Bennys Pontifikat: Eine Abfolge von Eklats und Pannen


Vatileaks und Regensburger Rede, Missbrauchsskandal und Piusbrüder. Im Pontifikat Benedikts XVI. und seiner öffentlichen Wahrnehmung spielt Krisenmanagement eine gewisse Rolle. Entsprechend lebhaft und kontrovers ist auch der Deutungsstreit vor allem in den italienischen Medien um das Pontifikat. Nach dem bekannten Vatikanisten Andrea Tornielli hat auch sein Kollege Marco Politi ein Buch über den Papst geschrieben und jetzt aktualisiert auf Deutsch vorgelegt: „Benedikt – Krise eines Pontifikats“.

Von Johannes Schidelko kipa-apic

Während Tornielli unter dem Titel „Angriff auf Ratzinger“ von einem „Kreuzzug der Desinformation“ sprach, dem Benedikt XVI. ausgesetzt sei, sieht Politi den Schlüssel für Probleme und Missverständnisse eher beim Papst selbst. „Joseph Ratzinger hätte nicht Papst werden dürfen“; als „Anti-Kandidat“ hätte er aufgrund seiner polarisierenden Persönlichkeit eigentlich nicht gewählt werden können.

Das Buch ist kenntnisreich und interessant geschrieben, es stellt vieles zusammen, was Politi bereits früher als Vatikanist in der linksliberalen „Repubblica“ veröffentlicht hat. Er zeigt die Schwächen des Pontifikats, dessen Motor immer wieder unrund lief und stockte, kommt dann aber zu überzogenen Schlussfolgerungen, die in der nicht belegten Charakterisierung Benedikts als „tragischer“ Figur gipfeln.

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1 Comment

  1. Nachdem ich gerade »Papst und Teufel: Die Archive des Vatikan und das Dritte Reich« gelesen habe bin ich was die Probleme des Watschikans angeht eher der Meinung, dass sie Systemimmanent sind. Dass man dann noch einen Zurück-ins-Mittelalter-Vorstand hat, lässt das erstaunlich kleine Getriebe, das die Entscheidungen in diesem Weltkonzern fällt noch deutlicher quietschen.

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