Die Türkei und das Christentum


Bild: The European

Angst vor Übergriffen, Ringen um Recht und Besitz: Für die Christen in der Türkei hat sich unter Erdoğan wenig verbessert

Von Boris KálnokyDIE WELT

Seit etwas mehr als zehn Jahren regiert in der Türkei eine islamisch gesinnte Regierung. Was das für die Christen des Landes bedeutete, darüber waren die Meinungen von Anfang an gespalten. Würde sich ihre Lage verbessern, weil eine religiös geprägte Regierung auch anderen Religionen entgegenkommen könnte? Oder würde sie sich verschlechtern, so wie christliche Gemeinschaften in vielen islamischen Ländern unter starkem Druck stehen?

„Grundsätzlich ist es schon so, dass diese Regierung Religion positiv sieht, und das macht sich auch in dem einen oder anderen EntgegenkommenErdoğan gegenüber christlichen Gemeinschaften bemerkbar“, sagt Franz Kangler, Priester der (österreichischen) katholischen St. Georgs-Kirche in Istanbul. Aber es gebe nach wie vor beunruhigende Tendenzen – etwa die Gerichtsentscheidungen gegen das aramäische Kloster Gabriel Mor. Im Juni hatte das Oberste Gericht der Türkei frühere Gerichtsentscheidungen bestätigt, wonach Land um und in dem Kloster dem türkischen Staat gehöre. Land, welches immer als Besitz des Klosters gegolten hatte und für das auch immer Steuern gezahlt worden waren.

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