Zirkumzision: 4 Wochen altes Baby verblutet – Gerichtsverhandlung


Demonstration gegen Beschneidung bei der San Francisco Pride Parade im Jahr 2008. (nerdcoregirl | Flickr | CC BY-SA 2.0)

Im April 2010 nimmt eine Krankenschwester, in einer Wohnung in Manchester, eine Beschneidung, eines 4 Wochen alten Jungen vor. Einen Tag später stirbt Goodluck Cauberg, so der Name des Jungen.

Die Krankenschwester, Grace Adeleye, brauchte für die Beschneidung nur eine Schere und Olivenöl. Die gesamte Prozedur wurde ohne Betäubung durchgeführt. Nun steht sie vor Gericht und weist den Vorwurf der grobfahrlässigen Tötung zurück. Die Eltern des Jungen und die Krankenschwester stammen aus Nigeria, wo es christliche Tradition ist, Jungen zu beschneiden.

Für ihre Dienste an der christlichen Tradition wurde der Krankenschwester eine Summe von 100£ gezahlt.

Grace Adeleye ließ eine ausgefranste Wunde unversorgt.  Die post-operative Versorgung wird als unzureichend eingeschätzt.

Die Obduktion ergab, dass Goodluck Cauberg schlicht und einfach verblutete.

Angesichts der Beschneidungsdebatte in Deutschland ein schier unglaublicher Vorfall. Argumentiert die Politik, im Gesetzgebungsverfahren, das Beschneidungen unkompliziert seien und keine größere Gefahr für die Jungs darstelle. Grace Adeleye ist Krankenschwester und Hebamme, verfügt also über erforderliche medizinische Kenntnisse. Und trotzdem musste der Junge in diesem Fall sterben, völlig unnötig, so wie es das Gericht in Manchester auch sieht.

Hier geht es um „christliche Traditionen.“ In Deutschland um Traditionen des Judentums und des Islams. Kritiker religiöser Kulthandlungen, wie die Zirkumzision sie darstellt, wurden ganz schnell zu Antisemiten und Islamophobe gestempelt. Dabei ist längst klar, dass es politische Entscheidungen sind und nicht die Tatsache der Beschneidung an sich. Es kann nicht Aufgabe eines säkularen Gemeinwesens sein, rituale Kulte rechtlich auszugestalten, Gleichheitsgrundsätze zu verletzen und damit die gebotene staatlich-weltanschauliche Neutralität. Es ist Sache der Religionsgemeinschaften ihre Kulthandlungen an eine säkulare Welt anzupassen. Veränderungen diesebzüglich können nur von ihnen ausgehen. Genauso unsinnig ist die Forderung, das Strafrecht an die ritualen Kulte anzupassen. Solche Postulate öffnen  Privilegien für Religionsgemeinschaften und zerstören den Grundsatz der Rechtsgleichheit aller Individuen der Gesellschaft.

Der Fall in Manchester: Manchester baby boy ‚bled to death after circumcision‘

1 Comment

  1. Bei der Bundestagswahl 2013 treten erstmals die Partei FW und die Pro-Partei an. Der Multikulturalismus wird niedergebrochen. Und es werden dann auch die verächtlichen Beschneidungen verboten.

    Liken

Kommentare sind geschlossen.