Katholen-Sekte sucht nach besseren Kommunikationswegen

Bild: wikimedia.org

Die katholische Kirche in Deutschland will sich im neuen Jahr mit einer veränderten Kommunikation zu Wort melden. «Wir dürfen nicht von oben herab kommunizieren und den Eindruck vermitteln, wir wissen alles besser».

DIE WELT

Das sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, in Freiburg der Deutschen Presse-Agentur.

«Im Ringen um Aufmerksamkeit und im lauten Wettbewerb der Medien untereinander wächst die Gefahr, dass Themen mit eher leisen Tönen überhört werden», sagte der Freiburger Erzbischof. «Wir suchen nach Wegen, diese wichtigen Themen auch künftig in der Gesellschaft präsent zu halten.» Als Beispiele nannte Zollitsch den Kurznachrichtendienst Twitter und Soziale Netzwerke wie Facebook.

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Austrittswelle gestoppt – Gläubige gekauft

Bild: freigeist-weimar.de

Eigenititiative lohnt sich offenbar. Im evangelischen Dekanat Fürstenfeldbruck steigt die Zahl der Mitglieder leicht an

Von Gerhard EisenkolbSüddeutsche.de

Im evangelischen Dekanat von Fürstenfeldbruck ist es 2012 gelungen, den seit Jahren anhaltenden Schwund an Mitgliedern zu stoppen. Laut Dekan Stefan Reimers wuchs die Zahl der evangelischen Christen in den zwölf Kirchengemeinden in den vergangenen Monaten erstmals wieder leicht um 0,2 Prozent auf nunmehr 41 880 an. Bereits seit längerer Zeit hatte man im Dekanat nach Möglichkeiten gesucht, den hohen Austrittszahlen entgegenzuwirken. So ergab eine Telefonbefragung von 312 Landkreisbürgern, dass die meisten wegen der Kirchensteuer ausgetreten waren.

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Fromme Mormonen ohne christliche Theologie

mormon_tempelDie USA bleiben eine christlich geprägte Nation. Am frömmsten sind allerdings nicht die Protestanten oder die Katholiken, sondern die Mormonen. Das geht aus einer Umfrage des Gallup-Meinungsforschungsinstituts (Princeton/Bundesstaat New Jersey) hervor.

Arbeitskreis Religionsfreiheit der Evangelischen Allianz

Danach zählen rund 75,2 Prozent der 314 Millionen US-Amerikaner zu einer christlichen Kirche bzw. Glaubensgemeinschaft. Davon sind 23,3 Prozent Katholiken und 51,9 Prozent Protestanten sowie Angehörige anderer christlicher Gemeinschaften. 2,1 Prozent gehören der „Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“ (Mormonen) an. 1,7 Prozent sind Juden, 0,6 Prozent Muslime und 2,6 Prozent Angehörige anderer Religionsgemeinschaften. 15,6 Prozent sind nicht-religiös, und 2,2 Prozent machten keine Angaben bei den 326.000 Befragungen vom 2. Januar bis 30. November 2012. Während der Anteil der Christen leicht zurückgegangen ist, haben Mormonen, Juden und Muslime ein wenig zugelegt. Stärker gewachsen, nämlich um 0,6 Prozent, ist der Bevölkerungsanteil der Nichtreligiösen.

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Arabischer Herbst: Der Islam ist die Lösung

tahrirDer Westen hat sich wieder mal getäuscht. Die arabische Welt denkt nicht daran, den liberalen Weg einzuschlagen. Sie sucht lieber nach einem dritten Weg

Von Rudolf MareschTelepolis

Hartnäckig hält sich die „Politische Romantik“, eine Sonder- oder Spezialform gut meinend schwärmerischen Denkens, am Leben. Und das, obwohl sie im zwanzigsten Jahrhundert, dessen politische Wirklichkeit sie in Gestalt von Faschismus und Kommunismus blutig prägte, ihren wahrhaft „totalitären Charakter“ enthüllt hat.

Aktuell präsentiert sie sich, mal neokonservativ „kriegerisch“ oder naiv „gutmenschelnd“, an die „natürliche Güte des Menschen“ (Rousseau) glaubend, in der „Politischen Theologie der Menschenrechte“. Dieser Ideologie zufolge beruht das Glück der Menschen, gleich welchem Stamm sie angehören oder welcher Kultur und Tradition sie folgen, auf der weltweiten Durchsetzung der westlichen Vorstellung von Freiheit, Markt und liberaler Demokratie.

Für den „Politischen Romantiker“ ist die Welt stets Anlass und Gelegenheit zugleich und folglich ein Fall für den Menschen. Nicht für irgendeinen wohlgemerkt, sondern für das bürgerliche Subjekt. Nur in einer liberalen Gesellschaft, in der der „zwanglose Zwang“ zum Individualismus herrscht und ihm die Lasten, die in einer Gesellschaft gewöhnlich hierarchisch verteilt und in unterschiedlichen Funktionen ausgeübt werden, aufgebürdet werden, kann die politische Romantik reüssieren und sich das emanzipierte Ich zum Mittelpunkt der Welt erklären.

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Graumann: „Es herrscht ein Mangel an Respekt vor Religionen“

Dieter Graumann, Bild: dapd

Warum jüdisches Leben trotz aller Misstöne in Deutschland sicher ist: Dieter Graumann, der Präsident des Zentralrats der Juden, über das Verhältnis der Deutschen zu den Juden.

Von Richard HerzingerDIE WELT

Seit zwei Jahren ist Dieter Graumann Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. In dieser Zeit war er mit heftigen Debatten über die Zulässigkeit der rituellen Beschneidung jüdischer Jungen ebenso konfrontiert wie mit wachsender antisemitischer Gewalt und zunehmender Feindseligkeit gegenüber Israel. Dabei trotzdem guter Laune zu bleiben, hilft dem Lokalpatrioten nicht zuletzt das ausgezeichnete Abschneiden der Frankfurter Eintracht in der Fußball-Bundesliga.

Die Welt: Kann man die Beschneidung jüdischer Jungen ablehnen, ohne Antisemit zu sein?

Dieter Graumann: Aber selbstverständlich! Gegen einen kritischen Diskurs ist ja gar nichts einzuwenden. Ich habe, als die Frage der Beschneidung hochkam, allerdings festgestellt, dass die meisten Menschen in Deutschland darüber schlicht gar nichts wussten. Dabei praktizieren wir die Beschneidung ja nicht konspirativ, sondern offen und transparent, und das seit Jahrtausenden. Es hat sich nur offenbar kein Mensch dafür interessiert. Dass man vor etwas erst einmal zurückschreckt, das einem fremd vorkommt, kann ich durchaus nachvollziehen. Genau aus diesem Grund haben wir, die jüdische Gemeinschaft, uns auch sehr offen der Debatte gestellt.

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Dodo Meisner über „die totale Profanierung des Sakralen“

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„Die totale Profanierung des Sakralen“ sei eine Folge des falsch verstandenen Konzils, so Kardinal Meisner.

kath.net

Die katholische Kirche hat sich nach Einschätzung des Kölner Erzbischofs Joachim Kardinal Meisner nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) zu sehr dem Zeitgeist angepasst. Der Sinn für das Heilige sei abhandengekommen, kritisierte er in einem Interview der in Würzburg erscheinenden „Die Tagespost“ (Samstag). Die Sakramentenkatechese sei sträflich vernachlässigt und äußere Zeichen der Ehrfurcht ersatzlos gestrichen worden.

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Pius-Brüder, ein offener Brief an Gauck, rassistisch und braun gefärbt

pius_briefpius.info

Der Bundespräsident Gauck hat am 25. Dezember eine optimi-
stische oder besser gesagt nichtssagende Weihnachtsansprache gehalten.

Der hier veröffentliche offene Brief an den Bundespräsidenten stammt aus der Feder eines traditionstreuen Katholiken und Lesers von pius.info.

Er zeigt, dass der Bundespräsident ziemlich alles verschwiegen hat, was wirklich wichtig gewesen wäre, und dass es für Katholiken und Christen ziemlich wenig Grund zu blauäugigem Zukunftsoptimismus gibt, wie Herr Bundespräsident glauben machen will.

Am Fest des heiligen Stefanus 2012

Sehr geehrter Herr Bundespräsident Gauck,

dieses Schreiben ist öffentlich. Sie haben die Bürger zu mehr Zivilcourage aufgefordert. Ein jeder beginne bei sich selbst.

„Gerade aus, gerade durch“ war der Wahlspruch des Freiherrn vom Stein. Ihre unbegründet-optimistische Weihnachtsrede entsprach dieser Wegweisung nicht, auch haben Sie vorsichtigerweise nur offene Türen eingerannt.

Da wir in einem Land mit multikultureller Bevölkerung leben, vermeiden wir immer öfter bestimmte Plätze oder Stadtteile, da sie „no-go-areas“ für Einheimische geworden sind. Manche haben schon Angst, bei Dunkelheit ihre Wohnung zu verlassen.

Niemand wirft Ihnen vor, das zufällig missglückte Attentat mit einer Nagelrohrbombe verschwiegen zu haben. Allerdings bin ich überzeugt, Sie hätten bei einem anderen politischen Hintergrund laut anklagend Ihre Stimme erhoben.

In einer Zeit wachsender Unsicherheit auf Straßen, in Bahnhöfen oder auf Märkten verweisen Sie politisch korrekt auf die falschen Schuldigen („wir“ sind die Täter!). Sie zeigen sich solidarisch mit allen Zureisenden, aber nicht mit uns, der hier angestammten Bevölkerung.

Den Himmel des Vaterlandes haben wir zerschlagen, bald holen wir uns blutige Füße auf seinen Splittern. Die demographische Entwicklung ist so verheerend, dass die Einheimischen in absehbarer Zeit in der Minderheit sein werden. Nicht nur die Kinderfeindlichkeit des deutschen Volkes ist sprichwörtlich geworden. Über unserem sterbenden Volk hängt das blutige Damokles-Schwert des Paragraphen 218, der immerwährende Kindermord an den Ungeborenen!

Die blasphemischen Angriffe auf christliche Kirchen sind kaum noch Fußnoten in der öffentlichen Diskussion. Das, was mir heilig ist, wird bespuckt, darüber wird uriniert, fäkuliert und ejakuliert. Christus wird mit Kot beworfen, der Heilige Vater wird zum „Kuttenbrunzer“, ich bin Mitglied einer „Kinderfickersekte“, denn deutsche Richter haben diesen Ausdruck für die katholische Kirche mit der Meinungsfreiheit begründet. Geht es noch dreckiger? Dieser Staat gibt uns Katholiken den Säuen preis!

Kein Wort hierzu von Ihnen, einem ehemaligen Pastor, in Ihrer Ansprache!

Als die Schweineoperette „Corpus Christi“ vor einigen Jahren durchs Land tourte, versteckten sich Schweinepriester hinter dem Popanz „Freiheit der Kunst“. Ein Rabbiner sagte damals, er wollte nicht mehr in diesem Land leben, wenn damit sein Gott gemeint wäre. Wohin sollte ich emigrieren?

Wenn EU-Granden und Pastoren, deren gemeinsame Schnittmenge in marxistischem Gedankengut liegen dürfte, die kirchenschändende Pussy-Riot-Truppe zu ihren Heroen kürt, dann hat der Begriff von „apokalyptischer Dekadenz“ des Herrn M. von Gersdorff den Kern getroffen (JF 11.12.12).

„Rührend“ ist hingegen die Rücksichtnahme unserer Ältesten auf die Gefühle der Muslime. Obgleich der Islam zur Hälfte eine politische Ideologie ist, darf nur äußerst sensibel vorgegangen werden. Ein von Steuergeldern finanziertes Institut in Berlin, das sich der Erforschung des Islam widmet, musste der Freiheit der Forschung abschwören, da ihm sonst die Gelder verweigert worden wären. Ein Institut im Saarland (Inarah), das zur Erforschung der Geschichte des Islam hervorragende Arbeit leistet, wird staatlich ausgegrenzt.

Gestern, am Weihnachtstag, wurden uns Enthüllungen zur „Jesuslegende“ in der ARD präsentiert. Und die einfältigen Christen den Landes dürfen im neuen Jahr pauschal per GEZ brav für jene Sender bezahlen, die im Namen des „Bildungsauftrages“ das heilige Buch des Christentums mit den Füßen treten.

Warum werden nicht am muslimischen Opferfest Enthüllungen zu Herrn Mohammed geboten? Die Medienmacher weisen mit großem Engagement nach, dass Jesus „so“ nie gelebt hat. Keiner von ihnen hat je die Frage nach der historische Existenz von Herrn Mohammed gestellt. Eigenartig, nicht wahr?

Kürzlich hat ein kultursensibler Richter den mehrfach vorbestraften Sami M. trotz des Besitzes von 1,5 kg Heroin (!) nicht inhaftiert, da er so „haftempfindlich“ sei! Man könnte hierzu noch reichlich weitere Vorgänge nennen! Unser Rechtsstaat verteilt „Schurkenboni“, macht uns, das vormalige Volk, zu Bürgern einer minderen Klasse im Lande unserer Väter und jeden, der sich kritisch äußert, zum Ausländerfeind und Islamophoben.

Mut und aufrechter Gang – in welcher Bodenritze muss ich euch suchen? Haben die Deutschen immer nur Mut gegenüber Schwachen?

Die Verwüstungen im sittlichen Leben erkennen wir exemplarisch in der Familienpolitik (Patchwork statt Familie, entwurzeltes Gender statt Identität, frühkindliche Sexualisierung statt Liebe).

Die Funktionäre der Homosexuellen, die immer Toleranz fordern, diese aber anderen niemals einräumen, wurden Richter über Sitte und Anstand. Ihnen beugen sich sogar Kardinäle. Das alles ist nicht mehr meine Welt.

Die Zerstörung unserer finanziellen und wirtschaftlichen Grundlagen durch eine wahnwitzige Rettunsgschirmpolitik, wird von Ihnen schön geredet. Nennen Sie den Wahnsinn beim Namen! Reißen Sie dem Wolf „Solidarität“ den Schafspelz herunter!

Der Export liefe so prächtig, das sei ein Zeichen für unseren Wohlstand. Die Olivenhaine bezahlen uns aber nur noch mit Blüten, die in der florierenden Bad Bank „Target II“ in den Himmel wachsen. Je länger der Konkurs verschleppt wird desto bitterer das Ende! Wir verarmen in Kürze in einer heute kaum vorstellbaren Weise. Nicht einmal mehr die Tafelläden werden überleben! Das Geld wird jeglichen Wert verlieren. Die Zahngoldräuber sind in Frankreich bereits unterwegs.

Was glauben Sie, welche Treue dieser treulose Staat von seinen kleinen Bürgern noch zu erwarten hat?

Zivilcourage, wozu? Aus der Geschichte gelernt haben, wann? „Nibelungentreue“ bis zum Ende, für was?

Stefan George (heute feiern wird seinen Namenstag) wurde bereits 1907 der jetzige Zustand „geoffenbart“ (Der Widerchrist):

„Ihr jauchzet entzückt von dem teuflischen schein

Verprasset was blieb von dem früheren sein

Und fühlt erst die not vor dem ende.

Dann hängt ihr die zunge am trocknenden trog

Irrt ratlos wie vieh durch den brennenden hof

Und schrecklich erschallt die posaune.“

Mit freundlichen Grüßen

J.R.

Frieder Otto Wolf: „Rückkehr in die Zukunft“

frieder_o_wolfWenn sich Fragen nicht beantworten lassen, muss daran gearbeitet werden, sie neu zu stellen.

Dieser Sammelband mit philosophisch-politischen Texten von Frieder Otto Wolf macht deutlich, dass es wichtig bleibt, die Fragen der Herrschaftskritik, der Staatskritik und der Kapitalismuskritik konkret zu stellen – dass es aber nicht angeht, einfach dazu zurückzukehren, wie sie in den 1960er und 1970er Jahren gestellt worden sind.
Die Arbeit daran, eben diese elementaren Fragen neu zu stellen und damit gegen den herrschenden Albtraum vom ‚Ende der Geschichte’ wieder eine Zukunft zu gewinnen – in den großen Krisen die historischen Alternativen aufzuzeigen – wird in Texten aus den letzten dreißig Jahren und ausführlichen „Wiederbehandlungen“ (‚Retraktationen’) und einem Nachwort als zentrale Aufgabe einer radikalen Philosophie bearbeitet.
Ein Personenregister erleichtert das Navigieren in der breit angelegten Auseinandersetzung mit der vorliegenden kritischen Literatur.

Alles materiale Sein ist aufgehoben in der göttlichen Allmacht

hawkings_gottPraktisch gelebter Glaube ist mehr als private Seelentrösterei, die ohne Auswirkung auf die gelebte gesellschaftliche Realität bleibt

Von Aiman Mazyek Islam.de

Die Jahrtausend alten Fragen des Menschen nach dem Ursprung, Zweck und Ziel seines Daseins, welche die Menschheit in ihrer seelisch geistigen Entwicklung vorantreiben, haben für den Menschen stets große Bedeutung.

Erst aber durch die extrem starke materialistische Prägung in der Neuzeit scheint diese Frage vernachlässigbar geworden zu sein. Der rein materiell ausgerichtete Mensch sieht keinen Bedarf eines praktischen Glaubens. Er sieht seinen Ursprung ausschließlich in dem von den Wissenschaften aufgestellten Gesetzen von der Entstehung des Lebens auf dieser Erde, glaubt nur an das, was er an fassen oder der Experiment beweisen kann und sieht deshalb-folgerichtig-Sinn und Zweck seines Daseins ausschließlich in der Bedürfnisbefriedigung seines materiellen Seins.

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Spiritualität: Die falsche Rückkehr zur Religion

Quelle: en-wikipedia
Quelle: en-wikipedia

Es ist wieder schick, religiös zu sein. Den Agnostikern hingegen wird jedwede Moral abgesprochen. Dabei sind sie die wahrhaft Gläubigen.

Von Tanja DückersZEIT ONLINE

Es liegt nicht nur an der Weihnachtszeit, dass Zeitungen und Radiosendungen gerade vor religiösen Themen strotzen. Nein, bereits seit einigen Jahren ist es wieder schick, sein Kind taufen zu lassen, kirchlich zu heiraten, in den Gottesdienst zu gehen, die Kirchen als Hort von Anstand und Moral in einer „schnelllebigen oberflächlichen Zeit“ zu preisen und Atheisten als gefühlskalte Technokraten zu belächeln.

Das Bürgertum hat eine neue Lari-Fari-Religiosität entdeckt, vor allem den zeitgeistigen Katholizismus, der nicht viel fordert, aber dem Bekennenden ein wertebewusstes Image verschafft. Auffällig, wie viele Promis derzeit betonen, religiös – vor allem: katholisch – zu sein: Harald Schmidt, Günther Jauch, Stefan Raab, Alfred Biolek, Thomas Gottschalk, Markus Lanz, Joachim Löw, Franz Beckenbauer, der offenbar diverse Scheidungen nicht im Widerspruch zu den Lehren der katholischen Kirche sieht.

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Islam als Feindbild

Für sein Buch „Die Feinde aus dem Morgenland. Wie die Angst vor den Muslimen unsere Demokratie gefährdet“ analysierte der Historiker Wolfgang Benz nicht nur die notorische Website „Politically Incorrect“, sondern interessiert sich mehr noch für islamophobe Einstellungen in der Bevölkerung und die scheinbar so sachlichen „Islamkritiker“.

Von Peter Bräunlein diesseits.de

Erschreckend ist die Sammlung des früheren Leiters des Berliner Zentrums für Antisemitismusforschung, Wolfgang Benz, die er seinem aktuellen Buch zugrunde legt. Sie reichen von Äußerungen im Internet, u.a. auf Politically Incorrect, bis zum Mord an einer islamischen Ägypterin durch einen jungen Russlanddeutschen in einem Dresdner Gericht 2009. Zwar gibt es keine offenen Sympathiebezeugungen für den Mörder, aber echtes Bedauern über den Mord wird auch in keinem der zahlreichen Kommentare spürbar. Typisch sind Äußerungen wie: „Der Mord ist zu bedauern, allerdings gibt es jetzt eine islamische Gebärmaschine weniger.“ Häufig wird aus dem Russlanddeutschen – ohne jeden Beleg – ein Jude. Reaktionen in der liberalen Presse werden von den selbst erklärten „Islamfeinden“ als weiterer Angriff auf sie selbst, eine angeblich verfolgte Minderheit, gewertet.

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Huber: „Unternehmer nicht religiös belehren“

Wolfgang Huber (2010) Bild: wikipedia/DeFontenelle

Früherer EKD-Ratsvorsitzender Wolfgang Huber: «Wenn Unternehmer, was viele ja tun, sich ehrenamtlich engagieren, dann möchten sie faire Teilhabe an Verantwortung erleben, statt dass sie belehrt werden»

kath.net

Der evangelische Altbischof Wolfgang Huber hat die Kirche davor gewarnt, gegenüber Unternehmern und Führungskräften der Wirtschaft einen belehrenden Ton anzuschlagen. «Wenn Unternehmer, was viele ja tun, sich ehrenamtlich engagieren, dann möchten sie faire Teilhabe an Verantwortung erleben, statt dass sie belehrt werden», sagte der frühere EKD-Ratsvorsitzende am Donnerstag Welt Online. Es sei «für die Führungskräfte wichtig, sich von der Kirche ernst genommen zu fühlen».

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Peter Higgs kritisiert „antireligiösen Fundamentalismus“ bei Richard Dawkins

Higgs_DawkinsIn einem Interview mit der spanischen Tageszeitung El Mundo kritisiert Peter Higgs, theoretischer Physiker und geistiger Vater des Higgs-Bosons, den „antireligiösen Fundamentalismus“ bei Richard Dawkins. Einer mehr in der Reihe derjenigen, die Dawkins „rocking the boat“, seinen typisch britischen Humor, die Eloquenz und stringente Logik, als unangenehm, ja peinlich finden.

Peter Higgs

„Dawkins konzentriert sich sehr oft, bei seinen Angriffen, auf die Fundamentalisten. Aber es gibt viele Gläubige, die einfach keine Fundamentalisten sind.“

Richtig ist, Glauben und Fundamentalismus, gemeint ist religiöser, sind zwei verschiedene Dinge. Higgs verkennt aber, dass seine gemässigten Gläubigen den Grundstock für jedweden religiösen Fundamentalismus bilden. Sie sind das Beet, auf denen extreme Bibelgläubigkeit, Frömmigkeit, Kreationismus und obskure antidemokratische Weltsichten aufwachsen.

Die fatalen Folgen religiöser Überzeugungen, von Dawkins kritisiert, sieht Higgs auch. Findet aber den Umgang mit religiösen Menschen durch Dawkins eher peinlich.
Man muss Dawkins nicht in allem zustimmen, die Methoden, die Art und Weise der Religionskritik sind durchaus kritikwürdig, das bleibt dem jeweiligen Betrachter vorbehalten. Dawkins hat aber wie kein anderer unserer Zeit, den Ungläubigen, den Atheisten eine öffentliche Stimme gegeben. Peinlich sind die Erwiderungen der Religioten, nicht Dawkins.

Kroatien: Sexualkundeunterricht empört katholische „Auoterotiker“

Kardinal Josip Bozanic: „absolut unannehmbare Positionen zur Sexualität und zur Ehe“ REUTERS

Bisher ist Sexualerziehung in kroatischen Schulen nicht Bestandteil des Lehrplans. Das soll sich nun nach dem Willen der Regierung ändern. Die katholische Kirche ist empört: Die Jugend werde verdorben.

SpON

Die mächtige katholische Kirche in Kroatien protestiert gegen die Pläne der sozialdemokratischen Regierung, Sexualkundeunterricht an den Schulen anzubieten. Hohe Kirchenvertreter kritisieren, die neuen Lehrpläne „über Sex von Minderjährigen, Masturbation, Pornografie, Empfängnisverhütung und Abreibung“ verdürben die Jugend. Sie enthielten „absolut unannehmbare Positionen zur Sexualität und zur Ehe im Gegensatz zur christlichen Anthropologie und zum Wesen des kroatischen Volkes“.

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Ilse Aigner: Kruzifix im Verbraucherministerium

Freie Dekoration: Ministerin Ilse Aigner übte schon auf der Grünen Woche. Bild: reuters

Im Besucherraum des Verbraucherministeriums gibt es ein Kruzifix. Eine Gruppe Grünen-Besucher fordert Ministerin Ilse Aigner (CSU) nun zum Abhängen auf.

Von Heide Oestreich taz

Die Gäste staunten nicht schlecht. Der Referent des Bundesverbraucherministeriums hatte die Gruppe, die der hessische Grünen-Bundestagsabgeordnete Omid Nouripour aus seinem Wahlkreis nach Berlin geladen hatte, in einen Besucherraum geführt. Dort hing gut sichtbar ein Kreuz, etwa 30 cm groß. Waren sie in einem christlichen Ministerium gelandet? Gab es nicht so etwas wie ein staatliches Neutralitätsgebot?

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Die größte Gefahr des Friedens ist religiöser Wahn

religion_dark_agesEs befremdet, wenn Papst Benedikt XVI. in der Christmette die Leugnung Gottes als Hauptgefahr für den Frieden nennt. Nicht die Atheisten sind die, vor denen wir uns fürchten müssen.

Von Alan PosenerDIE WELT

Karl Marx hatte unrecht. Das Bewusstsein bestimmt das Sein. Und wenn die Erde ein Ort des Unfriedens ist, so hat das auch mit dem Bewusstsein ihrer Bewohner zu tun. Nicht wegen materieller Güter schlachten sich die Menschen überall auf der Welt ab, wie es naive Materialisten glauben, sondern wegen ideeller Werte.

84 Prozent der Menschen bekennen sich zu einer Religion: 31,5 Prozent zum Christentum, 23,5 Prozent zum Islam, 15 Prozent zum Hinduismus, 7,1 Prozent zum Buddhismus. Zu glauben, der unfriedliche Zustand der Spezies habe nichts mit ihrem Hang zu tun, sich Götter zu schaffen, widerspricht der statistischen Evidenz. Und den Nachrichten.

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Islam-Experte: Schwein in der Media-Markt-Werbung gilt als unrein

Montage: brightsblog
Montage: brightsblog

Der türkische Ethnomarketing-Experte Burhanettin Gözüakça hat jetzt eine Studie vorgestellt, aus der hervorgeht, dass Unternehmen in Deutschland viel Marketing-Potenzial verschwenden, weil sie ihre Werbung nicht auf türkisch machen.

ShortNews

Einige Unternehmen übersetzen ihre deutsch gedrehte Werbung einfach auf türkisch. Doch das sei der falsche Weg, erklärte der Experte. Vielmehr müssten die deutschen Unternehmen ihre Werbung komplett neu mit religiösen und kulturellen Einflüssen für die Moslems drehen.

Als Beispiel dafür, wie Werbung überhaupt nicht Islam-konform sei, nannte Gözüakça die Media-Markt-Werbung, in der ein Schwein zu sehen ist. Dabei wirbt Media Markt mit dem Slogan „saubillig“. Das Schwein sei bei den Muslimen jedoch unrein, weshalb solche Werbung für sie nicht akzeptabel sei.

Original-Artikel BILD