Kabarettist Bruno Jonas meidet heute Satire über Religion


Bruno Jonas, Bild: public domain

Anders als zu Beginn seiner Karriere meidet der deutsche Kabarettist Bruno Jonas (59) bei der Satire heute das Thema Religion. Er verzichte inzwischen darauf, religiöse Inhalte satirisch zu bearbeiten, wenn er annehmen müsse, falsch verstanden zu werden, sagte Jonas der „Passauer Neuen Presse“ (Samstag-Ausgabe).

Tiroler Tageszeitung

„Nicht weil ich Angst habe, sondern weil es dann sinnlos ist, darüber Witze zu machen.“

Er sei sich ziemlich sicher, dass John Cleese und Eric Idle von der Comedy-Gruppe Monty Python die Jesus-Satire „Das Leben des Brian“ heute nicht mehr machen würden. „Und ich vermute, dass die heute keinen Mohammed-Film machen würden, weil sie um die Wirkung wissen, die dieser Film in der muslimischen Welt hervorrufen würde.“

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4 Comments

  1. Zivilisation

    „Die Schaffung von Reichtum ist durchaus nichts Verachtenswertes, aber auf lange Sicht gibt es für den Menschen nur zwei lohnende Beschäftigungen: die Suche nach Wissen und die Schaffung von Schönheit. Das steht außer Diskussion – streiten kann man sich höchstens darüber, was von beidem wichtiger ist.“

    Arthur C. Clarke (Profile der Zukunft)

    Ein Affe muss nur wissen, wo er Futter findet, und um die Schaffung von Schönheit braucht er sich nicht zu kümmern, denn er weiß noch gar nicht, was das ist. Erst der Mensch kann die Schönheit der Natur bewundern, sich von ihr inspirieren lassen, sie studieren und erforschen und dann eigene Kunstwerke erschaffen. Auch die Wirtschaftsordnung ist ein Kunstwerk, das wiederum Rückwirkungen auf den Menschen und seine emotionale und geistige Entwicklung ausübt.

    Die ersten Wirtschaftsordnungen waren zentralistische Planwirtschaften noch ohne liquides Geld und sie entstanden aus der Religion (Vielgottglaube). Die zweite Kulturstufe, in der wir uns noch heute befinden, basiert auf der kapitalistischen Marktwirtschaft, die ebenfalls aus der Religion (Eingottglaube) entstand. Das war sozusagen die Kinderstube des Menschen, in der er sich durch Arbeitsteilung über den Tierzustand erhob:

    „Die Entwicklung vom Herdenmenschen, vom Teilmenschen zum selbständigen Vollmenschen, zum Individuum und Akraten, also zum Menschen, der jede Beherrschung durch andere ablehnt, setzt mit den ersten Anfängen der Arbeitsteilung ein. Sie wäre längst vollendete Tatsache, wenn diese Entwicklung nicht durch Mängel in unserem Bodenrecht und Geldwesen unterbrochen worden wäre – Mängel, die den Kapitalismus schufen, der zu seiner eigenen Verteidigung wieder den Staat ausbaute, wie er heute ist und ein Zwitterding darstellt zwischen Kommunismus und Freiwirtschaft. In diesem Entwicklungsstadium können wir nicht stecken bleiben; die Widersprüche, die den Zwitter zeugten, würden mit der Zeit auch unseren Untergang herbeiführen, wie sie bereits den Untergang der Staaten des Altertums herbeigeführt haben.“

    Silvio Gesell (4. Vorwort zur NWO)

    Die dritte und vorläufig letzte Kulturstufe ist die Natürliche Wirtschaftsordnung, die aus der Vernunft entsteht – eine Vernunft, die eingesehen hat, dass die Schaffung von Reichtum dann etwas Verachtenswertes ist, wenn sie auf Kosten der Mehrarbeit anderer erfolgt, sodass sie am Ende statt Wissen und Schönheit nur noch Dummheit und Hässlichkeit erzeugt.

    Dieser eigentliche Beginn der menschlichen Zivilisation setzt die Überwindung der Religion, den Erkenntnisprozess der Auferstehung, voraus.

    Jüngstes Gericht

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  2. Ich fürchte nur, dass so Herrn Jonas relativ schnell, -der Stoff aus dem die „Lacher“ sind-, ausgehen dürfte. 😉

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  3. Die einzige „Waffe“ gegen die konzentrierte Dummheit der Religion ist die Satire. Gläubige sind geistig unfähig sachliche Kritik an ihrem Verhalten zu verstehen.

    Daraus ergibt sich für die Religion die Notwendigkeit der Blasphemie-Gesetze, mit Kritik kann man nicht umgehen geschweige denn sie sachlich entkräften. Wenn allerdings Satiriker sich davor fürchten Kritik an Religionen zu „machen“, dann gute Nacht für die Menschenrechte

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  4. Auf jeden Fall ist es gut für’s Geschäft, wenn man die Wahrheit nicht sagt. So können auch Religioten eine saubere Satire erleben. 😥

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