Leutheusser-Schnarrenberger atmet auf: Beschneidungsgesetz passiert auch Bundesrat


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Bild. turkishpress

Das Beschneidungsgesetz hat die letzte Hürde genommen. Am Freitag entschied der Bundesrat, keinen Einspruch gegen das Gesetz einzulegen, das religiös motivierte Beschneidungen bei Juden und Muslimen erlaubt.

domradio.de

Damit können jüdische und muslimische Eltern ihre Jungen nach religiöser Tradition beschneiden lassen, sofern das Ritual nach den Regeln ärztlicher Kunst erfolgt. In den ersten sechs Monaten darf dies auch ein religiöser Beschneider den Eingriff vornehmen.

Der Bundestag hatte dem Regierungsentwurf am Mittwoch mit großer Mehrheit zugestimmt. Eine alternative Vorlage, die die Beschneidung erst ab dem 14. Lebensjahr und nur mit Zustimmung des Betroffenen erlauben wollte, fand keine Mehrheit.

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) äußerte sich erleichtert. «Damit ist die wichtigste gesellschaftspolitische Debatte des Jahres 2012 zu einem guten Abschluss gekommen», so die Ministerin. „Es ist gut, wenn die Religionsgemeinschaften nach einem sicherlich aufwühlenden Sommer nun mit dem Gefühl in das Jahr 2013 gehen können, in Deutschland willkommen zu sein.“

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4 Gedanken zu “Leutheusser-Schnarrenberger atmet auf: Beschneidungsgesetz passiert auch Bundesrat

  1. Wie der britische Philosoph und Mathematiker Bertrand Russel in seinem Essay „Warum ich kein Christ sein kann“ 1927 befindet „die Christliche Religion und die Kirchen (seien) als Hauptfeind (principal enemy) des moralischen Fortschritts“ (anzusehen)……

    http://de.wikipedia.org/wiki/Warum_ich_kein_Christ_bin

    …was auch die Unterstützung und Förderung zur Straffreiheit durch Christliche Kirchen zu „bewährter sexistischer wie brutaler“ Folklore an männlichen Säuglingen und Jungen, im Wirkungsbreich des Grundgesetzes Im Jahre 2012 erklärt…… Halleluja…lasst die Kindlein zu mir kommen….
    😉

    Der Schutz vor physischer Gewalt wie auch eine gewaltfreie Erziehung von Kindern sind moderne moralische Güter und ausserdem anerkannte Menschenrechte.

    Ob sich die in Sonntagsreden beschorenen Wurzeln des christlich/jüdischen Abendlandes im 21. Jahrhundert immer noch an der Vorhaut von kleinen Jungen festmachen lässt? Es ist ja noch nicht lange her, dass in Europa zu mehreren Heiligen Vorhäuten Christi gepilgert wurde… 😉

    http://de.wikipedia.org/wiki/Heilige_Vorhaut

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  2. Nanomyte

    Abstoßend. Ideologien der Kindesverstümmlung und „Eltern verfügen über Kinder wie über Viehzeug“ die sich unter dem Deckmantel von „Religion“ tarnen.

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  3. omnibus56

    E-k-e-l-h-a-f-t !

    Frau Leutheusser-Schnarrenbergers Äußerung ist eine ekelhafte Anbiederung an die Extremisten unter den Religioten! (Die Entscheidungen von Bundestag und Bundesrat ebenfalls!)

    Ohne selbst in Gefahr zu geraten von dem Gesetz jemals betroffen zu werden, haben die Abgeordneten und der Bundesrat, angetrieben von christlichen Religioten, auf dem Rücken der Schwächsten, nämlich der Kinder, radikalen Gruppen unter Juden und Muslimen nachgegeben. Sie haben dem Recht der Kinder auf körperliche Unversehrtheit Zweitrangigkeit bescheinigt.

    Frau Leutheusser-Schnarrenbergers Hoffnung, damit sei die Diskussion beendet, wird hoffentlich eine leere sein. Ich werde jedenfalls die Diskussion nicht beenden und immer wieder darauf hinweisen, dass in diesem Land für die Exekutive und die Legislative Kinderrechte nur zweitrangig sind.

    Und ich werde nächstes Jahr alle meine Wahlkreis-Kandidaten anschreiben und zu ihrer Haltung befragen (bzw. mit ihrem Abstimmungsverhalten konfrontieren) und deutlich darauf hinweisen, dass Kinderrechte für mich nicht zweitrangig sind und ich niemandem meine Stimme gebe, für den sie es sind. Ich hoffe, dass viele Gleichgesinnte das gleiche tun. Gegenwind mögen Politiker nämlich nicht.

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  4. Reblogged this on Jerry's Blog und kommentierte:
    Es mag ein edeles Motiv sein, welches die Politik gefolgt ist, als sie die Religionsfreiheit über das Kindswohl gestellt hat, aber dennoch ändert das nichts an der Tatsache, dass dies eine massive Grenzverletzung darstellt und damit Gewalt ist.

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