Dodo Thierses polit-religiöse Agit-Prop


Bild: mainpost.de
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Thierse, das religiöse Schmuddelkind der SPD hat wieder zugeschlagen, der Retter des deutsch-christlichen Abendlandes darf auf drei Seiten des Wochenmagazins „DIE ZEIT“ seiner katholisch-politischen Visionen verkünden. Der Chefredakteur DER ZEIT wird angesichts der verkündeten Bibel-Botschaften des Bundestagsvizepräsidenten Tränen der religiösen Rührung in den Augen haben. Lassen wir den Polit-Kasper und Gottesknecht zu Wort kommen.

Zum Thema Besuch des Bundespräsidenten bei der römischen Spukgestalt sagte er:

Thierse

Ich selbst habe als Katholik weder vor dem Papst das Knie gebeugt noch seinen Ring geküsst. Warum sollte ausgerechnet Pastor Gauck es tun? Als Christ, auch als Katholik, beugt man sein Knie nur vor Gott, vor sonst niemandem!

Fällt mir ganz spontan Ambrose Bierce ein.

A.Bierce

Camel and Christ accept their burdens kneeling

Weiter im Text.

ZEIT ONLINE: Und der weltweit erstarkende religiöse Fundamentalismus beunruhigt Sie nicht?

Thierse: Wenn Religion von Islamisten missbraucht wird zur Begründung von Gewalt – dann bin ich empört. Dagegen müssen sich alle Religionsgemeinschaften gemeinsam wehren. Es gibt aber nicht nur Fundamentalismus im Islam oder bei den Evangelikalen, es gibt auch eine Art atheistischen Fundamentalismus. Der gegenwärtige Streit über die Beschneidung bringt jedenfalls eine beträchtliche antireligiöse Militanz an den Tag.

ZEIT ONLINE: Militant sind die Beschneidungsgegner eigentlich nicht. Manche sind vielleicht ignorant.

Thierse: Es mehren sich aber die Stimmen derer, die aus dem weltanschaulich neutralen Staat einen parteiischen Staat der Religionslosen und der Laizisten machen wollen. Das halte ich für falsch. Da bin ich überempfindlich, denn das habe ich alles schon erlebt. In der DDR gab es keinen Religionsunterricht an den Schulen, keine Militärseelsorge, keine öffentlichen Bekenntnisse. Und siehe da, das Ding ging unter! Tatsache ist, Religionslosigkeit kann gefährlich sein. Denken Sie nur an die schlimmsten religionslosen Verbrecher des 20. Jahrhunderts: Stalin, Hitler, Mao Zedong, Pol Pot.

Stellt sich die Frage, wieso er als Bundestagspräsident, im Fühjahr 2005, mit einer von ihm geführten Delegation das Mausoleum des religionslosen Verbrechers Mao Zedong aufsuchte? Vergisst Thierse, blendet aus, oder nennen wir es ignorant, dass Adolf Hitler heute noch immer sein Bruder in Jesu ist. Hitler als Katholik wurde nie exkommuniziert und es ist nicht bekannt, wieviele ego te absolvo er von seinem Priester erhalten hat. Um es präzise zu sagen, alle Katholiken, bis hin zum Pappa in Rom, befinden sich mit Hitler in einer Glaubensgemeinschaft, da zählen Pinochet oder Franco auch noch dazu.

Völlig verblödet, religionsverblödet der DDR-Satz. Die nach seiner Ansicht am Religionsmangel untergangen ist. Isses das Alter, beginnende Zerfallserscheinungen im katholisch geprägtem Gehirn?

Dann fängt er an zu lügen, wie eben nur Katholen lügen können. Nach einer ordentlichen Beichte ist das aber alles wieder Rechtens.

Thierse: Das ist ja das Großartige unseres Grundgesetzes, wir leben in einem weltanschaulich neutralen Staat. Aber das heißt nicht, dass dieser Staat Partei ergreifen darf für Areligiosität, Laizismus, Atheismus. Nein! Er lädt alle Bürger ein, aus ihren unterschiedlichen persönlichen Überzeugungen heraus am Gemeinwohl mitzuwirken.

Es ist gerade diesen Interview, welches die postulierte weltanschauliche Neutralität des Staates ad absurdum führt. Alle Bürger sind eingeladen an der Gestaltung der Gesellschaft teilzunehmen, so sie denn glauben. Areligiosität, Laizismus und Atheismus bleiben aussen vor. Er verklausuliert Wahrheiten wie sein imaginärer Freund. Der seinen Anhängern einen „freien Willen“ gegeben haben will, aber sobald sie diesen gebrauchen, lässt er Schwefel vom Himmel regnen, schickt Wassermassen und lässt den „freien Willen“ ersaufen.

ZEIT ONLINE: Sie haben ein Buch geschrieben, das heißt Religion ist keine Privatsache. Soll man mit Religion Politik machen?

Thierse: Ich will einmal die Frage beantworten: Ist Religion überhaupt Privatsache? Und da sage ich einmal Ja und zweimal Nein. Ja, weil der Glaube des Einzelnen seine persönliche Sache ist und nicht vom Staat diktiert werden darf. Nein, weil Religion, zumal christlicher Glaube, nicht bloß das Fürwahrhalten von Glaubenssätzen ist, sondern auch Einweisung in ein gutes und sinnvolles Leben, in soziale Praxis und damit auch in Politik. Und noch mal Nein, weil die Gesellschaft vom Engagement der Bürger lebt, die aus ihren starken Überzeugungen heraus handeln, die über den eigenen Egoismus hinaus auf das Gemeinwohl zielen. Da sind Religionen geradezu unersetzlich.

Gut und sinnvoll lebt, wer glaubt. Wer nicht glaubt gehört eigentlich interniert.

ZEIT ONLINE: Der freie Bürger und der Glaubende, der einer unhintergehbaren Wahrheit folgen soll, sind aber nicht dasselbe. Empfinden Sie als Katholik diesen Widerspruch?

Thierse: Nein. Ich bin doch nicht schizophren. Ich bin zugleich Politiker und Christ. Das lässt sich nicht trennen. Was ich glaube, ist meine persönliche Sache, aber das kann ich doch nicht von dem fernhalten, was ich als Politiker tue, sage, entscheide.

Herr Thierse, beim zweiten Satz darf in Zweifel anmelden. Eine belegbare Quelle wäre obligat.

Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität, Menschenwürde macht Thierse am christlichen Glauben fest. Die unchristlichen Begrifflichkeiten der Antike und Aufklärung kontaminiert er mit seiner Auffassung von Christentum.
Befragt, warum es solche gegensätzlichen Auffassungen besonders bei der Homosexualität gibt, eiert Thierse herum, da zieht er sich dann auf die rechtlichen Positionen des Staates zurück. Ob nun evangelische Altbischöfe oder sein göttlicher Befehlsgeber in Rom alles vom Feinsten.

Zum Interview

6 Comments

  1. In der Beschneidungsdebatte hat er geäußert :“Die Grundlagen des demokratischen Staates … fußen nicht in säkularen Prinzipien!“ … oder so ähnlich … Soweit zu … just another asshole. Thierse … ist … Abschaum.

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  2. Auch der Kommunismus und der Nationalsozialismus lebte in seinem Ursprung vom „Engagement der Bürger, die aus ihren starken Überzeugungen heraus handeln, die über den eigenen Egoismus hinaus auf das Gemeinwohl zielen.“

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  3. @Sospetto: Gut und sinnvoll lebt … – Möment – Das war nicht von Thierse, sondern ein überpitzter Kommentar zu seinem Geschwurbel.

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  4. So eine Ratte. Was glaubt er denn was er ist?

    Gut und sinnvoll lebt, wer glaubt. Wer nicht glaubt gehört eigentlich interniert.

    Wer solche Sätze schwurbelt, gehört doch selbst weggesperrt. Wer SPD wählt, unterstützt diese Aussage direkt. Ich weiß, dass die Schwarzen nicht besser sind, deshalb Stimme ungültig machen, um die Etablierten nicht zu unterstützen. Leider reiten heute Parteien jeglicher couleur auf diesen religiotitischen Bezeugungen herum.

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  5. Bei diesem Interview ging mir der Hut hoch.

    Was um alles in der Welt hat konfessioneller Religionsunterricht an den Schulen zu suchen? Thierse hatte kein Argument gegen Religionskunde an der Schule. Es ist ein Witz, zu meinen, weil religiöse Menschen unser Grungesetz gebastelt haben, sei Religion eine Grundlage für unsere Verfassung. Blöderweise hat man die Chance, bei der Wiedervereinigung den Gottesbezug zu streichen, nicht genutzt.

    Die Werte des Grundgesetzes, die gelten, gelten ohne religiöse Verbrämung. Anbetrachts der vielen hier lebenden Menschen, die nicht dem Christentum angehören, ist es sowieso sinnlos, eine Leerformel wie ‚Gott‘ in die Verfassung zu schreiben. Welcher Gott ist denn damit gemeint? Die katholische Variante, die evangelische, das ‚Vonwoher meines Umgetriebenseins‘, Jehova, Allah oder gar Vitzliputzli? Es gibt schlicht und ergreifend keine allgemein gültige Verhaltensnorm, die man in einer pluralistischen Gesellschaft auf eine Leerformel gründen könnte.

    Religion hat in Schulen ausschließlich als Religionskunde einen Platz.

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