655 Jahre nach Mord – gierige Kirche will immer noch 70 Franken Sühne


Kirche von Näfels, Bild: wikipedia/Roland Zumbühl

Im Jahre 1357 beging Konrad Müller aus Niederurnen einen Mord. Um der Todesstrafe zu entkommen, spendete er der Kirche Mollis ewiges Licht und verpflichtete sich, das Öl für dessen Betrieb zu liefern. Dazu verpflichten sich bis heute auch die Besitzer seiner Liegenschaft.

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Denn damals wurde vereinbart, dass die zukünftigen Besitzer von Müllers Liegenschaft die Sühne weiterhin erbracht werden soll. Heute handelt es sich um die Parzellen 67 und 72 in Näfels. Da sie keine Nussbäume mehr haben, müssen sie jährlich siebzig Franken zahlen.

Einem der Grundeigentümer wurde das jetzt zu blöd. Er sagt, es bestehe keine rechtliche Handhabe und er sehe nicht ein, warum er für diesen alten Mord büssen soll.

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2 Comments

  1. Und da gingen ihm die Augen auf. Für Mord muss nur der Mörder einstehen. Wie sich die Schwarzröcke nicht zu schade sind wegen 70 Franken so einen Aufstand zu machen? Die öffentliche Aufmerksamkeit schadet ihnen doch mehr als es ihnen einbringt. Mir soll es Recht sein. 🙂

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  2. Sollte es für diese Verpflichtung einen schriftlichen Vertrag geben, ist die Sache nicht ganz trivial, denn es stellt sich die Frage, wie lange der Grundsatz „Pacta sunt servanda“ (Verträge müssen erfüllt werden) eigentlich Bestand hat. Gibt es ein „natürliches“ Verfallsdatum für Verträge? Oder ein außerordentliches Kündigungsrecht nach einer gewissen Zeit? Dabei spielt es eigentlich keine Rolle, ob der Vertragsinhalt noch „zeitgemäß“ ist.

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