J. Habermas: „Vom Schwinden der Solidarität und dem Wert des Glaubens“


Bild: Wolfram Huke/wikipedia CC-BY-SA-3.0.

Der Heinrich-Heine-Preisträger Jürgen Habermas sprach mit der RP ONLINE-Redaktion über die Macht der Philosophen, die Zukunft Europas und den Wert des Glaubens

Von Lothar SchröderRP ONLINE

Er gilt als einer der bedeutendsten Philosophen der Gegenwart: Jürgen Habermas (83). Am Freitag wird ihm in Düsseldorf der renommierte und mit 50.000 Euro dotierte Heinrich-Heine-Preis verliehen.

Zu Ihrem 80. Geburtstag fiel das Schlagwort von der „Weltmacht Habermas“. Stört Sie so etwas?

Habermas Das war ein schlechter Scherz. Mit ihren öffentlichen Stellungnahmen können Intellektuelle im besten Fall einen gewissen Einfluss ausüben. Macht haben sie nicht. Macht ist an Positionen gebunden, aufgrund deren man einen kompakten Willen gegen andere durchsetzen kann. Hingegen hängt der diffuse Einfluss von Intellektuellen nicht von einer Ermächtigung ab, sondern von der Überzeugungskraft ihrer Worte und auch von der Ausstrahlungskraft der Medien, über die sich die Worte verbreiten. Da ich mich beispielsweise nur in Zeitungen äußere, ist mein Einfluss schon aus diesem Grunde begrenzt.

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