Der Fürstinnen-Dodo(Thurn&Taxis) hat mit den Klimaleugnern geschnackselt

Kauder und Gloria. Foto: Christian Eckl
Kauder und Gloria. Foto: Christian Eckl

Fürstin Gloria, der „Quatsch mit der Erderwärmung“ und die Grünen als „totalitäre Religion“

wochenblatt

Alle haben natürlich auch darauf gewartet, dass sie kein Blatt vor den Mund nimmt. Wer sich Gloria von Thurn und Taxis im Refektorium (auf der Einladung hieß es: „Reflektorium“) aufs Podium holt, um mit ihr über das „C“ im Parteiennamen zu diskutieren, der darf mit politisch unkorrekten Antworten rechnen. Ob man das, was Gloria an Thesen vertrat, als Politiker allerdings unkommentiert lassen darf, ist eine ganz andere Frage.

Und so trug es sich zu, dass der Bundestagsabgeordnete Peter Aumer den Fraktionsvorsitzenden der Unionsparteien, Volker Kauder, mit Gloria diskutieren ließ. Und vielleicht widersprach Kauder auch deshalb Gloria nicht, als sie die Grünen als „totalitäre Religion“ und den Klimawandel als „Quatsch“ bezeichnete, weil er selbst noch am Freitag vor dem Unionsparteitag der führenden Tageszeitung in Deutschland, der „Süddeutschen“, ihren Samstags-Aufmacher in den Block diktiert hatte: „Eine stolze Volkspartei läuft den Grünen nicht hinterher“, titelt die SZ.

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Katholische Kirche auf Weg der Mitreformation

Foto: PA/dpa/ZB/Jens Wolf Gerhard Feige ist Bischof des katholischen Bistums Magdeburg und der neue Ökumene-Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz
Foto: PA/dpa/ZB/Jens Wolf – Gerhard Feige ist Bischof des katholischen Bistums Magdeburg und der neue Ökumene-Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz

Der neue Ökumene-Beauftragte der Bischofskonferenz wirkt in Magdeburg – wo die große Mehrheit nicht christlich ist. Ein Gespräch über diese Herausforderung, die Luther-Dekade und die Ökumene.

Von Gernot FaciusDIE WELT

Er ist der neue Ökumene-Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz. Gerhard Feige, seit 2005 Oberhirte des Bistums Magdeburg, trat an die Stelle von Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, der nun als Präfekt der römischen Glaubenskongregation amtiert. Im „Welt“-Interview spricht Feige über die katholischen Erwartungen an das Reformationsgedenken, die neue Sicht auf Martin Luther und über den Dialog der Christen.

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Europas erste Moschee für Homosexuelle

Ludovic-Mohamed Zahed vor einer Pariser Moschee im November 2012 © Charles Platiau/Reuters
Ludovic-Mohamed Zahed vor einer Pariser Moschee im November 2012 © Charles Platiau/Reuters

In Paris eröffnet eine Moschee für Lesben und Schwule. Der Gründer war einst radikaler Salafist – heute kämpft er für einen fortschrittlichen Islam.

Von Johanna RitterZEIT ONLINE

Ludovic-Mohamed Zahed sieht müde und ein wenig blass aus in diesen Tagen, kurz vor der Eröffnung seiner neuen Moschee in Paris. „Ich komme nicht zum Essen und nicht zum Schlafen“, sagt der 35-Jährige. Der Rummel um ihn und sein Projekt wird seit einigen Wochen immer größer: Gegner beleidigen ihn, Unterstützer schicken Mails mit Lob und Fragen, Journalisten fragen nach seiner Geschichte – alle wollen etwas von Zahed. Er selbst will nur eines: in einer Moschee beten, in der er sich als homosexueller Muslim willkommen fühlt.

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Gott sei Dank gibt es noch richtige Atheisten

Ist da oben was – oder nicht? Das ist der alte Streit zwischen Atheisten und Christen. Foto: photocase
Ist da oben was – oder nicht? Das ist der alte Streit zwischen Atheisten und Christen. Foto: photocase

Norbert Blüm und Peter Henkel streiten in einem Buch und live in Freiburg über Gott.

Badische Zeitung

Gott sei Dank gibt es noch Atheisten. Richtige, gläubige Atheisten voll des heiligen Zorns – nicht bloß diese Pseudoatheisten, denen Gott nichts bedeutet, weil sie zu faul oder zu beschäftigt sind, über ihn nachzudenken. Einem solchen veritablen Atheisten, dem Linksintellektuellen Peter Henkel (70), verdankt sich ein kurzweiliges Büchlein, das natürlich nur deshalb im gottesfürchtigen Herder-Verlag in der Erzbistumsstadt Freiburg erscheinen konnte, weil darin zu gleichen Teilen auch ein glühender Katholik zu Wort kommt, Norbert Blüm (77). Ermuntert durch Verleger Manuel Herder, haben die beiden sich über mehrere Monate hinweg einen Briefwechsel zu der nicht ganz taufrischen Frage geliefert: Gibt es Gott? Oder ist „Gott“ eine Erfindung?

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„Mission Gottesreich“ oder: Die Kriminalisierung der Evangelikalen

Bild: mission-gottesreich.de
Bild: mission-gottesreich.de

Eigentlich könnte ich mich ruhig zurücklehnen und sagen, dass mich der größte Teil des Buches „Mission Gottesreich“ nicht betrifft. Doch dann gibt es da die platten Aussagen, die so fern der Realität sind.
So heißt es von den Evangelikalen: „Die Gläubigen leben isoliert, Kontakt zur Außenwelt ist nicht erwünscht.“ (MG 9). Das ganze Buch widerlegt das ja, werden doch ungezählte Kontakte zu Politik, Wirtschaft, Medien und Kirchen kritisiert.

Von Prof. Dr. theol. Dr. phil. Thomas SchirrmacherDie Evangelikalen

Ich selbst war kürzlich beim Syrisch-orthodoxen Erzbischof im Kloster Warburg, da wir uns für seine Kirche in der Türkei und im Irak einsetzen. Die Tage davor war ich bei einem Symposium der Bundeswehr in Strausberg, einer OSZE-Tagung in Wien, einem Arbeitsgespräch mit dem Vatikan und referierte auf einem Symposium an der Universität Bamberg zwischen katholischen, jüdischen und muslimischen Referenten zur Religionsfreiheit. Sieht so das Arbeitsprogramm eines Menschen aus, der isoliert lebt und keine Kontakte zur Außenwelt wünscht?

Warum dann reagieren? Wenn alles in die Tat umgesetzt würde, was die Journalisten fordern, wäre es morgen praktisch unmöglich, evangelikal zu sein, zumindest in der Öffentlichkeit. Unsere Religionsfreiheit und unsere Meinungs- und Pressefreiheit wäre dahin und zwar ganz gleich, zu welcher der ungezählten, sich teilweise theologisch misstrauenden Richtungen man gehört.

Verfolgung (religiöser) Minderheiten beginnt weltweit mit Desinformation, geht dann in konkrete Diskriminierung über und endet mit konkreter Verfolgung.

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