Scientology lässt Anonymous-Mitglieder bis ins persönliche Umfeld verfolgen

Anonymous Berlin bei einem „Flash-Raid“ vor einem Scientology-Stand in Berlin … Bild: bloggegenscientology.wordpress.com

Dass Scientology keine Freude damit hat, wenn Anonymous in Berlin vor einem ihrer sogenannten „Stresstest-Stände“ auftaucht, kann man sich vorstellen: Sie sind derart Garant dafür, dass der Stand leer bleibt und die Einzigen, die Stress haben, die Scientologen sind.

Blog gegen Scientology

Aus Scientology-Sicht bedeutet dies natürlich eine permanente „Geschäftsstörung“ und es ist letztendlich auch nicht verwunderlich, dass Sabine Weber, Präsidentin von Scientology Berlin, in ihrem OSA-„Nähkästchen“ kramte und aus ihrer OSA-Sicht „fündig“ wurde.

Scientology bzw. OSA verteilt(e) einen Flyer über einzelne Anonymous-Mitglieder in Berlin, wo deren persönliche Daten veröffentlicht werden!

Scheinbar hatte man einzelne Mitglieder von Anonymous nach ihren Protestaktionen gegen Scientology beschattet und derart deren Adressen und Namen „ausfindig“ gemacht.

Die schwarz abgedeckten Teile beinhalten die persönlichen Daten der einzelnen Anonymous-Mitglieder und sind deshalb abgedeckt, da eine behördliche Ermittlung läuft. Sie beinhalten u.a. Namen, ein Bild ohne Maske, Berufsbezeichnungen, Adressen, Lebensumstände von Einzelnen.

Mehr in Kürze – hier einmal der Scientology-Flyer …

Die Neue Rechte: Sie nennen sich Reichsbürger

Homepage der "Exilregierung" / friedensvertrag.info
Homepage der „Exilregierung“ / friedensvertrag.info

Es gibt eine Bewegung in Deutschland, die der Ansicht ist, dass Angela Merkel nicht regiert, der Bundestag den Mund halten soll und Gesetze ungültig sind. Ganz so harmlos wie spinnert sind diese Leute nicht.

Von Bernhard HonnigfortFrankfurter Rundschau

An einem kühlen Tag Ende November marschierte ein Gerichtsvollzieher in das Örtchen Bärwalde zwischen Moritzburg und Dresden. Der Mann wollte Schulden eintreiben, wie er es jeden Tag tun muss. Dieses Mal erlebte er sein blaues Wunder. Nach Klingeln an der Tür und anschließendem kurzem Wortgefecht rief der Schuldner nämlich die Polizei um Hilfe. Kurz darauf kamen „Polizisten“ und nahmen den Gerichtsvollzieher fest.

Aber es waren kein bundesdeutschen Polizisten, wie man sie kennt. Männer des DPHW waren aufgetaucht, uniformierte Kerle mit Kabelbindern statt Handschellen: Männer des „Deutschen Polizei Hilfswerks“. Der Gerichtsvollzieher sei nur ein „vorgeblicher Gerichtsvollzieher“, er sei überhaupt keine Amtsperson, habe überhaupt kein Recht gehabt, Geld einzutreiben und sei deshalb vom DPHW an der Flucht gehindert worden, teilte DPHW im Internet später mit.

weiterlesen

 

Mit Empörung ist die Marke Steiner nicht zu erledigen

Irene Wagner bietet in „Der lange Schatten Rudolf Steiners. Die okkulten Hintergründe von Waldorf & Co“ ein anthroposophisches Absurditätenkabinett ohne Erkenntniswert

Von Christiane Barzliteraturkritik.de

Rudolf Steiner ist bis heute der erfolgreichste Esoteriker der vorletzten Jahrhundertwende. Das liegt nicht in erster Linie an der Originalität der von ihm in den weltanschaulichen Neuorientierungswirren nach 1900 entwickelten Anthroposophie, sondern an deren praktischen Wirkungsfeldern, die sich als Marken Waldorf, Weleda und Demeter weit über Deutschland hinaus großen Zuspruchs erfreuen. Steiners Äther- und Astralleiber, planetarische Weltentwicklungsstufen und Wurzelrassen lösen dagegen außerhalb der Anthroposophengemeinde weithin Befremden aus. Nach wie vor gibt es ein beträchtliches Kenntnis- und Akzeptanzgefälle zwischen Theorie und Praxis der Anthroposophie.

Dieses Gefälle – jedenfalls für den Bereich der Kenntnisse – kritisch abzutragen, lässt der Titel von Irene Wagners Buch „Rudolf Steiners langer Schatten. Die okkulten Hintergründe von Waldorf & Co“ erwarten. In der Tat sind hier mehrere potentielle Hintergrundschichten auszuleuchten: Zunächst die Anthroposophie, deren Menschenbild, Weltanschauung und Erkenntnisbegriff die Grundlage für die Entwicklung der Praxisfelder Pädagogik, Medizin, Landbau, Tanz, Architektur und Ästhetik bilden. Davon unablösbar ist wiederum der kulturhistorische Hintergrund der Anthroposophie selbst: die Theosophie.

weiterlesen

 

Gotteslästerung 2.0: Verfolgung von Religionskritik im Netz

In vielen Ländern ist die Freiheit zur Blasphemie nicht selbstverständlich: Schüler-Protest in Pakistan. Bild: imago/ Ilyas Dean

Wer religionskritische Äußerungen im Netz veröffentlicht, lebt in vielen Ländern gefährlich. Laut einer Studie steigt der Zahl derer, die deshalb verfolgt werden.

Von A. Jikhareva & A.Frommeyer taz

Die Zahl der Atheisten und nicht-religiösen Menschen, die für kritische Äußerungen im Netz verfolgt werden, steigt offenbar. Der Fall Pussy Riot ist hier nur das prominenteste Bespiel. Einem Bericht der Internationalen Humanistischen und Ethischen Union zufolge wurden im Jahr 2012 mehr als ein Dutzend Menschen in zehn Ländern aufgrund von blasphemischen Aussagen auf Facebook oder Twitter verurteilt. In den drei Jahren zuvor waren es der Organisation zufolge weltweit lediglich drei Fälle.

weiterlesen