Carlos Santana: „Die USA sind ein Land der Gewalt“


Santana in Munich on January 21, 2000, Bild: Carlos Santana

Wir sind ein gewalttätiges Land. Gewalt ist unsere Geschichte und Gegenwart. Wir haben sie verinnerlicht. Wir töten für Geld, Macht, Einfluss und Aufmerksamkeit. Ich sage bewusst „Wir“, weil auch mit meinem Geld, als Steuerzahler, Kriege im Ausland unterstützt werden und Masseninhaftierungen zu Hause. Wir reagieren überrascht, wenn amerikanische Kinder Kinder in unserem eigenen Land töten, es ist Zeit damit aufzuhören: Jeden Tag tun wir es im Ausland, im Namen des Antiterrorismus, der Auslandshilfe und der Demokratie. Auf jeden Kontinent.

In den meisten Fällen sind die indigenen Kinder jene, die unter Beschuss sind, weil sie mit ihrer Existenz die Herrschaft der amerikanischen Überlegenheit herausfordern. Bis unsere Kultur lernt, dass menschliches Leben wertvoller ist als die amerikanische Währung, wird Gewalt unsere Wirklichkeit sein. Stimmt, ein Land, welches auf Entmenschlichung aufgebaut ist, verewigt die Zyklen der Gewalt. Unsere Kultur ist aber nicht in Stein gemeißelt, dass lässt hoffen. Wir unterliegen ihrem Einfluss, aber wir gestalten sie auch. Das Verbot von Waffen hat nicht mit der Gestaltung von Kultur zu tun, es ist nur ein Gesetz. Die Gestaltung der Kultur beginnt damit, wie wir unsere gemeinschaftlichen Werte der Jugend vermitteln und welche Stellung wir zur Natur einnehmen. Über unsere Geschichte müssen wir ihnen wahrheitsgmäß berichten. Betrachten wir das Thema Gewalt unter dem Aspekt der Bildung.

Wissen Sie, dass Obama ein Gesetz unterzeichnet hat, welches es dem Militär erlaubt, Stadtteile zu „terroristische Regionen“ zu erklären, in dem männliche Teenager und erwachsene Männer getötet werden dürfen? Auch zu Hause kriminalisieren wir unsere Jugend, bevor sie überhaupt lesen kann, bestimmen ihr eine Zukunft im Gefängnis oder aber in einem Grab. Schätzen wir alles Leben gleich ein? Bedenken sie, die Dinge haben keinen Wert, nur als Ware bekommen sie einen. Glauben Sie, dass Kinder, deren Eltern nicht mit der amerikanischen Politik der Gewalt einverstanden sind, ein Recht  haben, deswegen zu sterben.

Wir müssen uns so ändern und zukünftige Generationen so unterrichten, dass sie nicht jeden Tag in der Mitte mehrerer Kriege aufwachen. Dazu braucht es die Bereitschaft zur Veränderung, wie wir miteinander umgehen und wie wir uns selbst wahrnehmen. Das Leben ist zu schön, als das wir unseren Kindern ihre Kindheit rauben.

Nach einem Post von Dr. Norman Finkelstein.

2 Comments

  1. Das ist ein alter Hut und vielfach bewiesen. Religion und Gewalt sind Zwillinge, das Eine existiert niemals ohne das Andere

    Der Soziologe Gregory Paul veröffentlicht 2005 im Journal of Religion and Society im Vol.7 eine Studie über die gesellschaftlichen Auswirkungen der Bigotterie in wohlhabenden Demokratien. Dazu nutzte er Umfragen und Statistiken zu Mord, Selbstmord, Gewalt, Schwangerschaft bei Minderjährigen, Abtreibung, usw. Das Material beschränkt sich auf heutige Industrieländer mit etwa 800 Mio. Menschen. Im Ergebnis widerlegt er die unbewiesene Behauptung unbedingter Schöpferglauben und religiöse Verehrung resultieren in geringen Raten bei Mord, Sterblichkeit junger Menschen, Infektionen mit Sex-Krankheiten trotz jährlich 800.000 Schwangerschaften von Minderjährigen (unter 18 Jahre), Abtreibungen usw.

    Die reiche USA ist die dysfunktionalste Demokratie und schneidet in vielen Vergleichen fatal ab. Die Diskrepanz zwischen der irreal bigotten Moral und der Realität des Lebens in einer Wissens- und Leistungsgesellschaft führt zur Ausgrenzung, Fanatismus, Psychosen, Gewalt, Rassismus und sehr hoher Kriminalität. Etwa 67% der Bevölkerung glaubt kreationistischen Thesen trotz rückläufigen klassischen Religionen. Die USA mit einer 300-fach höheren Rate bei Geschlechtskrankheiten hat mit 2,3 Mio. Gefängnisinsassen spezifisch das 9-fache der EU-27. Nach dem Soziologen Paul Kellermann kostet ein Gefängnisplatz je nach Sicherheitsstufe 25.000 – 50.000 US$/Jahr, deutlich mehr als ein Universitätsplatz. Das vermittelte Wissen der Schüler religiöser Bildungsanstalten reicht nicht für ein Universitätsstudium. Eine US-Lehrerin erhält 40 Jahre Gefängnis, weil auf einer Internetseite Porno-Werbung erscheint, Farbige stellen 75% der durch DNA-Tests belegten Fehlurteile, im forensischen Kriminallabor von Dallas findet man 2007 etwa 19.500 Proben von unbearbeiteten Vergewaltigungsfällen.

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