Priester und demente Alte.

    Religiosität ist ein paranoider Wahn des limbischen Netzwerks mit Hoffnung, Liebe, Hass und Visionen bei Realitätsverdrängung. Die Begriffe wurden als „Kirchensprech“ umdefiniert, damit der Betrug nicht offensichtlich wird. Änderungen im emotional limbischen System verändern unser deklaratives Gedächtnis nur kurzfristig, der paranoide Wahn der religiösen Gehirnwäsche bleibt ein Leben lang präsent.

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  2. Würden mehr Politiker wie Ingrid Matthäus-Maier, Kubicki, etc. eine Partei gründen, mit den klaren Aussagen wie sie sie im Vortrag brachte, wäre ich das erste Parteimitglied. 🙂

    Darauf hoffe ich allerdings schon lange vergeblich. Die Mehrzahl der Politreligioten weiß das gut zu verhindern. Sie verstecken sich unter den Fetzen der Talartunten, damit kann man schließlich nichts verkehrt machen und man sichert sich die Stimmen der indoktrinierten Schafe.

    Ich könnte mir allerdings gut vorstellen, dass sich eine immer größer werdende Zahl unzufriedener Noch-Religionsmitglieder bei einer Wahl den Säkularen anschließen würden.

    Die große Gefahr sehe ich darin, dass die etablierten Sekten und Götzenanbeter eher weitere Sekten akzeptieren und unterstützen, welche auch bemüht sind mit den Etablierten gleichgestellt zu werden. Hier geht es um viel Geld, das nach dem Motto abgegriffen werden kann:

    Lieber bekommt mein ungeliebter Konkurrent auch ein Scheibchen, bevor sie uns alle rauswerfen.

    Nur wenn sich der Staat auf eine unparteiische und laizistische Ebene zurückzieht, ist er nicht mehr erpressbar. 💡

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