Wolfgang Thierse: Dodo des Monats November 2012


Dodo des Monat November 2012
Dodo des Monat November 2012

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Drei Dodos in einem Jahr, zwei davon in zwei aufeinanderfolgenden Monaten. Eine reife Leistung. Noch keiner hat soviel religiösen Müll in so kurzer Zeit verkündet wie der Herr Thierse. Da wo der Mann auftritt stinkt es nach Weihrauch, sieht man Schluckbildchen und Schabmadonnen. Untertanen-Verblödung pur.

Im Jahre 1959 gab sich die SPD mit dem Godesberger Programm ein neues Outfit. Weg von der sozialistischen ungläubigen Arbeiterpartei, hin zur glaubenden Volkspartei. Die „Cs“ für die Christenparteien waren vergeben, also blieb man einlullend und heuchlerisch bei der „Sozialistischen“ Attributierung. Nach fast einhundert Jahren Existenz hielt Jesus Einzug ins Parteiprogramm. Zur pragmatischen Verlogenheit der Sozis kam nun die religiöse hinzu. Sozialist Willy Brandt wurde weggeputscht, Helmut Schmidt noch weitestgehend säkular eingestellt hat sich auch nicht lange gehalten. Heute sehen wir in der SPD eine Schattenpartei der Christdemokraten. Sprechblase Gabriel, Betschwester Nahles, Steinbrück, der seinem Unglauben abschwor und wieder unter die priesterliche Soutane kroch und Wolfgang Thierse. Betonkopf-Katholik nuschelt er die Botschaften des Herrn ins Mikro, so denn ihm eins unter die Nase gehalten wird. Ganz schlimm wird es, gibt man ihm Zeit und Raum in einem Printmedium, wie jüngst bei DER ZEIT. Da wird Geschichte gefälscht, Fakten verdreht und Feindbilder verkündet, da kommt der überquellende Hass aufs Sozialistische zum Ausbruch. In der amerikanischen Sprache gibt es dafür den schönen Begriff „Bullshistic.“ Der beschreibt genau das, was Thierse sagt und meint, politisch-religiös verbrämte Halb-und Unwahrheiten.

Die Asozen haben es ja mit seltsamen Freunden, denken wir nur an Gerhard Schröder und seinen Intimus Putin. Potentat Putin lässt sich auch vom orthodoxen Klerus den Arsch putzen, ganz auf Gegenseitigkeit natürlich. Aber der Freund von Herrn Thierse ist der Hammer. Ohnmächtig mächtig, janusköpfig aber machtgeil.

Thierse

Ich selbst habe als Katholik weder vor dem Papst das Knie gebeugt noch seinen Ring geküsst. Warum sollte ausgerechnet Pastor Gauck es tun? Als Christ, auch als Katholik, beugt man sein Knie nur vor Gott, vor sonst niemandem!

Das Gottes-Gefäß Thierse kniet nicht. Na und. Da zeigt er aber der Welt seinen Mut und seine freiheitlichen Entscheidungen. Den Ring küssen ist obsolet und ist dem Handkuss, den man einer Frau gibt gleichgestellt. Also, warum einen alten Mann den Ring küssen? Es gibt keinen Grund dafür. Und Protestant Gauck hat die römische Spukgestalt nur besuchen dürfen, weil er Bundespräsident ist. Ansonsten dürfte so ein kleiner Evangelen-Pfaffe kaum zu einer Audienz bei Pappa kommen.

ZEIT ONLINE: Und der weltweit erstarkende religiöse Fundamentalismus beunruhigt Sie nicht?

Thierse: Wenn Religion von Islamisten missbraucht wird zur Begründung von Gewalt – dann bin ich empört. Dagegen müssen sich alle Religionsgemeinschaften gemeinsam wehren. Es gibt aber nicht nur Fundamentalismus im Islam oder bei den Evangelikalen, es gibt auch eine Art atheistischen Fundamentalismus. Der gegenwärtige Streit über die Beschneidung bringt jedenfalls eine beträchtliche antireligiöse Militanz an den Tag.

Religiöser Fundamentalismus, da fällt dem Vizepräsidenten des Deutschen Bundestages nur der Islam ein, ad hoc. Ich nenn das etwas islamophob. Religiöser Fundamentalismus bei den Katholen fällt ihm nicht ein, wie in etwas Nordirland oder auf dem Balkan. Oder jüdischer, buddhistischer und hinduistischer Fundamentalismus. Bewusst setzt er hier auf mediale Denkinhalte, ganz wie die BILD-Zeitung, populistisch schwadroniert er wie Sarrazin oder Buschkofsky vom islamischen Fundamentalismus.
„Atheistischer Fundamentalismus“ passt zu seinem katholischen Feindbildern, im Besitz der alleinseligmachenden Wahrheit, weil von Gott kommend, sieht er bei den Atheisten gar eine gewisse Militanz.

ZEIT ONLINE: Militant sind die Beschneidungsgegner eigentlich nicht. Manche sind vielleicht ignorant.

Thierse: Es mehren sich aber die Stimmen derer, die aus dem weltanschaulich neutralen Staat einen parteiischen Staat der Religionslosen und der Laizisten machen wollen. Das halte ich für falsch. Da bin ich überempfindlich, denn das habe ich alles schon erlebt. In der DDR gab es keinen Religionsunterricht an den Schulen, keine Militärseelsorge, keine öffentlichen Bekenntnisse. Und siehe da, das Ding ging unter! Tatsache ist, Religionslosigkeit kann gefährlich sein. Denken Sie nur an die schlimmsten religionslosen Verbrecher des 20. Jahrhunderts: Stalin, Hitler, Mao Zedong, Pol Pot.

Nennen wir das Gesagte einfach blöd. Thierse will gar keinen weltanschaulich neutralen Staat, denn im Bereich der Militärseelsorge ist er es nicht. Militärpfarrer sind im Staatsdienst und nicht im Anstellungsverhältnis der Kirchen. Staatliche Pfarrer halten in der Bundeswehr weltanschaulichen Unterricht ab. Es sind nicht die Pfaffen der Kirchen. Ein Militärseelsorger der Bundeswehr kann den Rang eines Oberstleutnants haben, wird so bezahlt. Auf den Schulterklappen ist ein Kreuz übergezogen. Äh, bei Einsätzen gegen Taliban, wir das Kreuz entfernt, dann ist der Pastor halt Offizier.
Das Ding DDR ging nicht unter weil es keine religiösen Bekenntnisse gab, die gab es und Sie wissen das, die Beichte wird die Lüge hinwegnehmen, die DDR ist an der Sturköpfigkeit und dem Misstrauen der Bonzen gescheitert.
Stellt sich noch die Frage, wieso er als Bundestagspräsident, im Fühjahr 2005, mit einer von ihm geführten Delegation das Mausoleum des religionslosen Verbrechers Mao Zedong aufsuchte? Wurde Langnase Thierse gar von chinesischen Parteisoldaten in das Mausoleum getrieben?

Thierse: Das ist ja das Großartige unseres Grundgesetzes, wir leben in einem weltanschaulich neutralen Staat. Aber das heißt nicht, dass dieser Staat Partei ergreifen darf für Areligiosität, Laizismus, Atheismus. Nein! Er lädt alle Bürger ein, aus ihren unterschiedlichen persönlichen Überzeugungen heraus am Gemeinwohl mitzuwirken.

Hier kommen Alpha und Omega des Wollens von Herrn Thierse zusammen. Der Staat darf Partei ergreifen für alles Religiöse; Kirchenrecht, Kirchensteuern, Militärseelsorge, Staatskirchenverträge, Konkordate, Religionsunterricht. Dieser Staat Deutschland ist nicht dazu da, Areligiöse, Laizisten, Atheisten, Ungläubige schlechthin, einzubeziehen.

Da bleibt nur noch ein kräftiges Ausspucken, Pfui Teufel Herr Thierse.

11 Comments

  1. „Ich selbst habe als Katholik weder vor dem Papst das Knie gebeugt noch seinen Ring geküsst.“(Thierse)
    Der würde die Knie nur vor sich selbst beugen. So großartig wie er sich findet.

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  2. @nickpol
    Wer oder was hat in meinem letzten Text aus „Schwiegermutter“ einen „Schwiegervater“ gemacht. Ich bin nicht auch schon dement

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  3. Meine Schwiegervater mit 91 ist hochgradig dement, lebt im geschlossen Heim, wird mit Psychopharmaka ruhig gestellt und quatscht den lieben langen Tag nur dummes Zeug – immer die gleiche Rille wie eine kaputte Platte auf dem Plattenspieler.

    Im Vergleich zu Herrn Thierse redet die alte Dame noch sehr intelligent und logisch klar daher. Wo darf sich sich als professioneller Dummschwätzer im Bundestag bewerben, so viel Schwachsinn schafft meine Schiegermutter ohne jede Anstrengung

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  4. Thierse behauptet auch, man könne nicht von sich selber absehen. Damit stellt er alle Objektivitätsbemühungen der Wissenschaft infrage, die unter anderem der suche nach allgemein gültigen Regeln unter Elimination des persönlichen Einflusses des Forschers ihre großen Erfolge verdankt. Thierse hat von vielem keine Ahnung und über den Rest schwätzt er pseudoklug daher.

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  5. Vielleicht sollte man noch erwähnen, dass der gute alte Adolf gläubiger Katholik war.

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