Gauck in Afghanistan: „Seien Sie Gott befohlen“

gott_befohlenBundespräsident Joachim Gauck hat am Mittwoch seinen dreitägigen Frontbesuch in Afghanistan beendet und ist von Masar-i-Scharif aus nach Berlin zurückgeflogen.

dpad/jW

Auch am letzten Tag seines Aufenthaltes dankte das Staatsoberhaupt den deuschen Soldaten für ihren Einsatz am Hindukusch. Am Morgen hatte Gauck der 52 in Afghanistan getöteten Bundeswehrsoldaten gedacht. Im Camp Marmal, dem größten Feldlager der Bundeswehr, traf der Bundespräsident zudem deutsche Entwicklungshelfer und kam mit US-Militärs zusammen. Zum Abschied grüßte Gauck die deutschen Soldaten noch einmal: »Seien Sie Gott befohlen, und frohe Weihnachten«, so das Staatsoberhaupt vor seiner Abreise.

Jüdischer Zentralrat kündigt neue Qualitätsstandards bei Beschneidung an

bundestag_zirkumzisionNachdem der Deutsche Bundestag die Universalität der Menschenrechte auf dem Altar der Religionen geopfert hat, genau am 12.12.2012, kündigt nun Generalsekretär Stephan Kramer vom Zentralrat der Juden in Deutschland neue Qualitätsstandards bei Beschneidungen von Jungen an.

Inwieweit der Zentralrat religiöse Weisungsbefugnisse oder Kompetenzen hat, wäre extra zu Hinterfragen.
Von Januar 2013 an soll eine zertifizierte Zusatzausbildung für jüdische Beschneider angeboten werden. Ob sich rituelle Beschneider daran halten bleibt abzuwarten. Die Brit Mila selbst wird in Gen 17,10–14 wie folgt beschrieben:

„Das ist mein Bund zwischen mir und euch samt deinen Nachkommen, den ihr halten sollt: Alles, was männlich ist unter euch, muss beschnitten werden. Am Fleisch eurer Vorhaut müsst ihr euch beschneiden lassen […] Alle männlichen Kinder bei euch müssen, sobald sie acht Tage alt sind, beschnitten werden.“

Das ist das geoffenbarte Wort Gottes, für orthodoxe Juden zählt das und nichts anderes. Die Brit Mila ist eines der 248 Gebote der Mitzwot, den 613 einzelnen Pflichten des Judentums. Bibelfundamentalismus und nichts anderes. 200 Jahre nach der Haskala sanktioniert das deutsche Parlament voraufklärerische Rituale.

Es geht nicht um Qualität, es geht um das Recht auf körperliche Unversehrtheit, welches deutsche Politik ganz in die Hände der erziehungsberechtigten Eltern legt. Glück ist, dass bisher bei der christlichen Taufe noch kein Täufling ersoffen ist. Man ahnt, schränkt man jüdische Rituale ein, sind als nächstes die christlichen Rituale, deren Rechtsstatus hinterfragt würde, an der Reihe. Die Zustimmung zur Beschneidung ist politisch und juristisch betrachtet das kleinere Übel.

«Wir sind es der Gesellschaft und auch uns selbst schuldig, die Diskussion mit den Kritikern zu führen», sagte Kramer. Er hoffe, dass «wir dann irgendwann einen Status quo erreichen, mit dem wir nicht nur alle leben können, sondern der uns höchstmögliche Qualitätsstandards sichert».

Da Kramer seinerzeit von einem konstitutiven Recht auf Beschneidung sprach, ist sein Diskussionangebot pure Heuchelei zu nennen. Da gibt es eben nichts mehr zu diskutieren. Solange Religionsgemeinschaften archaische Riten praktizieren, sind diese zu kritisieren. Und zwar solange, bis der Wille zur Veränderung von den Religionsgemeinschaften selbst ausgeht. Ob nun Beschneidung im Judentum oder Islam, es betrifft wehrlose Kinder, deren Widerspruch nicht gehört werden kann.
Und ich bezweifle dass der Zentralrat der Juden in Deutschland für die Sephardim und Chassidim sprechen kann. Das ist ungefähr so, als wenn der Papst in Rom Bischöfe der evangelischen Kirchen benennen und einsetzen würde.

Ich denke, dass ich das folgende Zitat nicht weiter zu kommentieren habe.

„Eine hypothetische Frage: Ich werde dabei erwischt, wie ich, ein Mann von siebenundfünfzig Jahren, einem männlichen Baby am Penis lutsche. Wut und Ekel würden mir entgegenschlagen. Aber selbstverständlich habe ich eine Erklärung zur Hand: Ich bin ein Mohel und wurde bestellt, eine Beschneidung vorzunehmen. Meine Autorität beziehe ich aus einem Text des Altertums, der mir aufträgt, den Penis des kleinen Jungen in die Hand zu nehmen, die Vorhaut ringsum einzuschneiden und die rituelle Handlung zu beenden, indem ich den Penis in den Mund nehme, die Vorhaut absauge und die amputierte Haut samt einem Mundvoll Blut und Speichel ausspucke. Diese Praxis ist bei den meisten Juden nicht mehr üblich, weil sie unhygienisch ist und zudem unangenehme Assoziationen weckt, doch die chassidischen Fundamentalisten, die bis heute auf einen Wiederaufbau des Tempels in Jerusalem hoffen, führen sie noch durch. Sie betrachten den primitiven Ritus des Peri’ah Metsitsah als Teil des ursprünglichen und unzertrennlichen Bundes mit Gott. Im Jahr 2005 wurde in New York bekannt, dass sich mehrere kleine Jungen bei dem von einem siebenundfünfzig Jahre alten Mohel durchgeführten Ritual mit Genitalherpes angesteckt hatten, an dem mindestens zwei Kinder starben. Unter anderen Umständen hätte sich das Gesundheitsamt durch diese Nachricht dazu veranlasst gesehen. das Ritual zu verbieten, ….“ Weiter zu lesen in:

Hitchens Christopher: „DER HERR IST KEIN HIRTE“ ISBN: 978-3-453-620036-0 Seite 67 ff.

Missionieren beim Eurovision Song Contest: Heilsarmee vertritt Schweiz

Straßeneinsatz, Bild: Rama/wikipedia

Die Schweizer haben entschieden: Eine Musikgruppe der Heilsarmee darf die Eidgenossen beim „Eurovision Song Contest“-Finale im schwedischen Malmö vertreten. Die sechs Musiker könnten sich zudem einen neuen Rekord beim Eurovision Song Contest sichern.

pro Medienmagazin

Das Sextett erhielt bei der Abstimmung der Schweizer Fernsehzuschauer am Samstagabend die meisten Stimmen der neun Finalisten. Im kommenden Mai wird sich die Gruppe dann in Malmö mit der europäischen Konkurrenz messen. Der Siegertitel „You and Me“, produziert von der Gesellschaft „Hitmill“, ist die Mischung aus einem Gebet und einer Botschaft gegen die Einsamkeit. Wie das „Handelsblatt“ meldet, sollen die Zeilen daran erinnern, dass jeder im Notfall jederzeit Hilfe bei der Heilsarmee finden kann.

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Eurovision Song Contest: Heilsarmee erwägt Rückzug

Die Heilsarmee wird möglicherweise doch nicht für die Schweiz beim „Eurovision Song Contest“ antreten. Laut dem Veranstalter, der European Broadcasting Union (EBU), verstoßen die Uniformen und der Name der Gruppe gegen die Regeln und dürfen bei dem Auftritt nicht benutzt werden. Unter diesen Bedingungen will die Heilsarmee auf die Teilnahme verzichten.

Brüssel frömmelt – keine Immobiliensteuern für den Vatikan

Frohe Weihnachtsbotschaft für den Vatikan ©dpa

Frohe Weihnachtsbotschaft für den Vatikan: Die Katholische Kirche braucht keine kommunale Immobiliensteuer in Italien nachzuzahlen. Der Fall ist sehr speziell und in Brüssel einmalig.

HNA.de

Das sagte der Sprecher des EU-Wettbewerbskommissars Joaquín Almunia. Ausnahmen der entsprechenden Steuerregeln (ICI), die von 2006 von 2011 galten, seien zwar nicht mit den EU-Regeln für Staatsbeihilfen vereinbar, teilte die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel nach einer längeren Untersuchung mit. Die italienische Regierung habe jedoch nachgewiesen, dass es „absolut unmöglich“ sei, den Umfang der gewährten Vorteile an die Kirche und andere nicht-kommerzielle Organisationen zu messen oder gar einzutreiben.

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BMI-Friedrich befürwortet deutschlandweiten Feiertag zum Reformationsjubiläum

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) bei einem Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) am 12.Dsezember im Jakob-Kaiser-Haus in Berlin. © epd-bild / Rolf Zöllner

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) unterstützt die Forderung nach einem bundesweiten Feiertag zum Reformationsjubiläum 2017. Er würde es begrüßen, wenn die Bundesländer den Tag des 500. Reformationsjubiläums als gesetzlichen Feiertag anordnen würden, sagte Friedrich in einem Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Man sollte den Anlass aber nicht mit dieser Frage überlagern, ergänzte er zugleich.

Von Corinna Buschow und Thomas Schillerepd

Der Reformationstag ist nur in den ostdeutschen Bundesländern mit Ausnahme Berlins gesetzlicher Feiertag. Die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hatte im November gefordert, den 31. Oktober 2017 bundesweit zum Feiertag zu machen.

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Texte des 2. Vatikanischen Konzils: Über den Atheismus

Paapst1Papst Benedikt XVI. hat anlässlich des Jahrs des Glaubens und des 50-jährigen Jubiläums der Eröffnung des 2. Vatikanischen Konzils dazu aufgerufen, die Konzilstexte nochmals aufmerksam zu lesen. Wir dokumentieren als Beitrag zu diesem Wunsch des Heiligen Vaters jeweils thematisch ausgesuchte Texte in der offiziellen deutschen Version des Heiligen Stuhls.

ZENIT.org

Der moderne Atheismus stellt sich oft auch in systematischer Form dar, die, außer anderen Ursachen, das Streben nach menschlicher Autonomie so weit treibt, dass er Widerstände gegen jedwede Abhängigkeit von Gott schafft. Die Bekenner dieses Atheismus behaupten, die Freiheit bestehe darin, dass der Mensch sich selbst Ziel und einziger Gestalter und Schöpfer seiner eigenen Geschichte sei. Das aber, so behaupten sie, sei unvereinbar mit der Anerkennung des Herrn, des Urhebers und Ziels aller Wirklichkeit, oder mache wenigstens eine solche Bejahung völlig überflüssig.

Diese Lehre kann begünstigt werden durch das Erlebnis der Macht, das der heutige technische Fortschritt dem Menschen gibt. Unter den Formen des heutigen Atheismus darf jene nicht übergangen werden, die die Befreiung des Menschen vor allem von seiner wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Befreiung erwartet. Er behauptet, dass dieser Befreiung die Religion ihrer Natur nach im Wege stehe, insofern sie die Hoffnung des Menschen auf ein künftiges und trügerisches Leben richte und ihn dadurch vom Aufbau der irdischen Gesellschaft abschrecke.

Daher bekämpfen die Anhänger dieser Lehre, wo sie zur staatlichen Macht kommen, die Religion heftig und breiten den Atheismus aus, auch unter Verwendung, vor allem in der Erziehung der Jugend, jener Mittel der Pression, die der öffentlichen Gewalt zur Verfügung stehen.

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