Franz Camille Overbeck und seine geistige Waffenbrüderschaft mit Friedrich Nietzsche

Franz Overbeck während seiner Studienzeit in Göttingen, Bild: wikipedia
Franz Overbeck während seiner Studienzeit in Göttingen, Bild: wikipedia

Franz Camille Overbeck, Professor für evangelische Theologie an der Universität Basel, veröffentlichte 1873 sein Werk „Über die Christlichkeit unserer heutigen Theologie“, in dem er die These vertritt, dass das Christentum, das die Kirchen vertreten, nichts mehr mit dem ursprünglichen Christentum zu tun habe. Overbecks anti-theologischen Ansichten beeinflussten unter anderem Philosophen und Theologen wie Karl Löwith, Walter Benjamin, Martin Heidegger und Karl Barth.

Der evangelische Theologe Hermann Peter Eberlein im Gespräch mit Rüdiger AchenbachDeutschlandfunk

Achenbach: Beide sind auch leidenschaftliche Verehrer des Philosophen Schopenhauer, der die Theologie und Universitätsphilosophie ablehnt und zu einer radikalen Wahrheitssuche auffordert. Man kann ja wohl sagen, dass diese radikale Wahrheitssuche sowohl für Overbeck wie auch für Nietzsche dann zum Programm wird.

Eberlein: Beide sind radikal, in des Wortes bester Bedeutung. Das hat ja heute auch einen zwiespältigen Sinn bekommen im Zusammenhang mit der Politik. Aber radikal bedeutet ja einfach nur, dass man nach den Wurzeln fragt und dass man die Wurzeln infrage stellt. Und das tun sie beide. Nietzsche in der zweiten Phase seines Schrifttums ab dem Buch „Menschliches, Allzumenschliches“ sehr stark in Richtung der Moral. Overbeck geht es sehr stark darum, die Wurzeln des Christentums zu erforschen, mit dem Ergebnis, dass das – wenn man das zusammenfassen will – eigentlich so etwas, wie Christentum heute gar nicht mehr gibt oder gar nicht mehr geben kann.

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„Kriminalgeschichte des Christentums“ soll im Juli 2013 abgeschlossen werden

Hundertfünfzig Jahre ­Grausamkeit Mitte des 16. Jahrhunderts feiert die Kirche die völkermörderische Eroberung Lateinamerikas. Bd.9
Hundertfünfzig Jahre ­Grausamkeit Mitte des 16. Jahrhunderts feiert die Kirche die völkermörderische Eroberung Lateinamerikas. Bd.9

Am 19. Juli 2013 soll er erscheinen, der zehnte und letzte Band der Kriminalgeschichte des Christentums von Karlheinz Deschner. Dies geht aus der Programmvorschau des herausgebenden Rowohlt-Verlages hervor.

Von Thomas Hummitzschdiesseits.de

Der mit etwas mehr als 400 Seiten angekündigte Abschlussband wird sich mit der Kriminalgeschichte des Christentums im 18. Jahrhundert auseinandersetzen. Darin wird u.a. der Kampf christlicher und weltlicher Mächte um die Vorherrschaft in Skandinavien geschildert, auf das orthodoxe Christentum geblickt und der Niedergang des Papsttums sowie die Trennung von Kirche und Staat ins Auge genommen. Der Band bekräftige „mit seiner Detailfreude, Exaktheit und kritischen Schärfe wieder“ Deschners Ruf als bedeutendster Kirchenkritiker der Gegenwart, heißt es in der Verlagsankündigung.

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Indonesiens Indigene fordern Anerkennung traditioneller Religionen

Dayak, ehemalige Kopfjäger, Bild: dritte welt.de
Dayak, ehemalige Kopfjäger, Bild: dritte welt.de

Die traditionellen Religionen der indigenen Völker Indonesiens sollen gesetzlich geschützt werden. Das haben die rund 700 Delegierten von 300 indigenen Völkern des südostasiatischen Inselstaates auf einem Kongress in der Stadt Surabaya auf Ost-Java von der indonesischen Regierung gefordert, berichtete die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Freitag in Göttingen.

entwicklungspolitik online

Solange das Parlament in Jakarta noch kein Gesetz zum Schutz von Animisten verabschiedet habe, solle die Religionszugehörigkeit in den Personalausweisen nicht mehr angegeben werden, um Diskriminierungen und Menschenrechtsverletzungen zu vermeiden, erklärten die Vertreter der Ureinwohner.

„Glaubensfreiheit muss auch für die Millionen Angehörigen indigener Völker auf allen Kontinenten gelten, die seit ungezählten Generationen Anhänger des Schamanismus oder Animisten sind“, erklärte der Asienreferent der Gesellschaft für bedrohte Völker, Ulrich Delius.

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Wahl Dodo des Monats November 2012

Dodo des Monat November 2012
Dodo des Monat November 2012

Im Monat November hat es reichlich bullshistic gegeben. Allein Angela Merkel hätte dreimal nominiert werden können. Also, auf zu Wahl. Hier sind sie Kandidaten:

  1. Herbibert Prantl, „Das Strafrecht muss sich zurückhalten.“
  2. Micha Brumlik, „…Vorhaut-Zentrismus und die GBS.“
  3. Nele Bey, „Das Ossi muss glauben lernen.“
  4. Christiane Woopen, „… will religionsselektive Normen in der Beschneidung.“
  5. Nikolaus Schneider, „Staat und Religion nicht trennen.“
  6. Wolfgang Thierse, „Dodo Thierses polit-religiöse Agit-Prop.“
  7. Karl Lehmann, „kreuz.net Hassprediger bleibt im Amt.“
  8. Angela Merkel, „Intoleranz gegenüber Religionen und beklagt Antisemitismus.“
  9. Martin Walser, „Rechtfertigung ohne Religion wird zur Rechthaberei.“

Die Wahl ist bis zum 08. Dezember 2012 18:00 befristet. Mehrfachauswahl ist möglich. Der Gewinner wird in einer Laudatio am 09. Dezember 2012, hier auf dem Blog, gewürdigt.

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Lëtzebuerg: Religionsgemeinschaften wollen Religionsfreiheit in die Verfassung

Generalvikar Erny Gillen (Mitte) stellte die Position der katholischen Kirche zum Verhältnis von Staat und Religionsgemeinschaften vor. Foto: Gerry Huberty
Generalvikar Erny Gillen (Mitte) stellte die Position der katholischen Kirche zum Verhältnis von Staat und Religionsgemeinschaften vor. Foto: Gerry Huberty

Religionsfreiheit ist ein Menschenrecht, und doch steht davon kein Wort in der luxemburgischen Verfassung. Die konventionierten Religionsgemeinschaften im Großherzogtum möchten dies ändern. Beim Religionsunterricht an den Schulen regen sie Gleichbehandlung an.

Wort.lu

Eine Expertengruppe der Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften in Luxemburg hat ein Papier zum Verhältnis von Staat und Kirche ausgearbeitet. Es enthält mehrere Vorschläge zur gesetzlichen Verankerung der Religionen, zu staatlichen Beihilfen und zur Rolle, die der Religionsunterricht an Schulen spielen soll.

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Voodoo-Angriff während TV-Show

Der Magier Wayne Houchin, bekannt aus Discovery Channel-Sendungen, trat zusammen mit Curiosidades, einer Gruppe von Illusionisten, im dominikanischen Fernsehen auf. Am Ende der Sendung wurde ihm vom Moderator ohne Vorwarnung eine brennende Flüssigkeit namens Agua de Florida (wird für Voodoo-Zauber benutzt!) über den Kopf geschüttet. Houchin erlitt schwere Verbrennungen und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die Motivationen des Moderators liegen noch im Dunkeln, aber es heißt, er wollte Houchin von dessen „satanischen Kräften“ heilen.

Achtung: Video enthält drastische Szenen!

Die offizielle Stellungnahme von Curiosidades:

Dear friends:

As you have noticed, starting Monday 26th of November, our messages to our fans have decreased significantly. Unfortunately our team was criminally assaulted in the person of Wayne Houchin.

At 12:35 noon when Bolívar Bueno, Wayne and Fran Houchin ended recording their segment on the TV program „Acércate a los Astros“ with Adriana Azzi, which was being hosted by Mr. Franklin Barazarte (Wayne’s attacker), who also serves as the director of the TV show, who without notice and without any security measures, offered to „give them“ a blessing using „Agua de Florida“ (which is highly flammable due to its high alcohol content) proceeded to set fire to Wayne Houchin, resulting in serious burns to his face, neck, right ear, and his right hand.

We stress that this event was not part of our presentation, nor did we receive any notice that the host was going to carry out this PREMEDITATED CRIMINAL ACT.

Unfortunately the TV studio facilities did not have fire extinguishers, or first aid kits, anywhere on premises. Repeated requests for help to the staff of the studios were ignored. Only the rapid and efficient response by our team saved Wayne’s life.

Right now he is stable, but sadly some called „journalists“, lacking professionalism and sensitivity to human suffering, have taken a very unfortunate event and have used their airtime to ridicule Wayne for suffering this tragedy.

Misters Aridio Castillo and Domingo Bautista of the Dominican TV magazine „Super Revista“, publicly have accused our team of practicing VooDoo and witchcraft and that the attack was divine justice for the evils of our cast members‘ practices.

We ask you, our friends and family, for your prayers and positive thoughts for the speedy recovery of our friend and colleague Wayne Houchin.

Anmerkung: Am Ende des Videos sagt der Filmende(?) „fuck man.. yo sabia que ese hombre le va hacer una locura,“ übersetzt „Ich wusste, dieser Mann wird etwas Verrücktes machen.“